1858-1922
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Wolfgang Kapp
Politiker
- 1858
- 24. Juli: Wolfgang Kapp wird in New York als Sohn des
exilierten nationalliberalen Anwalts Friedrich Kapp und dessen
Frau Louise (geb. Engels) geboren.
- 1871
- Die Familie kehrt nach Berlin zurück.
- 1884
- Heirat mit Margarethe Rosenow. Aus der Ehe gehen drei
Kinder hervor.
- 1886
- Nach der juristischen Promotion legt er sein Assessorexamen
ab und beginnt eine Verwaltungslaufbahn im preußischen Finanzministerium.
- 1890
- Rittergutsbesitzer in Pilzen (Ostpreußen).
- 1891
- Kapp wird Landrat in Guben.
- 1900
- Berufung als Vortragender Rat ins preußische Landwirtschaftsministerium.
- 1902-1906
- Als Kommissar wirkt er an neuen Handels- und Zollverträgen
des Deutschen Reiches mit.
- 1906
- Kapp wird zum Generaldirektor der Ostpreußischen
Landschaft gewählt und scheidet als Geheimer Oberregierungsrat
aus dem Staatsdienst aus.
- 1916
- Seine Kritik an der deutschen Innen- und Außenpolitik
faßt er in der geheimen Denkschrift "Die nationalen
Kreise und der Reichskanzler" zusammen.
- 1917
- Als Antwort auf die Friedensresolution des Reichstags
gründet er mit Alfred von Tirpitz die Deutsche Vaterlandspartei und wird deren Zweiter Vorsitzender.
- 1918
- Reichstagsabgeordneter.
- Kapp gründet mit anderen Politikern und Offizieren wie
Erich Ludendorff die "Nationale Vereinigung", die aus
der aufgelösten Vaterlandspartei hervorgeht. Sie planen eine
antidemokratische Gegenrevolution, die auf die Abschaffung der
Republik zielt, ohne jedoch die Monarchie restaurieren zu wollen.
Die Umsturzpläne sehen eine politisch-militärische Diktatur
vor, haben aber keinen konkreten Zeit- und Einsatzplan.
- 1919
- Juli: Kapp wird Mitglied im Parteivorstand der
Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), die seine konkreten Umsturzpläne
nicht unterstützt.
- 1920
- 8. März: Nur zufällig kommt Kapp als Mitglied
einer ostpreußischen Delegation nach Berlin, wo er sich
in den folgenden Tagen mit General Walther Freiherr von Lüttwitz
trifft.
- 10. März: Lüttwitz wird durch Reichswehrminister
Gustav Noske die Kommandogewalt über zwei Reichswehrdivisionen
in Berlin und Dresden sowie die Marinebrigaden Ehrhardt und von
Loewenfeld entzogen. Daher entschließt er sich zu einem
Militärputsch, obwohl nur kleine Teile der Reichswehr hinter
seinen Plänen stehen.
- 12. März: Kapp und Lüttwitz treffen sich zur Planung
des Umsturzes. Beide verfolgen jedoch unterschiedliche Zielrichtungen:
Während Kapp die Regierung und die Republik beseitigen will,
strebt Lüttwitz Teilerfolge auf der Basis der Verfassung
an.
- 13. März: Teile der vorgewarnten Regierung mit dem Reichskanzler
Gustav Bauer verlassen Berlin, bevor Lüttwitz mit
der Marinebrigade Ehrhardt die Stadt kampflos einnimmt.
- Kapp setzt sich selbst als Reichskanzler und preußischer
Ministerpräsident ein und beruft Lüttwitz zum Reichswehrminister
und Oberbefehlshaber der Reichswehr.
- In Verhandlungen mit Vertretern der rechtmäßig gewählten
Regierung wird der Lüttwitz-Kapp-Putsch friedlich
beigelegt. Die Gegenregierung scheitert außerdem am Widerstand
der Zivilbehörden, der bürgerlichen Parteien und eines Generalstreiks.
- 17. März: Unter dem Druck von Ludendorff und Lüttwitz
tritt Kapp am frühen Morgen zurück und begibt sich nach
Schweden. Lüttwitz selbst tritt am Abend zurück.
- 1922
- April: Nach zweijährigem Exil in Schweden stellt
sich Kapp dem Reichsgericht, um seine Zielsetzung offenzulegen.
- 12. Juni: Wolfgang Kapp stirbt in der Untersuchungshaft in Leipzig
an einer Krebserkrankung.
(lh)
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