1901-1973
![[Photo: Willy Fritsch, um 1940]](../../../objekte/pict/ph006636/200.jpg)
![[Photo: Willy Fritsch, um 1940]](../../../objekte/pict/ph006635/200.jpg)
![[Plakat: Der Kongreß tanzt, 1931]](../../../objekte/pict/d2a11665/200.jpg)
|

|
Willy Fritsch
Schauspieler
- 1901
- 27. Januar: Willy Fritsch wird in Kattowitz (heute:
Katowice/Polen) als Sohn des Landwirts und Maschinenfabrikanten
Lothar Fritsch und dessen Frau Anni (geb. Bauckmann) geboren.
- 1912
- Umzug nach Berlin.
- 1915-1919
- Nach Abbruch einer Mechanikerlehre bei Siemens
ist Fritsch als Botenjunge und Hilfsschreiber beim Berliner Landgericht
II tätig.
- 1919/20
- Er nimmt Schauspielunterricht und erhält erste
kleinere Rollen am Deutschen Theater.
- 1921
- Erste Filmrolle in "Miß Venus".
- ab 1923
- Unter Vertrag der Universum-Film AG (Ufa)
spielt Fritsch in der Weimarer Republik in rund drei Dutzend
Stumm- und Tonfilmen zumeist den jugendlichen Schalk und charmanten
Liebhaber, unter anderem als Partner von Henny Porten (1890-1960)
in "Mutter und Kind" (1924) oder von Ossi Oswalda (1897-1948)
in "Blitzzug der Liebe" (1925) und "Das Mädchen
mit der Protektion" (1925). Allein in "Die Boxerbraut"
(1926) sowie in den Filmen von Fritz Lang "Spion"
(1928) und "Frau im Mond" (1929) weicht er von diesem
Image ab.
- 1925
- Der auch in den USA erfolgreiche Film "Ein Walzertraum"
macht Fritsch einem breiten Publikum bekannt.
- 1926
- In "Die keusche Susanne" steht er erstmals
mit Lilian Harvey vor der Kamera, mit der Fritsch noch
elf weitere gemeinsame Filme dreht.
- 1929
- Für seinen ersten Tonfilm "Melodie des Herzens"
nimmt Fritsch Gesangsunterricht.
- 1929-1933
- Mit dem Operettenfilm "Liebeswalzer"
(1929) avancieren Fritsch und Harvey zu populären Leinwandstars
und zu dem "Traumpaar des deutschen Films" schlechthin.
Gemeinsam drehen die auch privat Verbundenen Kassenschlager wie
"Hokuspokus" (1930), "Die drei von der Tankstelle"
(1931), "Der Kongreß tanzt" (1931) und "Ein
blonder Traum" (1932). Die in den Filmen gesungenen Lieder
wie "Ein Freund, ein guter Freund" oder "Das gibts
nur einmal, das kommt nie wieder" werden zu bekannten Schlagern.
- ab 1933
- Auch im NS-Regime behält Fritsch zunächst
sein Filmimage als unbekümmerter Charmeur und Frauenschwarm
bei. Wie in der Kleist-Verfilmung "Amphitryon" (1935)
wechselt er jedoch mit zunehmendem Alter immer häufiger ins
Charakterfach.
- Als nationales "Aushängeschild" der Ufa ist Fritsch
mit einer Jahresgage von rund 480.000 Reichsmark einer der bestbezahlten
Schauspieler der Zeit.
- Obwohl er Mitglied in der Nationalsozialistischen Deutschen
Arbeiterpartei (NSDAP) ist, versucht er, sich nicht für
offizielle Propagandazwecke einspannen zu lassen.
- 1937
- Fritsch heiratet die Schauspielerin Ilse Schmidt. Aus
der Ehe gehen zwei Kinder hervor. Sein Sohn Thomas Fritsch (geb.
1944) wird ebenfalls Schauspieler.
- 1938
- An der Seite von Lida Baarova (1914-2000) dreht er den
Historienfilm "Preußische Liebesgeschichte". Aufgrund
der bekannt gewordenen Affäre Baarovas mit Propagandaminister
Joseph Goebbels wird der Film im NS-Regime verboten und
erst 1950 uraufgeführt.
- 1939
- Mit der Komödie "Frau am Steuer" dreht
Fritsch seinen letzten gemeinsamen Film mit Lilian Harvey, bevor
diese nach Frankreich emigriert.
- 1941
- An der Seite von Marika Rökk ist er
in "Frauen sind doch die besseren Diplomaten", dem ersten
großen deutschen Farbfilm, zu sehen.
- 1944
- In "Junge Adler" stellt sich Fritsch als Ausbilder
in einer Flugzeugfabrik ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkriegs
aktiv in den Dienst der NS-Propaganda.
- 1945
- Nach Kriegsende übersiedelt er nach Hamburg.
- 1947
- In "Film ohne Titel" persifliert Fritsch sein
Liebhaber-Image, das er auch aufgrund seines fortgeschrittenen
Alters endgültig ablegt.
- ab 1950
- In seichten Unterhaltungs- und Heimatfilmen wie "Grün
ist die Heide" (1951), "Ferien vom Ich" (1952),
"Am Brunnen vor dem Tore" (1952) oder "Damenwahl"
(1953) gibt er zumeist den Typus des "Gentleman".
- 1953
- Fritsch spielt in der erfolgreichen Liebeskomödie
"Wenn der weiße Flieder wieder blüht" den
Vater von Romy Schneider bei deren Filmdebüt. Das
gleichnamige Lied aus dem Film wird zu einem der bekanntesten
Schlager der Zeit.
- 1963
- Nach dem Tod seiner Frau zieht er sich weitgehend aus
der Öffentlichkeit zurück.
- Seine Autobiographie "... das kommt nicht wieder" erscheint.
- 1964
- In seinem letzten Kinofilm "Das hab' ich von Papa
gelernt" steht er zum ersten Mal mit seinem Sohn Thomas vor
der Kamera.
- 1965
- Fritsch wird mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.
- 1973
- 13. Juli: Willy Fritsch stirbt in Hamburg.
(as)
|