1895-1963
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Paul Hindemith
Komponist, Musiker
- 1895
- 16. November: Paul Hindemith wird als Sohn des Anstreichers
Rudolf Hindemith und dessen Frau Sofie (geb. Warnecke) in Hanau
geboren.
- 1905
- Umzug der Familie in das benachbarte Frankfurt/Main.
- 1908
- Hindemith, der seit seinem 9. Lebensjahr privaten Musikunterricht
erhalten hat, wird auf Empfehlung seines Violinlehrers Adolph
Rebner (1876-1967) in das Hochsche Konservatorium in Frankfurt
aufgenommen.
- 1912-1914
- Neben dem Violinenunterricht erfolgt unter Arnold
Ludwig Mendelssohn (1855-1933), später unter Bernhard Sekles
(1872-1934) eine Komponistenausbildung am Konservatorium.
- 1915-1923
- Hindemith hat die Stelle des Konzertmeisters am
Frankfurter Opernhaus inne. Daneben spielt er im Kammerorchester
und im Quartett Rebner.
- 1917
- Als Höhepunkt seines Jugendwerks gelten die in
diesem Jahr geschaffenen "Drei Gesänge für Sopran
und großes Orchester" op. 9.
- 1921-1926
- Bei der "Donaueschinger Kammermusik-Aufführung
zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst" werden
seine Kompositionen wie das "Streichquartett" op. 22,
die "Kammermusik Nr. 1" op. 24a und die "Junge
Magd" op. 23 Nr. 2 zur Uraufführung gebracht. Spektakuläre
Aufführungen exzentrischer Stücke wie "Mörder,
Hoffnung der Frauen" op. 12 mit Texten von Oskar Kokoschka
oder "Das Nuschi-Nuschi" op. 20, eines Spiels für
birmanesische Marionetten, sprengen den Rahmen der konventionell-bürgerlichen
Oper. Hindemith bestimmt so die zeitgenössische Musikentwicklung
in Deutschland maßgeblich.
- 1922-1929
- Hindemith spielt die Bratsche im international
angesehenen Amar-Quartett.
- 1923
- Er wird Mitglied des Programmausschusses der "Donaueschinger
Kammermusiktage".
- 1924
- Heirat mit der Musikerin Gertrud von Rottenberg.
- 1926
- Die Oper "Cardillac" kommt zur Aufführung.
- 1927
- Hindemith wird als Kompositionslehrer an die Berliner
Hochschule für Musik berufen.
- 1931
- Uraufführung seines in Zusammenarbeit mit Gottfried
Benn entstandenen Oratoriums "Das Unaufhörliche".
- 1933
- Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten
wird seine Arbeit zunehmend behindert. Ein Teil seiner Stücke
wird als "kulturbolschewistisch" bezeichnet und aus
den Aufführungsprogrammen genommen.
- 1934
- Hindemiths Symphonie "Mathis der Maler" wird
unter Leitung von Wilhelm Furtwängler mit Erfolg uraufgeführt.
- Furtwängler publiziert den Artikel "Der Fall Hindemith",
um auf Hindemiths Situation aufmerksam zu machen. Joseph Goebbels
antwortet in seiner Rede zur Jahreskundgebung der Reichskulturkammer.
Er bezeichnet Hindemith als "Geräuschemacher".
- 1935
- Trotz einer Unterschriftenliste seiner Studenten, die
auf diesem Wege ihre Solidarität mit Hindemith ausdrücken
wollen, läßt er sich von der Berliner Musikhochschule
beurlauben.
- Er hält sich längere Zeit in der Türkei auf,
um dort das Musikleben neu zu organisieren.
- 1936
- Hindemiths Werke erhalten nun offiziell Aufführungsverbot
in Deutschland.
- Die "Sonate für Klavier " Nr. 2 entsteht.
- 1937
- Hindemith kündigt an der Staatlichen Musikhochschule
in Berlin.
- Er begründet die "Lehre vom Tonsatz" als System
einer neu verstandenen Tonalität. Dabei strebt er eine auf
der natürlichen Beschaffenheit der Töne gründende,
allzeit gültige Tonsatzlehre an.
- Sein Oratorium "Das Unaufhörliche" erhält
Aufführungsverbot.
- 1938
- Hindemith geht ins Exil. Nach Zwischenaufenthalten in
der Schweiz und in Ankara siedelt er 1940 in die USA über.
- Die Oper "Mathis der Maler" wird in Zürich
uraufgeführt.
- 1940-1953
- Hindemith hat einen Lehrstuhl an der Yale University
in New Haven (Connecticut) inne.
- 1946
- Hindemith und seine Frau Gertrud erhalten die amerikanische
Staatsbürgerschaft.
- ab 1951
- Er nimmt eine für ihn geschaffene Professur
für Musiktheorie, Komposition und Musikpädagogik an
der Universität Zürich an. Gleichzeitig hält er
jedes zweite Jahr weiterhin Vorlesungen an der Yale University.
- 1952
- Hindemith erhält den Orden Pour le Mérite.
- 1953
- Er gibt seine Lehrtätigkeit an der Yale University
zugunsten der Züricher Universität auf.
- Hindemith läßt sich endgültig in Bloney am Genfer
See nieder.
- 1957
- Nach der Aufgabe seiner Lehrtätigkeit beendet er
die Oper "Die Harmonie der Welt", die das Leben des
Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) zum Inhalt hat.
- Die letzte Phase seines Lebens wird zunehmend vom Dirigieren
bestimmt. Zahlreiche Tourneen führen ihn nach Asien und in
die USA.
- 1963
- In dem Vortrag "Sterbende Gewässer" wendet
er sich scharf gegen den Alleinvertretungsanspruch von Zwölfton-
und serieller Musik.
- 28.Dezember: Paul Hindemith stirbt in Frankfurt/Main.
(kd)
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