1878-1965
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Martin Buber
Sozial- und Religionsphilosoph
- 1878
- 8. Februar: Martin Buber wird als Sohn einer großbürgerlichen
jüdischen Familie in Wien geboren.
- 1881-1892
- Nach der Scheidung seiner Eltern lebt er bei seinen
Großeltern in Lemberg.
- ab 1896
- Nach dem Besuch des polnischen Gymnasiums in Lemberg
studiert Buber u.a. Philosophie, Psychiatrie sowie Germanistik
in Wien, das er in Leipzig, Berlin und Zürich fortsetzt.
- 1898
- Buber gründet in Leipzig einen Verein jüdischer
Studenten und eine zionistische Ortsgruppe.
- 1899
- Heirat mit Paula Winkler, die erst später zum Judentum
konvertiert und unter dem Pseudonym Georg Munk als Schriftstellerin
arbeitet.
- Teilnahme als Delegierter am dritten Zionistenkongreß in
Basel.
- Redakteur der zionistischen Zeitschrift "Die Welt".
- 1901
- Buber nimmt am fünften Zionistenkongreß in
Basel teil, wo er die "kulturzionistische" Richtung
vertritt.
- 1902
- Mitbegründer des Jüdischen Verlags, der seine
Aufgaben im Sinne der kulturellen und geistigen "Erneuerung
des Judentums" versteht.
- 1903
- Dissertation.
- Buber zieht sich aus der zionistischen Parteiarbeit zurück.
- 1905/06
- Während eines Aufenthalts in Florenz entstehen
"Die Geschichten des Rabbi Nachman" und "Die Legenden
des Baalschem" (veröffentlicht 1908).
- 1906
- Umzug nach Berlin, wo er bis 1915 als Herausgeber der
sozialpsychologischen Schriftenreihe "Die Gesellschaft"
tätig ist.
- 1910
- Buber übersetzt die "Reden und Gleichnisse
des Tschuang Tse".
- 1909-1911
- In den "Drei Reden über das Judentum"
finden sich erste Ansätze eines wieder zunehmenden Interesses
an Fragen der zionistischen Bewegung.
- 1913
- Mit der Prosadichtung "Daniel" versucht Buber,
eine Synthese westlicher Lebensphilosophie und östlicher
Mystik zu finden.
- Buber plant eine jüdische Schule in Deutschland, die Erziehung
"im Sinne eines wahrhaften und lebendigen Judentums inaugurieren
sollte".
- 1916
- Unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs wendet
sich Buber wieder ganz der zionistischen Bewegung zu. Es entstehen
die Aufsätze und Ansprachen "Die jüdische Bewegung".
- Umzug nach Heppenheim an der Bergstraße.
- 1916-1924
- Buber leitet die Monatszeitschrift "Der Jude"
als Sprachrohr jüdischer Neubesinnung und Sammlung.
- ab 1919
- Lehrtätigkeit am
Freien jüdischen Lehrhaus und an der Universität in
Frankfurt/Main.
- Buber initiiert Tagungen zur Erneuerung des Bildungswesens.
- 1921
- Teilnahme am zwölften Zionistenkongreß in
Karlsbad.
- Rückzug aus der aktiven Parteiarbeit.
- 1923
- Veröffentlichung seiner Grundschrift "Ich
und Du".
- An der Universität in Frankfurt erhält Buber den einzigen
Lehrauftrag für Religionswissenschaft und jüdische Ehtik
in Deutschland.
- ab 1924
- Tätigkeit in freien Lehrgruppen in der Schweiz,
in Holland und in Deutschland.
- ab 1925
- In Zusammenarbeit mit Franz Rosenzweig Übersetzung
der Bibel, an der Buber nach dem Tod Rosenzweigs allein weiterarbeitet
und die er 1961 vollendet. Über die Grundlagen der Übersetzung
legen beide in dem Gemeinschaftswerk "Die Schrift und ihre
Verdeutschung" Rechenschaft ab.
- 1930
- Honorarprofessur für Sozialwissenschaft an der
Universität Frankfurt.
- 1932
- Mit dem Werk "Königstum Gottes" treten
auch biblische Themen in Bubers literarischem uvre auf.
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
legt Buber seine Professur nieder und beteiligt sich am Aufbau
einer "Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung"
bei der Reichsvertretung der Deutschen Juden.
- 1935
- Verbot jeglicher öffentlichen Lehrtätigkeit.
- 1938
- Vor dem
Novemberpogrom emigriert Buber nach Jerusalem,
wo er eine Professur für Sozialpsychologie übernimmt
und sich am Aufbau jüdischer Erziehungsarbeit beteiligt.
- 1944
- Mit der Schrift "Israel und Palästina"
tritt Buber für jüdisch-arabische Verständigung
ein, findet aber nur geringen Zuspruch.
- 1947
- Erster Besuch in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.
- 1949
- Buber gründet in Jerusalem ein Seminar für
Erwachsenenbildung, das er bis 1953 leitet.
- 1953
- Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
in Frankfurt.
- 1960-1962
- Erster Präsident der Akademie der Wissenschaften
Israels.
- 1963
- Verleihung des niederländischen Erasmus-Preises.
- 1964
- Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg.
- 1965
- 13. Juni: Martin Buber stirbt in Jerusalem.
(ji/si)
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