1868-1939
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Heinrich Brauns
Politiker
- 1868
- 3. Januar: Heinrich Brauns wird als Sohn des Schneiders
Johann Brauns und dessen Frau Anna (geb. Creveld) in Lindenberg
(Allgäu) geboren.
- 1890
- Nach dem Studium der Theologie in Bonn und Köln
empfängt er die Priesterweihe und wird Kaplan in Krefeld.
- 1895
- Er tritt in Borbeck bei Essen die Stelle eines Vikars
an.
- 1900
- Er wird Leiter der Organisationsabteilung in der Zentralstelle
des Volksvereins für das katholische Deutschland in Mönchengladbach.
Er übt starken Einfluß auf die von ihm geschulten Mitglieder
der christlichen Gewerkschaften aus.
- Nebenbei nimmt er in Bonn ein Studium der Volkswirtschaft und
der Staatswissenschaften auf.
- 1905
- Promotion im Fach Staatswissenschaften.
- Er wird Direktor an der Zentralstelle des Volksvereins für
das katholische Deutschland. Er tritt für interkonfessionelle
christliche Gewerkschaften und für die gleichberechtigte
Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden
ein.
- 1908
- Er veröffentlicht die Schrift "Die christlichen
Gewerkschaften".
- 1918/19
- Nach Ende des Ersten Weltkriegs setzt sich
Brauns, selbst Mitglied der katholischen Zentrumspartei,
für die Gründung einer interkonfessionellen christlichen
Partei ein. Dieser Plan wird jedoch nicht verwirklicht.
- 1919
- Er wird für das Zentrum in die Weimarer Nationalversammlung
gewählt. Hier beginnt Brauns' parteipolitisches Engagement.
Er arbeitet im volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Ausschuß
mit, dessen Vorsitz er zeitweise übernimmt.
- 1920
- Wahl in den Parteivorstand des Zentrums. Innerparteilich
tendiert er zum rechten Zentrumsflügel, weil er befürchtet,
daß eine zu enge Verbindung mit der parlamentarischen Linken
den Handlungsspielraum seiner Partei und der christlichen Gewerkschaften
einengt.
- 1920-1928
- Er ist Reichsarbeitsminister in 13 verschiedenen Kabinetten.
- Er setzt sich für eine Politik des Ausgleichs zwischen Gewerkschaften
und Arbeitgeberverbänden auf der Basis der Zentralarbeitsgemeinschaft
ein. Er fördert Gesetze und Verordnungen über Betriebsräte,
Mitbestimmung, Tarifvertrags- und Schlichtungswesen sowie über
die Arbeitsvermittlung und Arbeitsgerichtsbarkeit. Im Bereich
der Sozialpolitik unterstützt er Regelungen über die
Sozialversicherungen, Kriegsopferversorgung und das Fürsorgerecht.
Brauns prägt nachhaltig die Sozialpolitik der Weimarer
Republik.
- 1921
- Er gibt das Buch "Lohnpolitik" heraus.
- 1924
- Er veröffentlicht die Schrift "Wirtschaftskrisis
und Sozialpolitik".
- 1928
- Brauns scheidet aus dem Ministeramt aus, bleibt jedoch
Reichstagsabgeordneter.
- Er konzentriert sich auf die Mitarbeit im sozialpolitischen Ausschuß
des Parlaments. Weiterhin betätigt er sich in der internationalen
katholischen Arbeiterbewegung. Er leitet die deutsche Delegation
bei der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf.
- 1931
- Er übernimmt den Vorsitz der von Reichskanzler
Heinrich Brüning einberufenen Kommission zur Untersuchung
der Weltwirtschaftskrise und ihrer Folgen (Brauns-Kommission).
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
wird er von seiner Partei für die Reichstagswahlen am
5. März nicht mehr als Kandidat aufgestellt.
- Er zieht sich in seine Heimatstadt Lindenberg zurück, wo
er als Katholik verschiedentlich Angriffen seitens der Nationalsozialisten
ausgesetzt ist.
- 1939
- 19. Oktober: Heinrich Brauns stirbt in Lindenberg (Allgäu).
(ge)
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