1861-1927
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Maximilian Harden
Publizist
- 1861
- 20. Oktober: Maximilian Harden (eigtl. Maximilian
Witkowski) wird in Berlin als Sohn eines jüdischen Seidenhändlers
geboren.
- 1874
- Auf Anordnung seines Vaters muß Harden die Gymnasialausbildung
abbrechen, um eine Kaufmannslehre aufzunehmen. Er flieht daraufhin
zu seiner in Trennung lebenden Mutter.
- 1874-1884
- Harden nimmt eine Schauspielerausbildung auf und
schließt sich einer Wandertruppe an, mit der er an verschiedenen
Theatern in Deutschland gastiert.
- 1878
- Er konvertiert zum Protestantismus.
- ab 1884
- Als Journalist tätig, arbeitet Harden zunächst
als Theaterkritiker für in- und ausländische Zeitungen.
Zahlreiche Aufsätze über Politik und geistiges Leben
in seiner Zeit, die unter dem Pseudonym "Apostata" in
der Zeitschrift "Gegenwart" erscheinen, machen ihn bekannt.
- 1889
- Als Befürworter des modernen europäischen
Theaters ist Harden ein Mitbegründer des Theatervereins "Freie
Bühne" in Berlin und wirkt als Berater von Max Reinhardt
an der Errichtung des Deutschen Theaters mit.
- 1892
- Harden gründet die politische Wochenzeitschrift
"Die Zukunft", die zu einem der einflußreichsten
publizistischen Organe im Kaiserreich wird. Als Herausgeber und
leitender Redakteur veröffentlicht Harden in der Folgezeit
zahlreiche politische und literarische Essays. Als anfänglich
konservativer Monarchist und Bismarck-Verehrer entwickelt sich
Harden zu einem scharfen Kritiker der Politik Kaiser
Wilhlems II.
- 1896
- Harden veröffentlicht die Aufsatzsammlung "Literatur
und Theater".
- 1906-1909
- In einer Artikelserie diskreditiert Harden das
Umfeld des Kaisers als moralisch verwerflich. Er bezichtigt
Fürst
Philipp von Eulenburg der Homosexualität und des Meineids
und wirft ihm unheilvollen politischen Einfluß vor. Daraufhin
kommt es zu drei aufsehenerregenden Prozessen gegen den engen
Berater des Kaisers. Auch wenn eine Verurteilung Eulenburgs ausbleibt,
erschüttert die Affäre das Ansehen des Kaisers und des
Hofes.
- 1908
- Infolge der Daily-Telegraph-Affäre fordert
Harden die Abdankung des Kaisers und die verfassungsrechtliche
Einschränkung der monarchischen Kompetenzen.
- 1910
- Veröffentlichung der Porträtsammlung "Köpfe".
Bis 1924 erscheinen drei weitere Bände.
- 1914-1918
- Im Ersten Weltkrieg fordert Harden, der
schon länger ein Verfechter deutscher Weltpolitik ist, zunächst
einen Siegfrieden. Im Verlauf des Kriegs verurteilt er jedoch
Annexionsziele. Mit Nachdruck setzt sich Harden für politische
und soziale Reformen im Reich ein.
- 1918
- Der Essayband "Krieg und Frieden" erscheint.
Harden wird dafür mit dem Strindbergpreis ausgezeichnet.
- 1918-1922
- Harden, der radikal-sozialistische Positionen bezieht,
nimmt eine kritische und widerspruchsvolle Haltung zur Weimarer
Republik ein. Seine Zeitschrift, die "Zukunft",
hat jedoch nicht mehr den politischen Einfluß wie vor 1914.
- 1919
- Harden heiratet seine Lebensgefährtin Selma Aaron.
- 1922
- Kurz nach der Ermordung seines Freundes, des deutschen
Außenministers Walther Rathenau, wird auch auf Harden
von rechtsradikalen Kreisen ein Attentat verübt, das er schwer
verletzt überlebt. Er stellt daraufhin seine Zeitschrift
ein und zieht sich aus dem politischen Leben zurück.
- 1923
- Übersiedlung in die Schweiz.
- 1927
- 30. Oktober: Maximilian Harden stirbt in Montana-Vermala
(Kanton Wallis).
(ge)
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