1880-1971

[Photo: Tilla Durieux, 1965]



Tilla Durieux

Schauspielerin



1880
18. August: Tilla Durieux wird als Ottilie Godeffroy in Wien geboren.
Da ihre Eltern, der Chemieprofessor Richard Godeffroy und seine Frau, eine ungarische Pianistin, die Berufswahl ihrer Tochter ablehnen, nimmt sie später ihren Künstlernamen nach ihrer französischen Großmutter an.

1901
Nach dem Besuch einer Theater-Vorbereitungsschule in Wien hat sie ihr Rollendebut in Olmütz.

1902/03
Engagements in Stuttgart und Breslau.

1903-1911
Durieux spielt an den Bühnen Max Reinhardts in Berlin, u.a. in Stücken von Frank Wedekind.

1904
Heirat mit dem Maler Eugen Spiro (1874-1972), von dem sie sich schon im gleichen Jahr wieder trennt.

1910
Heirat mit dem Kunsthändler Paul Cassirer.

1911-1914
Rollengastspiele in verschiedenen deutschen Städten sowie in St. Petersburg, Wien, Prag und Zürich.

1913
Am Münchner Künstlertheater spielt sie Wedekinds "Lulu".

1914
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wird Durieux Krankenschwester in Buch (ab 1920 eingemeindet zu Berlin).

1916/17
Ensemble-Mitglied am Berliner Königlichen Schauspielhaus.

1920
Endgültige Rückkehr nach Berlin. Sie wird zur gefragtesten Schauspielerin der Weimarer Republik.

1925
Rollengastspiele in Wien, Berlin, Den Haag und Düsseldorf.

1926
Nach Jahren tiefer Ehekrise verübt Cassirer direkt vor Abschluß des Scheidungsvertrags einen Selbstmordversuch, an dem er kurz darauf stirbt.

1927
Zusammen mit Erwin Piscator arbeitet Durieux am "Theater am Nollendorfplatz" in Berlin.

1928
Sie veröffentlicht ihren Roman "Eine Tür fällt ins Schloß".

1930
Heirat mit dem Generaldirektor von Schultheiß-Patzenhofer Ludwig Katzenellenbogen.

1933
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten siedelt Durieux nach Ascona (Schweiz) über.
Gastspiele in ganz Europa, besonders in Skandinavien.

1934
Sie geht nach Zagreb (Jugoslawien) ins Exil.

1936/37
Dozentin am Mozarteum Salzburg.

1936-1938
Durieux gründet und leitet ein Hotel in Abbazia (Jugoslawien).
Gastspiele in Wien, Prag und Paris.

1941
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen wird ihr jüdischer Ehemann in Jugoslawien verhaftet. Er stirbt zwei Jahre später in der Haft in Berlin. Daraufhin unterstützt sie Widerstandsgruppen und beginnt, ihre Lebenserinnerungen niederzuschreiben.

1945-1951
Näherin und Regieassistentin in einem staatlichen Puppentheater in Zagreb.

1946
Uraufführung ihres Dramas "Zagreb 1945" in Luzern.

1952
Nach einem Gastspiel in Berlin geht sie zurück nach Jugoslawien.

1954
Ihre Memoiren erscheinen unter dem Titel "Eine Tür steht offen".

1955-1958
Rollengastspiele in der ganzen Bundesrepublik. Außerdem wirkt sie in Hörspielen, Filmen sowie Fernsehspielen mit.

1957
Neben Johannes Heesters (*1903) spielt sie in dem Film "Von allen geliebt".

1958
In dem Fernsehspiel "Antigone" nach Jean Anouilh gibt sie die Amme.

1959
Ernennung zum Ehrenmitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
Tournee durch die Bundesrepublik mit dem Stück "Langusten".
Weitere Filme, Fernsehspiele und Hörspiele.

1960
April: Sie erhält das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.
August: Zu ihrem 80. Geburtstag wird das Fernsehspiel "Langusten" in der Bundesrepublik ausgestrahlt.

1961
Tournee durch die Bundesrepublik.
Mitglied in der Akademie der Künste.

1963
Verleihung des Filmbands in Gold für "Verdienste in und um den deutschen Film".
Ernennung zur Berliner Staatsschauspielerin.

1964/65
Trotz ihres hohen Alters tritt sie in Berlin, Münster und Hamburg auf.
Film "Verdammt zur Sünde", für den sie den Bundesfilmpreis bekommt.
Zu ihrem 85. Geburtstag erhält sie Ehrenmitgliedschaften in verschiedenen Berliner Ensembles.

1966-1968
Rollengastspiele in der Bundesrepublik, der DDR und der Schweiz.

1969/70
Letztes Engagement am Wiesbadener Staatstheater.

1970
Zahlreiche Ehrungen zum 90. Geburtstag.

1971
21. Februar: Nach einem Oberschenkelhalsbruch stirbt Tilla Durieux in Berlin.

(lh)

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