1846-1926
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Rudolf Eucken
Philosoph
- 1846
- 5. Januar: Rudolf Eucken wird als Sohn des Postmeisters
Ammo Becker Eucken und dessen Frau Ida Maria (geb. Gittermann)
in Aurich (Ostfriesland) geboren.
- ab 1863
- Eucken studiert u.a. bei Gustav Teichmüller
(1832-1885) Philosophie, klassische Philologie und alte Geschichte
an der Universität Göttingen.
- ab 1866
- Nach seiner Promotionsschrift "De Aristotelis
dicendi ratione" (Aristoteles' Bemerkungen zur Vernunft)
beschäftigt sich Eucken zunächst auch weiterhin mit
philosophiegeschichtlichen Fragen insbesondere um Aristoteles
(384-322 v.Chr.) und Thomas von Aquin (1224/26-1274).
- 1867-1871
- Er arbeitet als Gymnasiallehrer in Husum, Berlin
und Frankfurt/Main.
- 1871-1874
- Als Nachfolger Teichmüllers ist er Ordinarius
der Philosophie und Pädagogik in Basel. An der Universität
lehren auch Friedrich Nietzsche und Jacob Burckhardt (1818-1897).
- ab 1874
- Er ist Professor für Philosophie an der Universität
Jena. Zu seinen Schülern zählen Max Scheler (1874-1928)
und Leopold Ziegler (1881-1958).
- 1878
- Mit seiner Abhandlung "Geschichte und Kritik der
Grundbegriffe der Gegenwart" wendet sich Eucken der Lebensphilosophie
zu; er wird einer ihrer populärsten Vertreter.
- 1882
- Er heiratet Irene Passow. Aus der Ehe gehen eine Tochter
und zwei Söhne hervor. Sein Sohn Arnold wird Physikochemiker,
sein Sohn Walter Nationalökonom.
- 1907
- Seine "Grundlinien einer neuen Lebensanschauung"
stellen die endgültige Hinwendung zur Ausarbeitung einer
neuen Metaphysik des Geistes dar. Eucken arbeitet an einer Philosophie
der "idealen Weltanschauung", deren Grundzüge er
bereits in den achtziger Jahren entwickelt hat. Er lehnt jede
Form des Intellektualismus in der Philosophie ab und propagiert
einen (nachkantianischen) "neuen Idealismus", den er
"schöpferischen Aktivismus" nennt. Nicht das Individuum,
sondern die gemeinsame schöpferische Lebenskraft aller Menschen
soll aktiviert werden, wobei die Philosophie zu dieser Lebensanschauung
anhalten soll. Er wird damit zum Initiator der neuidealistischen
Bewegung.
- 1908
- Für seine Schriften zur Philosophie der idealen
Weltanschauung erhält Eucken den Nobelpreis für
Literatur.
- 1913/14
- Er ist als Austauschprofessor in den USA.
- 1914-1918
- Auch während des Ersten Weltkriegs
hält er Vorträge und versucht sich so für eine
Vertiefung und Stärkung des nationalen Anliegens einzusetzen.
- 1918
- 26. September: Auf Euckens Anregung wird in Wittenberg
die Luther-Gesellschaft gegründet, deren erster Präsident
er wird. Die Gesellschaft soll seiner Forderung nach einem auf
die substantielle Einheit ausgerichteten, ethisch verwurzelten
Geistesleben, dessen absolute Form er im Göttlichen sieht,
durch Forschung und Bildung nachkommen.
- 1920
- Er läßt sich emeritieren, um sich durch Vortrags-
und literarische Tätigkeit ganz der Arbeit für die seines
Erachtens durch die Katastrophe des Kriegs noch stärker gefährdete
Menschheit widmen zu können.
- Freunde und Schüler von ihm gründen den Eucken-Bund,
der seine aktivistische Lebensphilosophie verbreiten will.
- Eucken wendet sich in seinem Werk "Der Sozialismus und seine
Lebensgestaltung" gegen den Marxismus.
- 1921
- Gemeinsam mit dem chinesischen Philosophen Carsun Chang
(1887-1969) gibt er "Das Lebensproblem in China und Europa"
heraus, das der besseren geistigen Zusammenarbeit der Völker
dienen soll.
- 1926
- 15. September: Rudolf Eucken stirbt in Jena.
(ka)
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