1881-1971
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Hermann Ehrhardt
Militär
- 1881
- 29. November: Hermann Ehrhardt wird als Sohn eines Pfarrers
und dessen Frau in Diersburg (Baden) geboren.
- 1899
- Er tritt in die kaiserliche Marine ein und wird Seekadett.
- 1902
- Er wird Leutnant zur See.
- 1905/06
- Teilnahme an Kämpfen gegen die Hottentotten
in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika.
- Beförderung zum Oberleutnant.
- 1909
- Er wird Kapitänsleutnant.
- 1914-1918
- Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Marineoffizier.
Als Zerstörerkommandant und Flottillenchef leitet er verschiedene
militärische Operationen in der Nord- und Ostsee.
- 1917
- Er wird Korvettenkapitän.
- 1918
- Während der Novemberrevolution bildet er
aus 300 jungen Marineoffizieren einen Stoßtrupp, aus dem
das Freikorps "Brigade Ehrhardt" hervorgeht.
- 1919
- Die "Brigade Ehrhardt" wird im Auftrag der Weimarer
Regierung im Kampf gegen die Münchener Räterepublik
und zur Niederschlagung kommunistischer Aufstände in Mitteldeutschland
eingesetzt.
- 1920
- Unter der Führung von General Walther Freiherr
von Lüttwitz besetzt die Marinebrigade Ehrhardt das Berliner
Regierungsviertel. Damit beginnt der Putsch von Lüttwitz
und Wolfgang Kapp.
- Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wird Ehrhardt kurzzeitig
von General Hans von Seeckt zur Niederschlagung kommunistischer
Aufruhrversuche in das Ruhrgebiet berufen.
- April: Wegen Beteiligung am Putsch ergeht gegen Kapp und Ehrhardt
Haftbefehl. Ehrhardt kann jedoch nach Bayern flüchten und
wird dort nicht verfolgt.
- Ehrhardt läßt sich in München nieder und wandelt
den Teil seiner aufgelösten Brigade, der nicht in die Reichsmarine
überführt wird, in die geheime "Organisation Consul"
(OC) um, den späteren "Wiking-Bund". Die Mitglieder
des "Wiking-Bunds" sind für die Ermordung von
Finanzminister Matthias Erzberger, Außenminister
Walther Rathenau und für zahlreiche andere politische
Morde verantwortlich.
- 1921
- Er veröffentlicht die Schrift "Deutschlands
Zukunft. Aufgaben und Ziele".
- 1922
- Nach der Ermordung Rathenaus entgeht Ehrhardt einer
Festnahme durch Flucht nach Ungarn.
- Mit falschem ungarischem Paß hält sich Ehrhardt zeitweise
in München auf und bereitet Umsturzpläne zum "Marsch
auf Berlin" vor. Er arbeitet jedoch nicht mit Adolf Hitler
zusammen.
- November: Ehrhardt wird in München festgenommen. Es geht
bei den Ermittlungen jedoch nur um seine Teilnahme am Lüttwitz-Kapp-Putsch.
- 1923
- Juli: Ehrhardt gelingt die Flucht aus der Haft nach
Tirol (Österreich). Seitdem tritt er politisch nicht mehr
hervor.
- ab 1931
- Freundschaft mit dem Nationalsozialisten Otto
Strasser. Ehrhardt sympathisiert mit dessen Plänen für
einen nationalen Sozialismus.
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
unterstellt er den "Wiking-Bund" dem Reichsführer
der Schutzstaffel (SS), Heinrich Himmler. Auch im
NS-Regime engagiert sich Ehrhardt nicht mehr politisch.
- 1934
- Juli: Im Zuge der Niederschlagung des sogenannten Röhm-Putsches
wird auch Ehrhardt von den Nationalsozialisten bedroht. Er flieht
deshalb in die Schweiz.
- 1936
- Er übersiedelt nach Österreich und ist in
Krems an der Donau als Landwirt tätig.
- 1944
- Nach dem Attentat vom 20. Juli wird Ehrhardt
vorübergehend verhaftet, da sein Adjutant Mitarbeiter des
Widerstandskämpfers General Wilhelm Canaris gewesen
ist.
- 1945
- Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebt Ehrhardt
weiterhin zurückgezogen als Landwirt in Österreich.
- 1971
- 27. September: Hermann Ehrhardt stirbt in Krems an der
Donau.
(ge)
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