1876-1933
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Wilhelm Cuno
Politiker, Industrieller
- 1876
- 2. Juli: Wilhelm Carl Josef Cuno wird als Sohn eines
Geheimen Rechnungsrats in Suhl geboren.
- ab 1894
- Jura-Studium in Berlin und Heidelberg.
- Promotion.
- 1907
- Cuno wird als Regierungsassessor in das Reichsschatzamt
berufen.
- 1910
- Ernennung zum Regierungsrat.
- 1912
- Er wird Geheimer Regierungsrat und ist hauptsächlich
mit der Erarbeitung von Gesetzentwürfen und deren Vertretung
vor dem Reichstag beschäftigt.
- 1914-1917
- Während des Ersten Weltkriegs arbeitet
Cuno als Leiter der Reichsgetreidestelle und ist an der Organisation
des Kriegsernährungsamts beteiligt.
- 1916
- Er übernimmt das Generalreferat für kriegswirtschaftliche
Fragen im Reichsschatzamt.
- 1917
- 1. November: Cuno tritt in das Direktorium der Reederei
Hapag (Hamburg-Amerika-Paketfahrt-AG) ein und scheidet aus dem
Staatsdienst aus.
- 1918
- 20. Dezember: Cuno wird Generaldirektor der Hapag.
- 1919
- Als Wirtschaftssachverständiger der deutschen Regierung
nimmt Cuno an den Friedens- und Reparationsverhandlungen teil.
- 1920
- Durch die Initiierung und Unterzeichnung des Hapag-Harriman-Vertrags
mit den United American Lines sichert Cuno der Hapag eine führende
Position in der internationalen Handelsschiffahrt.
- 1920-1922
- Im Rahmen seiner umfangreichen geschäftlichen
Tätigkeit im Ausland vertritt Cuno inoffiziell außenpolitische
Interessen der Regierung, lehnt aber mehrere Angebote zur Übernahme
des Außenministerpostens ab.
- 1922
- 22. November: Der parteilose Cuno wird als Wirtschafts-
und Finanzexperte zum Reichskanzler berufen und bildet ein Kabinett,
das überwiegend aus Vertretern der Wirtschaft besteht.
- Dezember: Cunos Vorschläge zur Modifizierung der Reparationsleistungen
und zur Stabilisierung der deutschen Währung werden von den
Alliierten auf Betreiben Frankreichs zurückgewiesen.
- 1923
- Januar: Reichskanzler Cuno ruft nach der Besetzung
des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen
zum "passiven Widerstand" auf und läßt die
Kohlelieferungen an Frankreich und Belgien einstellen.
- Die unnachgiebige Haltung der Regierung Cuno in der Reparationsfrage
treibt die deutsche Wirtschaft in den Ruin und die Inflation
auf den Höhepunkt. Cuno wird zum Hauptangriffspunkt der deutschen
Arbeiterbewegung: "Schlagt Cuno und Poincaré an der
Ruhr und an der Spree!"
- 12. August: Nach einem Mißtrauensvotum der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (SPD) im Reichstag wegen des Scheiterns
der Politik des "passiven Widerstands" und anhaltenden
Streiks tritt Cuno mit seinem gesamten Kabinett zurück. Er
zieht sich aus der Politik zurück und wendet sich wieder
der Reorganisation und dem Ausbau der Hapag zu.
- 1926
- Cuno wird erneut Vorstandsvorsitzender der Hapag.
- 1930
- Auf Initiative Cunos unterzeichnen die beiden größten
deutschen Reedereien, Hapag und Norddeutscher Lloyd, einen Unionsvertrag.
- 1933
- 3. Januar: Wilhelm Cuno stirbt in Aumühle bei Hamburg.
(am)
Ansprache anläßlich der Besetzung des Ruhrgebiets
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