1901-1945
![[Photo: Joseph und Magda Goebbels, 1937]](../../../objekte/pict/ba108023/200.jpg)
![[Photo: Familie Goebbels auf Schwanenwerder,1937]](../../../objekte/pict/ba108019/200.jpg)
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Magda Goebbels
- 1901
- 11. November: Johanna Maria Magdalena Behrend, genannt
Magda, wird in Berlin als uneheliche Tochter des Ingenieurs Dr.
Oskar Ritschel und des Dienstmädchens Auguste Behrend geboren.
- Ihre Mutter heiratet Ritschel. Dieser legitimiert Magda zunächst
nicht als seine Tochter.
- 1904
- Scheidung der Mutter von Ritschel.
- 1906-1914
- Sie lebt mit ihrem Vater in Brüssel und besucht
das Ursulinenkloster in Vilvoorde.
- Heirat von Auguste Behrend mit dem jüdischen Kaufmann Richard
Friedländer, dessen Namen auch ihre Tochter annimmt. Das
Ehepaar zieht ebenfalls nach Brüssel.
- 1914
- Die Familie erlebt den Einmarsch deutscher Truppen in
Belgien. Um dem Unmut der Belgier gegen Deutsche zu entgehen,
lassen die Friedländers ihr Vermögen in Brüssel
zurück und fliehen nach Berlin, wo ihre Tochter das Kolmorgensche
Gymnasium besucht.
- Scheidung der Mutter von Friedländer.
- 1919-1920
- Besuch des Mädchenpensionats Holzhausen in
Goslar.
- 1920
- Februar: Magda Friedländer lernt den mehr als zwanzig
Jahre älteren Großindustriellen Günther Quandt
kennen, der zu diesem Zeitpunkt als einer der reichsten Männer
Deutschlands gilt.
- 15. Juli: Sie wird auf Ritschels Antrag zu seiner ehelichen Tochter
erklärt.
- 28. Juli: Verlobung mit Quandt, auf dessen Wunsch sie vom katholischen
zum protestantischen Glauben übertritt.
- 1921
- 4. Januar: Heirat mit Quandt. Aus einer vorigen Ehe
hat Quandt zwei Söhne, die nur wenig jünger als seine
zweite Ehefrau sind. Während dieser Ehe ist Magda Quandt
neben ihrem Sohn für weitere fünf Kinder verantwortlich,
da ihr Mann drei Kinder eines verunglückten Geschäftsfreundes
in sein Haus aufnimmt.
- 1921
- November: Geburt ihres gemeinsamen Sohns Harald.
- 1929
- Sommer: Scheidung von Quandt. Durch eine großzügige
Apanage kann sie ein sorgenfreies, großbürgerliches
Leben führen. Magda Quandt hat eine Beziehung zu dem linken
Zionistenführer Chaim Vitaly Arlosoroff (1899-1933), die
möglicherweise auch der Grund für ihre Scheidung ist.
- 1930
- Sommer: Eintritt in die Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei (NSDAP), mutmaßlich unter dem Einfluss
einer Rede von Joseph Goebbels. Quandt wird Frauenschaftsleiterin
der Ortsgruppe Berlin-Westend. Kurz darauf meldet sie sich in
der Berliner NSDAP-Parteizentrale und wird dem Sekretariat zugeteilt.
Joseph Goebbels, zu dieser Zeit Gauleiter von Berlin, macht sie
wenig später zur Betreuerin seines Privatarchivs. Im Rahmen
dieser Tätigkeit sammelt sie Zeitungsartikel aus dem In-
und Ausland.
- 1931
- 19. Dezember: Heirat mit Goebbels. Aus der Ehe gehen
sechs Kinder hervor. Als einer der Trauzeugen fungiert Adolf
Hitler, mit dem Magda Goebbels seit ihrer ersten Begegnung
eine besondere Beziehung verbindet. Ihre Wohnung am Berliner Reichskanzlerplatz
fungiert vor und während der Machtübernahme als
inoffizieller Treffpunkt nationalsozialistischer Größen.
- Auf Veranlassung von Joseph Goebbels legt seine Schwiegermutter
den Namen ihres zweiten Ehemanns Friedländer ab.
- 1933-1945
- Neben Emmy Göring (1893-1973) gilt Goebbels
als ranghöchste Frau der nationalsozialistischen Gesellschaft.
Ihre Ehe wird von der NS-Propaganda als mustergültig dargestellt.
Auch ihr Mann nutzt seine Frau und seine Kinder häufig zur
Propagierung des nationalsozialistischen Familienbildes,
in dem sie zur Übermutter stilisiert wird. Da Hitler bis
1945 unverheiratet bleibt, nimmt Magda Goebbels die Rolle der
ersten Frau im Staate ein und repräsentiert das "Dritte
Reich" bei Empfängen, Bällen und Staatsbesuchen.
Trotz ihres hohen Bildungsniveaus und ihrer gesellschaftlichen
Gewandtheit richtet sie ihr Leben aus Überzeugung nach dem
nationalsozialistischen Weltbild und meldet sich in der Öffentlichkeit
nur selten zu Wort.
- 1938
- Goebbels erhält als erste Frau das "Ehrenkreuz
der deutschen Mutter", eine von Hitler gestiftete Auszeichnung
in drei Stufen für die Geburt von mindestens vier, sechs
bzw. acht gesunden und rein "arischen" Kindern. Doch
anders als propagiert, übernehmen meist Kindermädchen
die Rolle der Erziehung der Goebbels-Kinder, während die
Mutter wochenlang nicht zu Hause ist. Auch die Kinder dienen der
NS-Propaganda, indem ihr Leben verfilmt wird und sie als rein
"arische" Kinder Bildern von behinderten Kindern gegenübergestellt
werden.
- August: Nachdem ihr Mann ihr gestanden hatte, dass er die tschechische
Schauspielerin Lida Baarova (1914-2000) liebe, will Goebbels sich
von ihm trennen. Zuvor hatte sie für seine zahlreichen Affären
Verständnis gezeigt. Ihr Plan scheitert aber am Veto Hitlers,
der eine Scheidung des nationalsozialistischen Vorzeigepaars nicht
zulassen will.
- 1939
- Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs macht sie
zu Propagandazwecken eine Ausbildung zur Rotkreuzschwester und
pflegt zweimal wöchentlich Verwundete.
- 1942
- Höhepunkt der Familienpropaganda: Die Kinder der
Goebbels sind 34 Mal in der Wochenschau zu sehen.
- 1945
- 22. April: Die gesamte Familie Goebbels begibt sich
in den Führerbunker nahe der Neuen Reichskanzlei, um an der
Seite Hitlers zu sein. Kurz vor seinem Selbstmord überreicht
Hitler seiner Bewunderin und fanatischen Anhängerin sein
goldenes Parteiabzeichen.
- 1. Mai: Goebbels lässt ihre sechs Kinder durch den SS-Arzt
Helmut Kunz betäuben und wahrscheinlich durch die Verabreichung
von Blausäure durch Hitlers SS-Begleitarzt Ludwig Stumpfegger
(1910-1945) töten. Das Aufwachsen der Kinder in einem anderen
als dem nationalsozialistischen Staat ist für sie nicht vorstellbar,
wie sie in einem Brief an ihren Sohn aus erster Ehe festhält.
Nach der Ermordung ihrer Kinder begeht Magda Goebbels gemeinsam
mit ihrem Mann Selbstmord. Die Leichen werden auf beider Wunsch
hin verbrannt.
(sl/wö)
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