1867-1950
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Hedwig Courths-Mahler
Schriftstellerin
- 1867
- 18. Februar: Hedwig Courths-Mahler wird als Ernestine
Mahler in Nebra/Unstrut als uneheliches Kind der Marketenderin
Henriette Mahler und des Saaleschiffers Ernst Schmidt geboren.
Ihr Vater stirbt noch vor ihrer Geburt. Ihr Stiefvater lehnt sie
ab, so daß sie bei Pflegeeltern aufwächst.
- 1884
- Ohne Schulbildung wird sie zuerst Dienstmädchen,
Gesellschafterin und Vorleserin einer alten Dame in Leipzig und
arbeitet danach als Verkäuferin in Halle/Saale.
- Sie beginnt ihre Kindheitsträume niederzuschreiben und verfaßt
ihre erste Novelle "Wo die Heide blüht", die in
einer Lokalzeitung abgedruckt wird.
- 1888
- In Leipzig heiratet sie den Maler Fritz Courths, mit
dem sie zwei Töchter hat.
- 1894
- Übersiedlung nach Chemnitz.
- 1904
- Ihr erster Roman "Licht und Schatten" erscheint
als Fortsetzung im "Chemnitzer Tageblatt". Weitere Romane
folgen.
- 1905
- Sie zieht nach Berlin, wo sie vor allem in der Zeitschrift
"Berliner Hausfrau" veröffentlicht und einen kleinen
Salon führt.
- 1909
- Ihre Romane werden nun als Bücher gedruckt, deren
Einbände meist von ihrem Mann gestaltet werden. Sie wird
in kürzester Zeit als Unterhaltungsschriftstellerin berühmt
und verdient gut. Courths-Mahler schreibt alle Romane nach demselben
Schema: Die Figuren durchlaufen einen Weg durch Leid und Not hin
zum Glück. Damit erfüllt sie die Erwartung eines breiten
Publikums, das Erholung von der harten Realität in einer
Scheinwelt sucht. Mit ihren durchschnittlich vier Romanen pro
Jahr wird sie zur Vorläuferin der "Traumfabrik"
Kino, zumal einige ihrer Romane aufgeführt und (später)
verfilmt werden.
- 1912
- Mit ihrem wohl bekanntesten Roman "Ich lasse Dich
nicht!" gelingt Courths-Mahler der Durchbruch. Allein in
Deutschland werden über eine Million Exemplare verkauft.
- Ihre Werke werden in dreizehn Sprachen übersetzt und sind
auch im Ausland ein Erfolg. Damit ist sie bis heute die meistübersetzte
deutsche Autorin.
- 1914
- Ihr autobiographischer Roman erscheint mit dem programmatischen
Titel "Es geht hinauf".
- Auch in dem Roman "Die Bettelprinzeß" variiert
sie ihr Hauptthema der nicht anerkannten Liebesbeziehung zwischen
Angehörigen des Adels und des Kleinbürgertums und findet
mit dem glücklichen Ausgang der dramatischen Handlung zur
Verwirklichung bürgerlicher Glücksvorstellungen.
- 1916
- Ihre patriotischen Gefühle zu Beginn des Ersten
Weltkriegs beschreibt sie in "Der tolle Haßberg".
- 1924
- Allein in diesem Jahr erscheinen dreizehn Bücher
von Courths-Mahler. Sie gehört in der Weimarer Republik
zu den angesehensten Persönlichkeiten Berlins. In ihrem Salon
verkehren vor allem Schauspieler.
- 1929
- In dem Artikel "Mein System" beschreibt sie
ihre Arbeitsweise, der 14-Stunden-Tage zugrunde liegen, während
sie in den dreimonatigen Sommerferien Ideen für nächste
Werke sammelt.
- Ihr einziger Roman ohne Happy-End "Wir sind allzumal Sünder"
wird vom Publikum abgelehnt.
- 1935
- Courths-Mahler verläßt Berlin und zieht sich
nach Tegernsee (Bayern) zurück. Sie gilt dem NS-Regime
als "unerwünschte Autorin".
- 1950
- 26. November: Hedwig Courths-Mahler stirbt als Millionärin
in Tegernsee. Ihre Bücher sind weltweit in über 30 Millionen
Exemplaren erschienen.
(lh)
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