1861-1935
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![[Photo: Carl Duisberg, 1927]](../../../objekte/pict/f76_131/200.jpg)
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Carl Duisberg
Chemiker, Industrieller
- 1861
- 26. September: Carl Duisberg wird als Sohn des Bandfabrikanten
Carl Duisberg und dessen Frau Wilhelmine (geb. Weskott) in Barmen geboren.
- 1879-1882
- Studium der Chemie in Göttingen und Jena.
- 1882
- Promotion und anschließend Militärdienst
als Einjährig-Freiwilliger.
- 1883
- Eintritt in die Farbenfabrik Bayer in Elberfeld.
- 1884
- Seine Firma sendet ihn mit einem Forschungsauftrag an
die Universität Straßburg.
- 1885
- Duisberg gelingen mehrere Farbstofferfindungen. Diese
bringen seiner Firma Umsatzzuwächse, die einen Kartellabschluß
zwischen Bayer und der AG für Anilin-Produktion in Berlin
ermöglichen.
- 1888
- Er wird Prokurist und Leiter der wissenschaftlichen
Versuche bei Bayer.
- Durch die von ihm neuorganisierte Zusammenarbeit von Forschung
und Produktion sowie die betriebliche Rationalisierung steigt
Bayer zu einem chemischen Großbetrieb auf.
- Duisberg heiratet Johanna Seebohm. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.
- 1891
- Ein von ihm entworfenes Laboratoriumsgebäude wird
bei Bayer eingerichtet.
- 1895
- Da sich das Unternehmen in Elberfeld nicht mehr ausdehnen
läßt, wird Duisberg mit der Ausarbeitung umfassender
Neubaupläne und mit dem Umzug der Firma nach Leverkusen betraut.
Der von ihm in einer Denkschrift erarbeitete Organisationsplan
des Leverkusener Werks bleibt über Jahrzehnte Vorbild für
die Konstruktion von Chemiefabriken.
- Er gründet zahlreiche Wohlfahrtseinrichtungen für Werksangehörige.
Er tritt für einen neuen Unternehmertyp ein, der aus sozialer
Verpflichtung der Gesamtheit gegenüber für die Allgemeinheit
verantwortlich tätig ist.
- 1900
- Er wird Vorstandsmitglied der Farbenfabriken Bayer.
- 1904
- Unter dem Eindruck der Unternehmensverhältnisse
in den USA, den er auf einer Dienstreise gewinnt, verfaßt
er eine Denkschrift "Über die Vereinigung der deutschen
Teerfabriken". Es gelingt Duisberg daraufhin, mit den Firmen
AGFA und BASF eine strategische Allianz einzugehen. Es handelt
sich dabei um die bedeutendste Konzentration in der deutschen
chemischen Industrie vor 1914.
- 1912
- Wahl zum Vorsitzenden des Bayer-Vorstands.
- Ausbau des Leverkusener Bayer-Werks unter Duisbergs Leitung.
- 1914
- Er wird Mitglied des Vorstands und des Hauptausschusses
des Deutschen Industrie- und Handelstages.
- Im Ersten Weltkrieg vertritt Duisberg eine nationalistische
Haltung gegenüber der Entente und plädiert für
einen Siegfrieden.
- 1915/16
- Unter dem Eindruck der Kriegsumstände schließt
sich der Dreibund von Bayer, AGFA und BASF mit anderen Farbenfabriken
zu einer Interessengemeinschaft (I.G.) mit Gewinnausgleich untereinander
zusammen.
- 1920
- Nach Kriegsende wirkt Duisberg an der Gründung
der "Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft" mit.
- 1920-1933
- Mitglied des "vorläufigen Reichswirtschaftsrats".
- 1921
- Duisberg beteiligt sich an der Stiftung einer Darlehenskasse
für die deutsche Studentenschaft. Weiterhin wird eine Carl-Duisberg-Gesellschaft
zur Förderung des Auslandsstudiums gegründet.
- 1925
- Duisberg ist maßgeblich an der Gründung der
I.G. Farbenindustrie AG beteiligt, deren Aufsichtsratsvorsitz
er im selben Jahr übernimmt. Die I.G. Farben ist das zweitgrößte
Unternehmen in Deutschland.
- 1925-1931
- Er wird Präsident des Reichsverbands der deutschen
Industrie (RdI). Er tritt für eine Verflechtung der deutschen
Wirtschaft mit dem Weltmarkt ein.
- 1926
- In der von ihm gegründeten "Staatspolitischen
Vereinigung" fordert Duisberg die Unterstützung aller
wichtigen bürgerlichen Parteien durch die Industrie.
- Rückzug aus der Tagespolitik seines Unternehmens.
- 1929
- Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise plädiert
Duisberg für den Präferenzraum Ost- und Südosteuropa
als Absatzmarkt für deutsche Exporte.
- 1931
- Er fordert nachdrücklich die Schaffung eines europäischen
Wirtschaftsblocks unter der Dominanz Deutschlands.
- 1932
- Bei der Reichspräsidentenwahl wirbt er für
die Wiederwahl Paul von Hindenburgs.
- 1933
- Veröffentlichung von "Meine Lebenserinnerungen".
- 1935
- 19. März: Carl Duisberg stirbt in Leverkusen.
- 1949
- 19. März: Gründung der Carl-Duisberg-Gesellschaft
zur Förderung von wissenschaftlichen Nachwuchskräften
durch Bund und Länder.
(ge)
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