1863-1919
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![[Postkarte: Hugo Haase, 1918]](../../../objekte/pict/96001621/200.jpg)
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Hugo Haase
Politiker, Rechtsanwalt
- 1863
- 29. September: Hugo Haase wird in Allenstein (Ostpreußen)
als Sohn eines Schuhmachers geboren.
- 1887
- Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Königsberg
tritt er der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (SPD) bei.
- 1888
- Haase eröffnet eine Anwaltskanzlei in Königsberg.
Er ist der einzige sozialdemokratische Rechtsanwalt in Ostpreußen
und verteidigt vor allem Arbeiter, Bauern und sozialdemokratische
Funktionäre.
- 1894
- Erster sozialdemokratischer Stadtverordneter im Königsberger
Parlament.
- 1897-1907
- Mitglied der SPD-Fraktion im Reichstag.
- 1904
- Haase wird als politischer Strafverteidiger bekannt.
Im sogenannten Königsberger Geheimbundprozeß verhilft
er u.a. dem späteren preußischen Ministerpräsidenten
Otto Braun (SPD) zum Freispruch.
- 1907
- Haase verteidigt Karl Liebknecht (SPD), der nach
Veröffentlichung seiner Programmschrift "Militarismus
und Antimilitarismus" wegen Hochverrats angeklagt ist.
- 1911
- Haase wird neben August Bebel zum Parteivorsitzenden
der SPD gewählt.
- 1912-1919
- Mitglied des Reichstags.
- 1913
- Nach Bebels Tod leitet er mit Friedrich Ebert
die Partei und übernimmt mit Philipp Scheidemann den
Vorsitz der Fraktion.
- 1914
- In den Tagen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs
lenkt Haase viele Protestkundgebungen der Partei und verfaßt
Aufrufe gegen den drohenden Krieg.
- 4. August: Entgegen seiner pazifistischen Überzeugung folgt
er der Parteidisziplin und stimmt für die Bewilligung der Kriegskredite.
- 1915
- Juni: Als Mitunterzeichner des Manifests "Gebot
der Stunde" wendet sich Haase offen gegen die Kriegsziele
der Reichsregierung.
- 1916
- März: Haase und weitere 18 Abgeordnete der SPD
stimmen gegen den "Notetat" der Reichsregierung. Er
legt auf Drängen der SPD den Vorsitz der Partei nieder und
gründet die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft (SAG).
- 1917
- April: Mitbegründer der Unabhängigen Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (USPD), die sich von der Mehrheits-SPD
abspaltet.
- 1918
- November: Als Vorsitzender der USPD wird er Mitglied
des aus USPD- und MSPD-Vertretern gebildeten Rats der Volksbeauftragten.
Mit diesem Schritt wendet er sich gegen den radikalen Flügel
seiner Partei, der die Einführung einer Regierung von Arbeiter-
und Soldatenräten nach russischem Vorbild anstrebt.
- Dezember: Nach den "Berliner Weihnachtsunruhen" tritt
er aus dem Rat der Volksbeauftragten aus.
- 1919
- Nach der Gründung der Kommunistischen Partei
Deutschlands (KPD) tritt Haase für eine Wiedervereinigung
von USPD und MSPD ein.
- 8. Oktober: Bei einem Attentat eines Geisteskranken wird er schwer
verwundet.
- 7. November: Hugo Haase erliegt seinen Verletzungen.
(lw)
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