1867-1939
![[Photo: Wilhelm Groener (handsigniert), um 1929]](../../../objekte/pict/d2940003/200.jpg)
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Wilhelm Groener
Militär
- 1867
- 22. November: Wilhelm Groener wird in Ludwigsburg (Württemberg)
als Sohn des Regimentszahlmeisters Karl Eduard Groener und dessen
Frau Auguste (geb. Boleg) geboren.
- 1884
- Nach dem Besuch der Gymnasien in Ulm und Ludwigsburg
tritt Groener in die württembergische Armee ein.
- 1890
- Beförderung zum Bataillonsadjutant.
- 1893-1896
- Besuch der Kriegsakademie in Berlin.
- 1899
- Groener wird als Hauptmann in den Großen Generalstab
berufen. Dort arbeitet er für die Eisenbahnabteilung.
- Heirat mit Helene Geyer, mit der er eine Tochter hat.
- 1902-1904
- Kompaniechef in Metz.
- 1910
- Als Bataillonskommandeur übernimmt er ein Infanterieregiment
in Stuttgart.
- 1912
- Groener übernimmt die Leitung der Eisenbahnabteilung
im Großen Generalstab. Seine Planungen für den Ausbau
des Schienennetzes und für die Aufmarschrouten sind wesentlich
vom Schlieffen-Plan geprägt.
- 1914
- Der reibungslose Aufmarsch des Millionenheers im
Ersten
Weltkrieg und der zunehmende Einsatz der Eisenbahn als Operationsmittel
steigern das Ansehen Groeners. Er erhält zahlreiche Ehrungen.
- 1915
- Ernennung zum Generalmajor.
- 1916
- Mai: Aufgrund seiner Organisationsfähigkeiten wird
er in das neu geschaffene Kriegsernährungsministerium berufen,
wo er für die Getreidezufuhr aus Rumänien verantwortlich
ist.
- November: Als Generalleutnant wird er Chef des Kriegsamtes und
Stellvertreter des preußischen Kriegsministers. Gemeinsam
mit Erich Ludendorff arbeitet er die Vorlage für das
Hilfsdienstgesetz aus.
- 1917
- August: Aufgrund von Auseinandersetzungen mit der 3.
Obersten Heeresleitung (OHL), vor allem um die Durchführung
des Hilfsdienstgesetzes, wird er als Leiter des Kriegsamtes abberufen
und als Generalstabschef in die Ukraine versetzt.
- 1918
- Oktober: Nach dem Rücktritt Ludendorffs wird Groener
zu dessen Nachfolger als Erster Generalquartiermeister berufen.
Er organisiert den Rückzug und die Demobilisierung der Armee
und kann sich auf die Autorität von Generalfeldmarschall
Paul von Hindenburg stützen.
- 9. November: Groener befürwortet die Annahme der Waffenstillstandsbedingungen
und setzt sich für die Abdankung Wilhelms II. ein,
um so die Monarchie in Deutschland zu retten. Die Forderung Wilhelms
II., die Revolution mit Hilfe der Armee niederzuschlagen, lehnt
Groener mit der Begründung ab, daß die Truppen nicht
mehr hinter dem Kaiser stünden.
- 10. November: Groener schließt mit dem neuen Reichskanzler
Friedrich Ebert ein Bündnis, den sogenannten Ebert-Groener-Pakt:
Die Autonomie der militärischen Führung bleibt gewahrt,
und im Gegenzug wird der Rat der Volksbeauftragten gegen
Angriffe der Linksradikalen geschützt.
- 14. November: Zur Sicherung der Ostgrenzen wird das Hauptquartier
der OHL nach Kolberg verlegt.
- 1919
- 23. Juni: Groener plädiert für die Annahme
des Versailler Vertrags, weil er im Falle einer Wiederaufnahme
der Kämpfe um die Einheit des Reichs fürchtet.
- 25. Juni: Nach dem Rücktritt Hindenburgs übernimmt
Groener die Führung des Hauptquartiers in Kolberg.
- 30. September: Gegen den Wunsch Eberts nimmt Groener seinen Abschied
aus der Armee, da er aufgrund seines Bündnisses mit Ebert
das Vertrauen vieler Offiziere verloren hat.
- 1920
- Als Parteiloser übernimmt er auf Drängen Eberts
das Reichsverkehrsministerium. Er leitet vor allem den Wiederaufbau
der Reichsbahn ein.
- 1923
- Nach dem Rücktritt des Kabinetts von Wilhelm
Cuno zieht Groener sich aus der Politik zurück und verfaßt
militärische und politische Abhandlungen.
- 1926
- Tod seiner Ehefrau.
- 1928
- Reichspräsident Hindenburg beruft Groener zum neuen
Reichswehrminister. Neben dem Ausbau der Reichswehr bemüht
Groener sich, diese auch stärker in die Weimarer Republik
zu integrieren.
- 1930
- Heirat mit Ruth Naeher. Diese zweite Ehe trägt
zum persönlichen Vertrauensverlust auf seiten Hindenburgs
bei.
- 1931
- In der Regierung von Heinrich Brüning übernimmt
Groener zusätzlich das Innenministerium. Er soll gegen die
stärker werdende Sturmabteilung (SA) der Nationalsozialistischen
Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) vorgehen und so die innenpolitische
Spannung in Deutschland mindern.
- 1932
- April: Auf Druck mehrerer Länder verhängt
er ein Verbot von SA und Schutzstaffel (SS). Der ihm im
Reichswehrministerium unterstellte Kurt von Schleicher
will mit den beiden Formationen jedoch eine Zusammenarbeit erreichen.
Für diesen Zweck arbeitet er bei Hindenburg auf eine Ablösung
Groeners hin und nimmt Kontakt zu den Nationalsozialisten auf.
- Mai: Auf Drängen Schleichers legt Groener seine Ämter
als Reichswehr- und Innenminister nieder und zieht sich aus der
Politik zurück.
- 1934
- Umzug nach Bornstedt (bei Potsdam), wo er seine "Lebenserinnerungen"
verfaßt.
- 1939
- 15. September: Wilhelm Groener stirbt in Bornstedt.
(mw)
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