1885-1970
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![[Photo: Heinrich Brüning, um 1930]](../../../objekte/pict/23_5/200.jpg)
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Heinrich Brüning
Politiker
- 1885
- 26. November: Heinrich Brüning wird als Sohn eines
Essigfabrikanten und Weinhändlers in Münster geboren.
- 1904
- Nach dem Abitur nimmt Brüning das Studium der Geschichte,
Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaft in München und
Straßburg auf.
- 1911
- Staatsexamen für das höhere Lehramt.
- 1911-1913
- Fortführung des Studiums in England.
- 1915
- Er promoviert in Bonn mit einer Arbeit über die
Verstaatlichung der englischen Eisenbahnen.
- 1915-1918
- Am Ersten Weltkrieg nimmt Brüning als
Kriegsfreiwilliger teil und erlangt Offiziersrang.
- 1919
- Er wird in Berlin persönlicher Referent des katholischen
Sozialpolitikers und preußischen Wohlfahrtsministers Adam
Stegerwald (1874-1945).
- 1920-1930
- Geschäftsführer des Christlichen Deutschen
Gewerkschaftsbunds.
- 1923
- Brüning beteiligt sich maßgeblich an der
Organisation des passiven Widerstands im Ruhrkampf.
- 1924-1933
- Reichstagsabgeordneter für die Zentrumspartei.
- 1925
- Er übernimmt die Leitung der Bundeszeitung "Der
Deutsche". In diesem Organ plädiert Brüning für
den sozialen Volksstaat und eine christliche Demokratie.
- Als Finanzfachmann seiner Fraktion setzt er die Begrenzung des
Lohnsteueraufkommens auf 1,2 Milliarden Reichsmark fest (Lex Brüning).
- 1928-1930
- Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.
- 1929
- 5. Dezember: Er wird zum Fraktionsvorsitzenden der Zentrumspartei
im Reichstag gewählt.
- 1930
- 30. März: Nach dem Sturz der von Hermann Müller
geführten großen Koalition wird Brüning Reichskanzler.
Er bildet eine Minderheitsregierung und ist entschlossen, zur
Durchführung seiner Politik auf die Rechte des Reichspräsidenten
zurückzugreifen.
- 18. Juli: Da der Reichstag dem sozialdemokratischen Antrag auf
Aufhebung der Notverordnung zur "Sicherung von Wirtschaft
und Finanzen" zustimmt, löst Reichspräsident Paul
von Hindenburg den Reichstag auf.
- Nach der Reichstagswahl vom 14. September, die einen starken
Stimmenzuwachs für die Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei (NSDAP) ergeben hat, wird das Kabinett Brüning
von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)
toleriert.
- Brünings Politik ist auf die Sanierung der Reichsfinanzen
mittels einer auf einen ausgeglichenen Staatshaushalt zielenden
Deflationspolitik gerichtet. Diese Sparpolitik findet keine parlamentarische
Mehrheit und wird daher mit dem Notverordnungsrecht des
Reichspräsidenten durchgesetzt. Mit diesem Instrument versucht
Brüning, die Rolle des Parlaments auf eine beratende Funktion
zu reduzieren.
- 1931
- 7. Oktober: Aus Anlaß der Demission von Reichsaußenminister
Julius Curtius (1877-1948) tritt das Kabinett Brüning zurück.
Hindenburg verlangt eine stärkere Rechtsorientierung der
neuen Regierung.
- 9. Oktober: Brüning übernimmt zusätzlich das Amt
des Außenministers. Er erwirkt bei Deutschlands Gläubigern
ein Moratorium zum Aufschub der Reparationszahlungen.
- 10. November: Hindenburg und Brüning empfangen Adolf
Hitler zu einer Unterredung. Sie verhandeln über eine
Zusammenarbeit mit der NSDAP, um den politischen Druck der "Nationalen
Opposition" zu schwächen. Die Gespräche verlaufen
jedoch ergebnislos.
- 1932
- 30. Mai: Auf Betreiben des Generals Kurt von Schleicher
muß Brüning zurücktreten, da seine Politik rechtsgerichtete
Parteien zu wenig integriere und die Interessen der ostdeutschen
Landwirtschaft nicht genügend berücksichtige.
- Sein Nachfolger wird Franz von Papen.
- 1933
- 6. Mai - 5. Juli: Nach der Machtübernahme
der Nationalsozialisten ist Brüning Vorsitzender des Zentrums
bis zur Selbstauflösung der Partei.
- 1934
- Er kann sich einer Verhaftung durch Flucht in die Niederlande
entziehen.
- Übersiedlung in die USA.
- 1937-1951
- Professor für Politische Wissenschaften an
der Harvard-Universität.
- 1951-1955
- Professor für Politische Wissenschaften an
der Universität Köln.
- Brüning, der die Gründung der Christlich-Demokratischen
Union (CDU) begrüßt hat, kritisiert die Politik
der Westbindung unter Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU).
- Rückkehr in die USA.
- 1968
- Brüning veröffentlicht den Band "Reden
und Aufsätze".
- 1970
- 30. März: Heinrich Brüning stirbt in Norwich
(USA).
- Postum erscheinen die "Memoiren 1918-1934", in denen
er darlegt, daß er 1932 kurz vor der Sanierung der deutschen
Wirtschaft als Reichskanzler fallengelassen worden sei.
(sk/ge)
Regierungserklärung 13.10.1931
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