1860-1904
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Theodor Herzl
Schriftsteller, Politiker
- 1860
- 2. Mai: Theodor Herzl wird als Sohn des jüdischen
Kaufmanns Jacob Herzl und dessen jüdischer Ehefrau Jeanette
(geb. Diamant) in Budapest geboren.
- ab 1878
- Jurastudium in Wien.
- 1881-1883
- Er ist Mitglied der deutschnationalen Verbindung
"Albia", die er wegen antisemitischer Ausschreitungen
verläßt.
- 1884
- Promotion in Jura.
- 1889
- Heirat mit Julie Naschauer. Aus der Ehe gehen zwei Töchter
und ein Sohn hervor.
- 1891-1895
- Korrespondent der Wiener "Neuen Freien Presse"
in Paris.
- Zu Beginn seines Aufenthalts in Frankreich begreift Herzl den
Antisemitismus noch als ein soziales Problem, dem am wirkungsvollsten
durch die Assimilation der Juden zu begegnen sei. Er wird jedoch
ähnlich wie in seinem Heimatland Österreich mit dem
antisemitischen Klima in nahezu allen Lebensbereichen konfrontiert
und nähert sich der Forderung nach einem Zusammenschluß
der jüdischen Opposition an.
- 1894
- Der Prozeß gegen den jüdischen Offizier Alfred
Dreyfus führt zu antisemitischen Ausschreitungen in Frankreich.
Unter dem Eindruck der "Dreyfus-Affäre" entwickelt
Herzl die Idee einer organisierten Emigration der Juden in einen
eigenständigen Staat.
- 1896
- Er wird Redakteur des renommierten Feuilletons der "Neuen
Freien Presse" in Wien.
- Mit seiner Veröffentlichung "Der Judenstaat" wird
Herzl zum Initiator des politischen Zionismus. Bei der Niederschrift
hat er keine Kenntnis von der bereits existierenden zionistischen
Bewegung in Osteuropa, die sich auch in Reaktion auf die zunehmenden
Pogrome gebildet hat. Erst durch Herzls Publikation findet die
Idee eines selbständigen jüdischen Staats internationale
Anerkennung.
- 1897
- 26.-29. August: Herzl veranstaltet in Basel den ersten
Zionistischen Weltkongreß mit etwa 200 Delegierten. Auf
der Tagung wird das "Basler Programm" beschlossen, das
die "Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten
Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina"
fordert.
- Herzl wird zum ersten Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation
gewählt.
- Publikation seines Theaterstücks "Das
neue Ghetto".
- Herzl gibt in Wien die Monatszeitschrift "Die Welt"
als Organ der zionistischen Bewegung heraus.
- 1898
- Herzl plant, mittels der Fürsprache der Großmächte
den Sultan Abd ül-Hamid II. (1876-1909) zu einer Zusage für
ein autonomes Gebiet im Rahmen des Osmanischen Reichs zu bewegen.
Kaiser Wilhelm II. verweigert ihm jedoch während seiner
Orient-Reise die Unterstützung.
- 1899
- Herzl gründet den "Jewish Colonial Trust"
zum Ankauf von Land in Palästina.
- Der britische Kolonialminister Joseph Chamberlain (1836-1914)
bietet Herzl ein Gebiet in Ostafrika für eine eigenständige
jüdische Siedlung an. Das Vorhaben scheitert an der ungeeigneten
Beschaffenheit des Landes und an der Mehrheit der Zionisten, die
kein anderes Gebiet als Palästina in Betracht zieht.
- 1900
- Publikation der "Philosophischen Erzählungen".
- 1900-1902
- Herzl bittet erfolglos Papst Pius X. (1835-1914)
und König Viktor Emanuel III. von Italien um die Unterstützung
seiner Pläne.
- 1902
- In seinem Roman "Altneuland" entwirft Herzl
eine mögliche politisch-soziale Ordnung eines selbständigen
jüdischen Staats in Palästina.
- 1904
- 3. Juli: Theodor Herzl stirbt an einem Herzleiden in
Edlach an der Rach (Österreich).
- 1904/05
- Die "Zionistischen Schriften" und "Tagebücher"
erscheinen postum.
- 1949
- Herzl wird in den 1948 gegründeten Staat Israel
überführt und auf einem nach ihm benannten Berg westlich
von Jerusalem beigesetzt.
(se)
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