1895-1972
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Otto Griebel
Maler
- 1895
- 31. März: Otto Griebel wird in Meerane (Sachsen)
als Sohn des Tapeziermeisters Bruno Griebel geboren.
- 1909
- Nach Abschluß seiner Schulausbildung wird Griebel
Lehrling bei einem Dekorationsmaler, beginnt aber bald darauf
ein Studium an der Königlichen Zeichenschule in Dresden,
wo er Otto Dix kennenlernt.
- 1911
- Griebel wechselt an die Kunstgewerbeschule Dresden und
widmet sich dem Studium der Glasmalerei. Seine ersten Ölbilder
entstehen.
- 1912
- Er zeichnet für die Sozialdemokratische Partei
Deutschlands (SPD).
- 1912/13
- Griebel unternimmt ausgiebige Wanderungen durch Süddeutschland,
Österreich und die Schweiz.
- 1915-1918
- Im Ersten Weltkrieg wird er an der Ost-
und Westfront eingesetzt und trifft auch Dix als Soldaten wieder.
Nach einer schweren Verwundung gegen Ende des Kriegs kommt er
in ein Lazarett in Karlsruhe.
- 1918/19
- Während der Novemberrevolution ist er
im Dresdner Soldatenrat aktiv.
- 1919
- Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands
(KPD) und in die "Novembergruppe", welche die Impulse
der Revolution in die Kunst übernehmen will.
- Erste Beteiligung an einer Ausstellung in Dresden.
- Griebel wird Meisterschüler an der Dresdner Akademie und
richtet sich ein eigenes Atelier ein.
- 1919/20
- In der Dada-Gruppe arbeitet er mit Dix, George
Grosz und John Heartfield zusammen.
- 1920
- Griebel beteiligt sich am kommunistischen Kampf gegen
den Putsch von Walther von Lüttwitz und Wolfgang
Kapp.
- 1921
- Teilnahme am Aufstand in Mitteldeutschland, wo
er Flugblätter, Plakate und Pressezeichnungen für die
KPD schafft.
- Freundschaft mit Heinrich Zille.
- 1922
- Die Zeichnung "Ein Stück europäischer
Kulturaufschnitt" entsteht.
- 1924
- Griebel ist Mitbegründer der "Roten Gruppe"
in Dresden.
- Nach einer Gemeinschaftsausstellung in Moskau kaufen mehrere
sowjetische Museen Bilder von ihm an.
- 1924-1933
- Als Mitglied in der Dresdner Secession ist
er an zahlreichen Ausstellungen in ganz Deutschland beteiligt.
- 1925
- Heirat mit Grete Kliemann.
- Freundschaft mit Joachim Ringelnatz.
- 1926
- Griebel nimmt an der Internationalen Kunstausstellung
in Dresden teil.
- 1928-1930
- Arbeit am Ölgemälde "Die Internationale".
- 1929
- Gründungsmitglied der Dresdner "Asso-Gruppe"
(Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands).
Er arbeitet außerdem für mehrere Organe der Arbeiterbewegung.
- 1931
- Mitbegründer der "Neuen Dresdner Sezession".
- 1932
- Griebel zeichnet für die Wahlkampagne der KPD.
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
ist Griebel den Schikanen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo)
ausgesetzt: Er wird verhaftet, sein Haus wird durchsucht, Werke
von ihm werden beschlagnahmt. Zudem wird er in der Ausstellung
"Spiegelbilder des Verfalls in der Kunst" diffamiert.
- 1934-1938
- Künstlerischer Mitarbeiter am Hygienemuseum
in Dresden.
- 1937
- Für die Ausstellung "Entartete Kunst"
werden mehrere von Griebels Bildern aus Museen entfernt.
- 1939
- Die beschlagnahmten Bilder werden verbrannt.
- Griebel wird zum Militärdienst im Zweiten Weltkrieg
einberufen.
- 1940
- Entlassung aus der Wehrmacht.
- 1941-1943
- Er arbeitet als Ausstellungsgestalter in Krakau
(Polen).
- 1944
- Griebel verpflichtet sich zum Zivildienst im "Generalgouvernement".
- 1945
- Nach seiner Entlassung flieht er vor der anrückenden
Roten Armee nach Dresden, wo er durch den alliierten Bombenangriff
seine Wohnung, sein Atelier und den Großteil seiner Werke
verliert.
- Nach Kriegsende arbeitet Griebel für die Sowjetische
Militäradministration in Deutschland (SMAD).
- 1948-1953
- Als Kunsterzieher lehrt er an der Kreuzschule in
Dresden.
- 1953-1960
- Studiendirektor und Dozent an der Arbeiter- und
Bauernfakultät (ABF) der Hochschule für Bildende Künste
Dresden.
- 1965
- Erste umfassende Ausstellung seiner Werke in Dresden.
- 1966-1971
- Griebel ist an zahlreichen Ausstellungen beteiligt,
u.a. in Hamburg, Budapest, Mailand und Prag. Aufgrund von Krankheit
ist er an der Atelierarbeit gehindert.
- 1972
- 7. März: Otto Griebel stirbt in Dresden.
(mw)
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