1890-1928
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Klabund
Dichter
- 1890
- 4. November: Klabund (eigtl. Alfred Henschke) wird als
Sohn des Apothekers Alfred Henschke und dessen Frau Antonia in
Crossen an der Oder geboren.
- 1906
- Er erkrankt an Tuberkulose, die ihn immer wieder zu
Klinikaufenthalten zwingt.
- 1909
- Nach dem Abitur studiert er zunächst auf Wunsch
des Vaters Chemie und Pharmazie in München, später dann
Philosophie, Philologie und Theaterwissenschaften in Berlin und
Lausanne.
- ab 1912
- Nachdem er das Studium abgebrochen hat, lebt er als
freier Schriftsteller in Berlin und München. Henschke sieht
sich als Vagabunden und veröffentlicht unter dem Pseudonym
Klabund (entstanden aus: Klabautermann und Vagabund).
- Sein erster Gedichtband "Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!"
erscheint. Schon hier zeigen sich der Einfluß von Frank
Wedekind auf Klabunds Werk sowie der Bruch mit den Traditionen
von Naturalismus und Impressionismus.
- 1913
- Klabund veröffentlicht in Alfred Kerrs Zeitschrift
"PAN" Gedichte, die auf eine bewußte Schockierung
der Öffentlichkeit zielen. Wegen ihres obszönen Inhalts
wird er gerichtlicht verfolgt.
- ab 1913
- Mitarbeit an den Zeitschriften "Jugend"
und "Simplicissimus".
- 1914
- Er begrüßt zunächst den Ersten Weltkrieg
und schreibt patriotisch gefärbte Einakter wie "Kleines
Kaliber" sowie volksliedhafte Kriegsgedichte wie "Klabunds
Soldatenlieder".
- ab 1914
- Er verfaßt neben Lyrik auch Novellen ("Das
kleine Klabundbuch"), Erzählungen ("Klabunds Karussel",
"Der letzte Kaiser"), Legenden ("Heiligenlegenden")
und Grotesken ("Kunterbuntergang des Abendlandes").
- 1916-1918
- Aufgrund eines Krankheitsrückfalls Aufenthalt
in Davos. Hier wandelt sich seine anfängliche Kriegsbegeisterung
in eine radikale Ablehnung von Krieg und nationalistischem Getöse.
- 1917
- 3. Juni: Klabund veröffentlicht in der "Neuen
Zürcher Zeitung" einen offenen Brief an Kaiser Wilhelm
II., in dem er ihn zur Abdankung auffordert und eine grundlegende
Änderung der Reichsverfassung fordert.
- Veröffentlichung der Romane "Die Krankheit" und
"Mohammed".
- 1917-1919
- Herausgabe der expressionistischen Gedichtbände
"Irene oder Die Gesinnung" und "Dreiklang",
in denen er den Krieg beklagt sowie auf Umsturz der bestehenden
Verhältnisse drängt.
- 1918
- Er bekennt sich in der Zeitschrift "Weiße
Blätter" öffentlich zu seiner Hinwendung zum Pazifismus.
- Heirat mit Brunhilde Heberle, die noch im selben Jahr stirbt.
Aus der Ehe geht ein Kind hervor.
- Klabund schreibt sein erfolgreichstes Prosawerk, den Eulenspiegelroman
mit autobiographischen Zügen "Bracke".
- ab 1918
- Übertragung chinesischer, japanischer und persischer
Dichtungen ins Deutsche.
- 1919
- Sein lyrisches Porträt "Der himmlische Vagant"
erscheint.
- Klabund wird wegen angeblicher Verbindungen zur Münchner
Räterepublik verhaftet und für kurze Zeit in "Schutzhaft"
genommen.
- 1921
- Er wird Mitarbeiter der Zeitschrift "Die Weltbühne".
- 1921-1923
- Veröffentlichung zweier Literaturgeschichten.
- 1923
- Heirat mit der Schauspielerin Carola Neher.
- 1923-1928
- Herausgabe der Romane "Piotr" (1923),
"Störtebecker" (1926) und "Borgia" (1928).
- ab 1924
- Klabund wendet sich der dramatischen Dichtung zu
und schreibt in den letzten Jahren neun Schauspiele.
- 1924
- Das auf einer chinesischen Dichtung beruhende lyrisch-dramatische
Spiel "Der Kreidekreis" macht ihn zu einem der meistgespielten
Autoren Deutschlands und inspiriert Bertolt Brecht zu seinem
Stück "Der kaukasische Kreidekreis".
- ab 1925
- Er greift mit Publikationen wie "Die heiligen
drei Könige" die Ideologien des Nationalsozialismus
an.
- Beteiligung mit Liedern und Chansons, die er zum Teil selbst
vorträgt, an Max Reinhardts Kabarett "Schall
und Rauch".
- 1927
- Die Sammlung "Die Harfenjule" erscheint. Sie
umfaßt schlichte Lieder und volkstümliche Balladen,
aber auch feierliche Gedichte sowie provozierende, satirische
Verse.
- Im Auftrag einer amerikanischen Filmgesellschaft schreibt Klabund
den zwischen Roman und Drehbuch stehenden "Rasputin".
- 1928
- Die dramatische Ehekomödie "XYZ" erscheint.
- 14. August: Klabund stirbt in Davos an Schwindsucht.
(ji)
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