1807-1882
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Giuseppe Garibaldi
Seemann und Revolutionär
- 1807
- 4. Juli: Giuseppe Garibaldi wird als zweiter Sohn des
Seemanns Domenico Garibaldi und seiner Frau Rosa (geb. Raimondo)
im von Frankreich besetzten Nizza (damals eigentlich zu Sardinien-Piemont)
geboren.
- 1822-1833
- Garibaldi verdingt sich als Seemann auf dem Frachter
seines Vaters, zuletzt als Erster Offizier.
- 1833
- Garibaldi lernt in Marseille den Revolutionsführer
Giuseppe Mazzini (1805-1872) kennen und schließt sich dessen
revolutionärer Bewegung "Giovine Italia" (deutsch:
Junges Italien) an.
- Ableistung des Wehrdienstes und Einzug in die königliche
Marine Sardinien-Piemonts.
- 1834
- Februar: Seine Beteiligung an Mazzinis Anschlagsplänen
auf das piemontesische Waffen-Arsenal in Genua wird entdeckt.
Garibaldi entzieht sich der drohenden Verhaftung durch Flucht.
Als er von dem gegen ihn verhängten Todesurteil wegen Hochverrats
erfährt, taucht er unter und begibt sich schließlich
ins Exil nach Südamerika.
- 1835
- In Brasilien knüpft er Kontakt zu weiteren emigrierten
Anhängern der "Giovine Italia".
- Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Handelsschifffahrt und
Viehzucht.
- 1837-1845
- Garibaldi beteiligt sich am Kampf für die
Regierung der separatistischen brasilianischen Provinz Rio Grande
und kommandiert die Marine der aufständischen Provinz.
- 1838
- Garibaldi lernt Ana Maria de Jesus, genannt Anita, kennen,
die er 1846 in Montevideo heiratet. Aus der Beziehung gehen vier
Kinder hervor.
- 1841-1847
- Kommandierender der Flotte des von Parteikämpfen
zerrissenen und von Argentinien bedrohten südamerikanischen
Staates Uruguay.
- Garibaldi stellt bei der Verteidigung Montevideos eine "italienische
Legion" auf, die vor allem aus Anhängern der "Giovine
Italia" besteht und nur wenige hundert Mann stark ist. Mit
dieser Legion übernimmt Garibaldi auch Landkommandos im Kleinkrieg
gegen die überlegenen argentinischen Streitkräfte und
gewinnt etliche Gefechte.
- In Europa wird er bekannt als ein Italiener, "der mit großem
Können und großer Tapferkeit" kämpft; 1846
verleihen ihm italienische Patrioten einen ersten Ehrensäbel.
- 1848
- Als sich in Italien erste revolutionäre und nationale
Bestrebungen ankündigen, schickt Garibaldi zunächst
seine Frau und seine Söhne nach Italien vor.
- 21. Juni: Garibaldi und 60 Angehörige der "italienischen
Legion" erreichen mit ihrem Schiff "Speranza" (deutsch:
Hoffnung) den Hafen von Nizza.
- 26. Juni: Aufruf Garibaldis, dem Königreich Sardinien-Piemont
im Befreiungskrieg gegen Österreich zu folgen.
- Juli: Die provisorische Regierung Mailands ernennt Garibaldi
zum General.
- Oktober: Garibaldi marschiert mit einem Freiwilligenheer auf
Rom.
- 1849
- 30. Juni: Die verfassunggebende Versammlung der Republik
Rom entscheidet sich für die Kapitulation vor den französischen
Truppen und ernennt Garibaldi zum Oberbefehlshaber, der den Kampf
außerhalb Roms fortsetzen will.
- 4. Juli: In einem Auftritt vor den verbliebenen Soldaten, beschwört
Garibaldi den für die Fortsetzung des Kampfes notwendigen
Mut und Patriotismus: "Ich verspreche euch neue Schlachten,
neue Lorbeeren, aber um den Preis höchster Gefahren und härtester
Strapazen. Folge mir, wer Mut besitzt! Folge mir, wer den Glauben
an Italien noch nicht verloren hat." Mit etwa 4.000 Soldaten
beginnt er daraufhin den Marsch durch das unwegsame Mittelitalien,
um an die adriatische Küste und damit in das allein noch
kämpfende Venedig zu gelangen.
- 4. August: Garibaldis schwangere Ehefrau Anita stirbt bei Ravenna
während der gemeinsamen Flucht an die Adria.
- 1849-1854
- Exil in Amerika. Zunächst Arbeit in einer
New Yorker Fabrik, dann als Kapitän an der Westküste
Südamerikas und auf dem Pazifik.
- 1854
- Die piemontesische Regierung Camillo Benso Graf Cavours
ermöglicht Garibaldi die Rückkehr nach Sardinien-Piemont.
Er erwirbt eine Hälfte der vor Sardinien liegenden Insel
Caprera und baut einen Landwirtschaftsbetrieb auf.
- 1857
- Garibaldi gründet die "Partito nazionale"
(deutsch: Nationalpartei), um die Einheit Italiens auf republikanisch-demokratischem
Wege voranzutreiben.
- 1859
- März: Garibaldi erhält das Kommando über
das Alpenjägerkorps in der piemontesischen Armee und leistet
als Generalmajor seinen Eid auf den König. Das Korps besteht
aus drei Regimentern, die nur aus Freiwilligen zusammengestellt
werden. Viele Veteranen der Kämpfe von 1848 befinden sich
darunter. Insgesamt sind es 3.120 Mann.
- 23. April: Im "Turiner Ultimatum" fordert Österreich
vom Königreich Sardinien-Piemont die sofortige Auflösung
der Freiwilligenarmee Garibaldis. Die Regierung Sardinien-Piemonts
lehnt dies ab.
- 23. Mai: Im Krieg gegen Österreich überschreitet Garibaldi
mit seiner Freiwilligenarmee den norditalienischen Fluss Ticino,
die Grenze zur österreichischen Lombardei.
- 1860
- Garibaldi kündigt die Unterstützung Cavours
auf, als er erfährt, dass dieser bereits 1858 im Geheimvertrag
von Plombières seine Heimat Nizza zusammen mit Savoyen
Frankreich als Gegenleistung für die Unterstützung im
Kampf gegen Österreich zugesagt hat.
- 6. Mai: Garibaldi schifft sich mit einem Freiwilligenheer ("Zug
der Tausend") in Genua ein, um das Königreich beider
Sizilien von der Bourbonenherrschaft zu befreien. Bei Calatafami
feiert er seinen ersten militärischen Erfolg. Bis Juli wächst
das Freiwilligenheer auf gut 10.000 Mann an, Anfang September
sind es bereits 50.000.
- 7. September: Nach der Flucht König Franz II. beider Sizilien
(1836-1894), zieht Garibaldi mit seinem Freiwilligenheer triumphierend
in die Stadt Neapel ein.
- 21. Oktober: Die Bevölkerung des Königreichs beider
Sizilien spricht sich in einer Volksabstimmung mit überwältigender
Mehrheit für die Vereinigung mit dem Königreich Sardinien-Piemont
zum Königreich Italien aus. Damit ist die Einigung Italiens
mit Ausnahme Venetiens und des Kirchenstaats vollendet. Am 7.
November ziehen Garibaldi und Viktor Emanuel II. (1820-1878) von
Sardinien-Piemont gemeinsam in Neapel ein.
- 1862
- 29. August: Durch die Niederlage bei Aspromonte gegen
italienische Regierungstruppen scheitert Garibaldi mit seinem
Plan, den Kirchenstaat an das neugegründete Königreich
Italien anzuschließen. Er selbst wird im Kampf schwer verwundet.
- 1867
- Mit einem Freiwilligenheer versucht Garibaldi in einem
wochenlangen Kleinkrieg erneut, den Kirchenstaat zu erobern, wird
aber von den modern ausgerüsteten französischen Schutztruppen
abgewehrt. Enttäuscht und verbittert zieht sich Garibaldi
aus dem aktiven Kampf zurück auf die Insel Caprera.
- 1870
- Nach dem Abzug der französischen Schutztruppen
und dem Sturz Napoleons III. wird Rom von italienischen Truppen
eingenommen.
- Als republikanischer Weltbürger unterstützt Garibaldi
in seinem letzten Feldzug die Republik Frankreich im Deutsch-Französischen
Krieg.
- Nach 1871 verlässt Garibaldi sein Domizil auf Caprera nur
noch selten, empfängt aber zahlreiche Besucher und beteiligt
sich mit Zuschriften an der nationalen Debatte.
- 1882
- 2. Juni: Giuseppe Garibaldi stirbt kurz vor seinem 75.
Geburtstag auf Caprera. Dort wird er auch wenige Tage unter großer
internationaler Anteilnahme beigesetzt.
(db)
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