1857-1894

[Photo: Heinrich Rudolf Hertz, 1864]



Heinrich Hertz

Physiker



1857
22. Februar: Heinrich Rudolf Hertz wird als Sohn des Juristen und Hamburger Senators Gustav Hertz und dessen Frau Anna Elisabeth (geb. Pfefferkorn) in Hamburg geboren.

1875
Abitur am Hamburger humanistischen Gymnasium Johanneum.

1875/76
Einjähriges Praktikum in einem Baubüro in Frankfurt am Main.

1876
Aufnahme eines Bauingenieurstudiums am Dresdner Polytechnikum. Er konzentriert sich jedoch schon früh auf die Erforschung naturwissenschaftlicher Phänomene.

1876/77
Militärdienst in Berlin.

1877
Hertz entscheidet sich gegen sein ursprüngliches Berufsziel und nimmt das Studium der Naturwissenschaften an der Universität in München auf.

1878
Wechsel nach Berlin. Er studiert dort bei den bekannten Physikern Hermann von Helmholtz (1821-1894) und Gustav Robert Kirchhoff (1824-1887).

1880
Hertz wird bei Helmholtz mit der Schrift "Über die Induktion rotierender Kugeln" promoviert. Im Anschluss arbeitet er als Assistent am physikalischen Institut in Berlin, das von seinem Doktorvater geleitet wird. Er beschäftigt sich vor allem mit Fragen der Elektrodynamik, Mechanik und Meteorologie.

1883
Wechsel an die Christian-Albrechts-Universität Kiel. Nach der Habilitation mit der Arbeit "Versuche über die Glimmentladung", die er bereits in Berlin fertig gestellt hatte, wird er Privatdozent für mathematische Physik.

1885-1889
Berufung auf den Lehrstuhl für Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe in als Nachfolger des späteren Nobelpreisträgers für Physik, Karl Ferdinand Braun (1850-1918). In Karlsruhe hat er alle experimentellen Möglichkeiten, die er für seine Erforschungen benötigt. In dieser Zeit widmet er sich intensiv der physikalischen Grundlagenforschung. Hauptsächlich beschäftigt er sich mit der Analyse elektromagnetischer Wellen.

1886
13. November: Es gelingt ihm erstmals im freien Raum eine elektromagnetische Welle von einem Sender zu einem Empfänger zu übertragen und bestätigt damit experimentell die theoretischen Annahmen des schottischen Physikers James Clerk Maxwells (1831-1879).
Hochzeit mit Elisabeth Doll. Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor.

1887
Entdeckung des Photoeffekts, der zeigt, dass sich Licht in bestimmten Situationen wie ein Teilchenstrom und nicht, wie bisher angenommen wurde, ausschließlich wie ein Wellenstrom verhält.
Seine Untersuchungen werden von seinem früheren Assistenten Willhelm Hallwachs (1859-1922) weitergeführt und spielten eine wichtige Rolle in der Lichtquantenhypothese Albert Einsteins.

1887/88
Es gelingt ihm der Nachweis, dass sich elektromagnetische Wellen wie Licht im Raum ausbreiten und verhalten.

1889
Auf der Grundlage der Forschungen von Hertz nimmt Ferdinand Braun als erster eine Anlage für die drahtlose Telegrafie in Betrieb. Die Erkenntnisse des Hamburger Physikers sind auch Ausgangspunkt für die Entwicklung des Hörfunks und des Fernsehens.

1889
Ruf an die Rheinische Friedrich-Willhelms-Universität in Bonn.

1892
Er entdeckt, dass schnell fliegende Elektronen (Kathodenstrahlen) dünne Metallschichten durchdringen können. Hertz schließt daraus, dass auch härteste Materie von bestimmten Wellen durchdrungen werden kann. Seine Entdeckung ermöglicht es seinem früheren Assistenten Philipp Lenard (1862-1947) die Kathodenstrahlen näher zu erklären.
Es gelingt ihm, die physikalische Einheit der "Härte" theoretisch zu bestimmen.

1894
1. Januar: Heinrich Hertz stirbt an den Folgen einer Blutvergiftung in Bonn.
Posthum erscheint seine Schrift "Prinzipien der Mechanik".
Zur Ehrung seiner Verdienste wurde im Internationalen Einheitssystem die physikalische Einheit der Frequenz (Schwingungen pro Sekunde) nach ihm benannt.

(swe)

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