1830-1916
![[Photo: Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck, 1922]](../../../objekte/pict/donnebio/200.jpg)
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Fürst Guido Henckel von Donnersmarck
Industrieller
- 1830
- 10. August: Guido Henckel von Donnersmarck wird als zweitältester
Sohn des Grafen Karl Henckel von Donnersmarck und dessen Ehefrau Julie
(geb. Gräfin von Bohlen) in Breslau (heute: Wroclaw, Polen)
geboren. Seine Familie entstammt ursprünglich dem ungarischen
Adel, verfügt über ausgedehnten Grundbesitz und ist
wesentlich an der Industrialisierung Schlesiens beteiligt.
- 1848
- Tod seines Bruders. Donnersmarck übernimmt daraufhin durch den
freiwilligen Verzicht seines Vaters den Familienbesitz
Tarnowitz-Neudeck (heute: Tarnowskie-Swierklaniec, Polen) zu treuen
Händen.
- 1848-1916
- Bei der Übernahme des Besitzes beträgt dessen jährliche
Kohleförderung etwa 21.000 Tonnen. Donnersmarck gelingt es im
Laufe der Jahrzehnte, die Förderung auf 2,5 Millionen Tonnen pro
Jahr zu steigern. Als einer der reichsten Männer Deutschlands
läßt er das Donnersmarcksche Herrenhaus nach dem Vorbild
des Versailler Schlosses umbauen. Er finanziert den Wiederaufbau
katholischer und evangelischer Kirchen und widmet sich dem von ihm
eingerichteten Tierpark. Seinen politischen Einfluß macht er
auch als Kreisabgeordneter in Tarnowitz, als Landtagsmitglied und als
erbliches Mitglied des Preußischen Herrenhauses geltend.
- 1851
- Donnersmarck veranlaßt die Fusion seiner Steinkohlenbergwerke
"Concordia" und "Michael" zu einem Betrieb.
- 1853
- Gründung der Schlesischen Aktiengesellschaft für Bergbau und
Zinkhüttenbetrieb in Lipine (heute: Lipiny, Polen). Donnersmarck
bleibt bis zu seinem Tode Aufsichtsratsvorsitzender des Untenehmens.
- 1853-1857
- Bau der Donnersmarckhütte in Hindenburg (heute: Zabrze, Polen).
- 1863
- Erwerb von weiteren Ländereien, die an das Donnersmarcksche Gut
grenzen, und Errichtung eines Holzkohlehochofens und einer
Gießerei.
- Kauf von Ländereien und Bergwerken in Südrußland.
- 1868
- Donnersmarck baut das Zinkwalzwerk Donnersmarckhütte in Ostrau
(heute: Ostrów Wielkopolski, Polen), um das in seinen
oberschlesischen Hütten erzeugte Rohzink zu verfeinern.
- 1871
- Teilnahme an den Friedensverhandlungen mit Frankreich nach dem
Deutsch-Französischen Krieg. Donnersmarck drängt auf eine
Erhöhung der Reparationsforderungen an Frankreich.
- Beginn seiner langjährigen Freundschaft mit Otto von Bismarck
(1815-1898).
- Oktober: Donnersmarck heiratet in Paris Blanche Lachmann, die Tochter
eines Tuchfabrikanten.
- 1874
- Tod seiner Ehefrau.
- 1883
- Zur besseren Verwertung seiner ausgedehnten Wälder gründet
Donnersmarck eine Zellulosefabrik an der Bahnlinie Breslau-Kreuzberg.
- ab 1890
- Nach der Gründung weiterer Zellulose- und Papierfabriken
veranlaßt er deren Zusammenlegung in eine Gesellschaft. Die
Zellulose wird durch chemische Zusätze in Viskose umgewandelt,
die in eigens dafür gegründeten Fabriken zu
künstlicher Seide versponnen wird.
- 1887
- Heirat mit Katharina Fillipowa Christianowitsch, einer russischen
Adligen. Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor.
- 1888
- Gründung der nach seinem Sohn benannten modernen Zinkhütte
in Schlesien, "Guidotto".
- 1896
- Donnersmarck erwirbt umfangreiche Ländereien im Zipser Gebiet
(heute: Ungarn).
- 1897
- Beteiligung an der Erschließung weiterer Kohlengruben in dem
Grenzbezirk Bendzin.
- Ankauf von Bergwerken in Schweden.
- 1898
- Anläßlich des 50. Unternehmensjubiläums gründet
Donnersmarck zur Unterstützung seiner Angestellten die nach ihm
benannte "Guido-Stiftung" mit einem Kapital von 1,5
Millionen Mark.
- 1901
- Kaiser
Wilhelm II. erhebt Donnersmarck in den Fürstenstand.
- 1905
- Mit der Verleihung der Würde eines "Dr. ing. h.c."
durch die technische Hochschule in Charlottenburg wird Donnersmarcks
Engagement in der Chemieindustrie anerkannt.
- 1914-1916
- Während des
Ersten Weltkriegs veranlaßt Donnersmarck die Einrichtung eines Kriegslazaretts in
Frohnau bei Berlin, das er aus eigenen Mitteln ohne staatliche
Unterstützung unterhält.
- Einrichtung der "Donnersmarck-Stiftung", aus deren Mitteln
das Lazarett nach Kriegsende in eine medizinische
Forschungsstätte für Kriegsversehrte umgewandelt wird. Die
Stiftung unterstützt bis heute unter dem Namen
Fürst-Donnersmarck-Stiftung zu Berlin
Rehabilitationsmaßnahmen.
- 1916
- November: Donnersmarck erhöht das Kapital der
"Guido-Stiftung" um eine weitere Million Mark.
- 19. Dezember: Fürst Guido Henckel von Donnersmarck stirbt in
Berlin.
(se)
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