1875-1955
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Otto Geßler
Jurist, Politiker
- 1875
- 6. Februar: Otto Geßler wird in Ludwigsburg (Württemberg)
als Sohn des katholischen Unteroffiziers Otto Geßler und
dessen Frau Karoline (geb. Späth) geboren.
- 1893-1899
- Er studiert in Erlangen, Tübingen und Leipzig
Rechtswissenschaften.
- 1900
- Geßler schließt das Studium mit der Promotion
ab. Seine Dissertation erscheint unter dem Titel "Die budgetrechtliche
Bedeutung der Staatsausgaben nach bayrischem Staatsrechte".
- Er tritt in den Justizdienst der Stadt Leipzig ein.
- 1902-1904
- Geßler übersiedelt nach München
und arbeitet im bayerischen Justizdienst.
- 1903
- Er heiratet Maria Helmschrott.
- 1905
- In München wird Geßler Gewerberichter am
bayerischen Justizministerium.
- 1905-1910
- Er ist Staatsanwalt in Straubing.
- 1910
- Geßler wird Erster Bürgermeister von Regensburg.
- 1913-1919
- Er ist Oberbürgermeister von Nürnberg.
- 1914-1918
- Geßler nimmt wegen eines Gehfehlers nicht
am Ersten Weltkrieg teil.
- 1918
- In Nürnberg gehört er zu den Mitbegründern
der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Er steht Friedrich
Naumann sehr nahe.
- 1919
- 25. Oktober: Sein Engagement in der neu gegründeten
Partei führt zur Berufung Geßlers zum Reichsminister
für Wiederaufbau im Kabinett von Gustav Bauer.
Geßler ist kein überzeugter Anhänger der Weimarer
Republik, er bezeichnet sich selbst als bloßen "Vernunftsrepublikaner".
- 1920
- 27. März: Nach dem Putsch von
Walther Freiherr von Lüttwitz und Wolfgang Kapp
wird der sozialdemokratische Reichswehrminister Gustav Noske
von seiner eigenen Partei zum Rücktritt gezwungen. Geßler
wird neuer Reichswehrminister.
- 1920-1928
- Trotz vierzehn wechselnder Regierungskoalitionen
behält er diese Position über acht Jahre.
- Geßler sieht seine Aufgabe nicht in der Kontrolle der Reichswehr,
sondern im Bündnis mit der Reichswehrführung, die ihrerseits
die völlige Autonomie der Reichswehr als "Staat im Staat"
fordert. Mit dem Chef der Heeresleitung Hans von Seeckt
hat er maßgeblichen Anteil am Aufbau der Reichswehr zu einer
modernen Armee.
- 1923
- 13. August: Die Große Koalition unter Gustav
Stresemann beendet den passiven Widerstand im Ruhrkampf.
- 26. September: Die bayerische Regierung verhängt aus Protest
gegen die Beendigung des passiven Widerstands den Ausnahmezustand
in Bayern.
- 27. September: Der Reichspräsident Friedrich Ebert
verhängt daraufhin als Gegenmaßnahme den Ausnahmezustand
für das Reichsgebiet. Die vollziehende Gewalt erhält
Reichswehrminister Geßler.
- 8./9. November: Angesichts des Hitler-Putschs überträgt
Geßler die vollziehende Gewalt an den Chef der Heeresleitung
Seeckt.
- 1927
- Januar: Die DDP spricht sich gegen eine Beteiligung
an der Rechtskoalition unter Wilhelm Marx aus. Geßler
tritt aus der DDP aus, um dem Kabinett als Reichswehrminister
weiter angehören zu können.
- 1928
- Januar: Wegen des Vorwurfs finanzieller Unregelmäßigkeiten
in seinem Ministerium im Zusammenhang mit der geheimen Aufrüstung
der Reichswehr muß Geßler als Reichswehrminister zurücktreten.
- 1928-1933
- Er ist Präsident des "Volksbunds deutscher
Kriegsgräberfürsorge" und des "Bunds zur Erneuerung
des Reiches".
- 1931-1933
- Geßler ist Vorsitzender des "Vereins
für das Deutschtum im Ausland".
- ab 1933
- Aus gesundheitlichen Gründen muß er alle
Ämter ruhen lassen.
- 1933-1945
- Während des NS-Regimes lebt Geßler
zurückgezogen.
- 1944
- Oktober: Im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20.
Juli wird er verhaftet. Sein Name taucht in Claus Schenk
Graf von Stauffenbergs Unterlagen auf.
- Geßler wird im Konzentrationslager (KZ) Ravensbrück
interniert. Er überlebt die Lagerhaft.
- 1945-1949
- Geßler ist nach dem Zweiten Weltkrieg
in humanitären Organisationen aktiv.
- 1949
- Er wird Präsident des Bayrischen Roten Kreuzes.
- 1950-1952
- Geßler übernimmt die Präsidentschaft
im Deutschen Roten Kreuz und leitet den Wiederaufbau dieser Organisation.
- 1955
- 24. März: Otto Geßler stirbt in Lindenberg
im Allgäu.
- 1958
- Postum erscheinen seine Memoiren "Reichswehrpolitik
in der Weimarer Zeit".
(mü/as)
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