1863-1938



Gabriele D'Annunzio

Dichter



1863
12. März: Gabriele D'Annunzio wird als Sohn des wohlhabenden Bauern Francesco D'Annunzio und dessen Frau Luisa (geb. De Benedictis) in Pescara geboren.

1874-1880
Internatserziehung in Prato.

1879
Sein Gedicht "Ode an König Humbert" wird veröffentlicht.

1880
Das Gymnasium schließt er ein Jahr vor Ablauf der Regelzeit und mit Auszeichnung ab.

1881
D'Annunzio beginnt in Rom Philologie zu studieren.

1882
Veröffentlichung einer Gedicht- sowie einer Novellensammlung, die ihm eine erste größere Popularität bringen.

1883
Heirat mit der Herzogin Maria Hardouin von Gallese, mit der er drei Kinder hat.
Umzug in ein luxuriöses Anwesen in Francavilla (bei Pescara).

1884
Rückkehr nach Rom, wo er als Redakteur für die Zeitschrift "Tribuna" zu arbeiten beginnt.

1885
D'Annunzio trägt aus einem Duell eine große Narbe auf dem Kopf davon. Um diese zu zeigen, trägt er von nun Glatze.

1889
Veröffentlichung des Romans "Lust", in dem sich sowohl seine mondäne und chauvinistische Lebenshaltung als auch seine ausgeprägte Ästhetik ausdrücken.

1889/90
Ableistung seines Militärdienstes, der mit der Ernennung zum Unterleutnant endet.

1891
Umzug nach Neapel, wo er für die Tageszeitung "Il Mattino" arbeitet.

1895
Mit der Schauspielerin Eleonora Duse beginnt er eine seiner zahlreichen Liebesaffären.

1896
In dem Roman "Die Jungfrauen vom Felsen" nimmt D'Annunzio das erste Mal die Philosophie des Übermenschen von Friedrich Nietzsche auf. Sein gesamtes weiteres Werk wird davon geprägt. Er selbst sieht sich fortan in der Rolle eines nationalen Führers.

1898
Er läßt sich in der Nähe von Florenz nieder.

1898-1900
Als Abgeordneter der Konservativen im italienischen Parlament ist er erstmals politisch aktiv.

1901-1904
Die Dramen D'Annunzios werden mit Eleonora Duse aufgeführt und erlangen durch sie eine große Bekanntheit.

1903/04
Mit der Trilogie "Gesänge", die als Meilensteine der italienischen Lyrik gelten, erreicht D'Annunzio den Höhepunkt seines literarischen Schaffens.

1910-1915
D'Annunzio lebt in Paris, wo er Freundschaften mit zahlreichen Künstlern schließt.

1911
Nach der Eroberung Libyens durch Italien widmet er sich der nationalistischen Dichtung und veröffentlicht die "Gesänge der Taten jenseits der Meere".

1915
Mai: D'Annunzio kehrt nach Italien zurück, um den Eintritt des Landes in den Ersten Weltkrieg zu fördern. Als Redner begeistert er in Rom die Massen für den Kriegseintritt.
Juni: Er tritt freiwillig als Unterleutnant in die Armee ein und erhält kurz darauf ein Kommando.

1915-1918
Für seine zahlreichen Einsätze erhält D'Annunzio mehrere Orden und Auszeichnungen. Berühmt wird er als Kampfflieger mit seinem Flug über Wien, wo er Propagandaschriften abwirft. Bei einem Luftgefecht verliert er sein rechtes Auge.

1919
D'Annunzio wird mit zahlreichen Schriften (u.a. "Der Geruch des Blutes") zu einem Wortführer der Opposition, die den Versailler Vertrag als "verstümmelten Sieg" Italiens ablehnt.
11./12. September: Als Anführer einer Freischärlergruppe besetzt er die dalmatinische Hafenstadt Fiume (heute: Rijeka), um sie für Italien zu annektieren. Die italienische Regierung wagt es nicht, gegen den populären D'Annunzio vorzugehen. Über ein Jahr lang behauptet er sich als Kommandant der Stadt.

1921
Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit Fiumes durch Jugoslawien wird er von der italienischen Armee aus der Stadt vertrieben und läßt sich in seiner Villa "Vittoriale" in Gardone Riviera nieder.

1922
Zusammen mit Benito Mussolini agitiert er für eine Machtergreifung der Faschisten. Am "Marsch auf Rom" und an der Machtübergabe an Mussolini bleibt er jedoch unbeteiligt.

1924
15. März: Von König Viktor Emanuel III. wird er für die Besetzung Fiumes mit dem erblichen Titel eines "Fürsten von Nevoso" geadelt.

1926/27
Von der faschistischen Regierung wird er durch die Gründung je eines Nationalinstituts für seine Schrift- und seine Theaterwerke geehrt.

1935
Obwohl D'Annunzios schriftstellerische Aktivität stark nachgelassen hat, schreibt er für den Krieg Italiens gegen Abessinien (heute: Äthiopien) noch eine Gedichtsammlung.

1937
Sein Amt als neuernannter Präsident der Italienischen Akademie kann er wegen zahlreicher Krankheiten jedoch nicht mehr ausüben.

1938
1. März: Gabriele D'Annunzio stirbt in Gardone Riviera (Lombardei) an einer Gehirnblutung.
Er wird mit einem Staatsakt in Anwesenheit Mussolinis beigesetzt.

(mw)

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