1912-1977
![[Photo: Wernher von Braun, 1976]](../../../objekte/pict/braunw/200.jpg)
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Wernher Freiherr von Braun
Raketenkonstrukteur
- 1912
- 23. März: Wernher von Braun wird als Sohn des Generaldirektors
der Deutschen Raiffeisenbank AG Magnus Freiherr von Braun und
dessen Frau Emmy (geb. von Quistorp) in Wirsitz (heute: Wyrzysk,
Polen) geboren.
- 1928
- Er wird Mitglied im "Verein für Raumschiffahrt",
in dem er Kontakte zu Raketeningenieuren wie Hermann Oberth (1894-1989)
knüpft.
- 1930
- Während seines Studiums an der Technischen Hochschule
in Berlin assistiert er Oberth bei Versuchen mit Flüssigkeitsraketen.
- 1932
- Finanziert durch ein Stipendium, entwickelt und testet
Braun Flüssigkeitsraketen in der Raketenversuchsstelle des
Heereswaffenamts im brandenburgischen Kummersdorf. In den folgenden
Jahren arbeiten dort bis zu 80 Menschen an der Raketenentwicklung.
- 1933
- Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten
wird Braun Mitglied in der Schutzstaffel (SS).
- 1934
- Juli: In seiner Promotion in Physik über "Konstruktive,
theoretische und experimentelle Beiträge zu dem Problem der
Flüssigkeitsrakete" stellt er seine Testergebnisse vor.
Die Arbeit darf als "geheime Kommandosache" nicht veröffentlicht
werden.
- Dezember: Seine A1- und A2-Raketenmodelle, "Max" und
"Moritz" genannt, erreichen eine Höhe von 2.200
Metern.
- 1937
- April: Nach dem erfolgreichen Start einer A3-Rakete
wird Braun Leiter der neu gegründeten Heeresversuchsanstalt
in Peenemünde (Usedom). Die Entwicklung von militärisch
nutzbaren Raketen wird der Luftwaffe unter Hermann Göring
unterstellt. In den nächsten Jahren arbeiten dort bis zu
20.000 Menschen an der Entwicklung von Trägerraketen.
- 1939
- Adolf Hitler informiert sich persönlich
in Peenemünde über den Stand der Raketentechnik und
forciert die Weiterentwicklung mit erheblichen Geld- und Materialressourcen.
- 1943
- Die von Braun entwickelte A4-Rakete erreicht als erste
Langstreckenrakete der Welt die vierfache Schallgeschwindigkeit.
- 7. Juli: Im Führerhauptquartier "Wolfsschanze"
(Rastenburg, Ostpreußen) erklärt Braun Hitler den neuesten
Entwicklungsstand der A4-Rakete, die daraufhin als "Vergeltungswaffe
2" (V2) massenhaft produziert wird.
- August: Dazu werden ab Ende des Monats in dem Außenlager
Mittelbau-Dora des Konzentrationslagers Buchenwald
Zwangsarbeiter für den Bau der Raketenteile eingesetzt.
- 1944
- 7. September: Mit 12.000 V2-Raketen werden die Niederlande,
Belgien und London bombardiert. Unterdessen konstruieren Braun
und seine Mitarbeiter schon die Modelle A9 und A10, die Ziele
in den USA erreichen sollen.
- Er erhält von Hitler das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz
mit Schwertern.
- 1945
- April: Mit 500 Mitarbeitern verläßt Braun
Peenemünde, um sich in Süddeutschland der amerikanischen
Armee zu stellen. Diese läßt verbliebene V2-Raketen,
Raketenteile, Pläne u.a. aus Peenemünde holen und in
die USA transportieren.
- Juni: Braun und weitere 126 Mitarbeiter siedeln in die USA über
und sind zuerst in Fort Bliss (Texas) stationiert. Sie geben ihre
raketentechnischen Kenntnisse an das amerikanische Militär
weiter und testen einige der aus Deutschland mitgebrachten V2-Raketen
in White Sands (New Mexico).
- 1947
- März: Heirat mit Maria von Quistorp, mit der er
drei Kinder hat.
- 1950
- Wechsel zum Redstone Arsenal in Huntsville (Alabama),
wo er in den folgenden Jahren die Jupiter-Trägerraketen entwickelt.
- 1952
- Veröffentlichung von "Das Marsprojekt"
und weiteren Werken, mit denen er zum bekanntesten Vertreter der
Weltraumforschung wird.
- 1953
- Die erste amerikanische Trägerrakete "Redstone"
wird in Cape Canaveral (Florida) getestet.
- 1955
- Braun wird amerikanischer Staatsbürger.
- 1958
- Januar: Der erste US-Satellit "Explorer 1"
wird mit einer von Braun entwickelten Jupiter-C-Rakete in Umlauf
gebracht.
- 1960
- Mit Gründung der "National Aeronautics and
Space Administration" (NASA) wird Braun Direktor des "Marshall
Space Flight Center" in Huntsville. Er konstruiert erfolgreich
die Raketen des Saturn-Programms.
- 1962
- Veröffentlichung seiner Autobiographie "Start
in den Weltraum. Geschichte meines Lebens". Zu seiner Tätigkeit
im nationalsozialistischen Deutschland äußert er sich
kaum, hebt aber die politische Unabhängigkeit von wissenschaftlicher
Arbeit hervor.
- 1969
- Die "Apollo 11" (Modell "Saturn 5")
landet als erstes Raumschiff auf dem Mond. Kurz danach entwickelt
Braun die weltweit erste Weltraumstation "Skylab".
- 1970
- Stellvertretender Direktor der NASA-Planungsabteilung
in Washington (D.C.).
- 1972
- Juni: Da der US-Kongreß die Mittel für die
Weltraumfahrt drastisch kürzt, verläßt Braun die
NASA und wird Vizepräsident des Luft- und Raumfahrtkonzerns
Fairchild Industries Inc. in Germantown (Maryland).
- 1975
- Gründer des "National Space Institute",
das als private Organisation für Raumfahrt werben soll.
- 1977
- 16. Juni: Wernher von Braun stirbt an einer Krebserkrankung
in Alexandria (Virginia).
(lh)
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