1870-1936
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Joseph Koeth
Militär, Wirtschaftspolitiker
- 1870
- 7. Juli: Joseph Koeth wird als Sohn eines Rechtsanwalts
Lohr/Main geboren.
- 1895-1898
- Ausbildung an der Münchener Kriegsakademie.
Seine Laufbahn im bayerischen Heer bricht Koeth ab, als er trotz
außergewöhnlicher Leistungen nicht in den Generalstabsdienst
aufgenommen wird.
- 1900
- Eintritt in preußische Dienste als Premier-Lieutenant.
Batteriechef verschiedener Feldartillerie-Regimenter.
- ab 1909
- Angehöriger des preußischen Kriegsministeriums
(Feldartillerie-Abteilung, A 4).
- 1912
- März: Koeth wird zum Major befördert.
- 1914
- Zu Beginn des Ersten Weltkriegs ist Koeth für
kurze Zeit als Abteilungskommandeur an der Front. Er nimmt an
der Marne-Schlacht und an Stellungskämpfen in der
Champagne teil. Anfang Oktober kehrt er ins Kriegsministerium
zurück.
- 1915
- Koeth wird Nachfolger Walther Rathenaus in der
Kriegsrohstoffabteilung (KRA) des preußischen Kriegsministeriums.
Als Leiter der KRA folgt er den Ideen Rathenaus und Wichard
von Moellendorffs und setzt das Konzept einer Kombination
aus staatlicher Lenkung und industrieller Selbstverwaltung fort.
- 1918
- 11. November: Als Oberst scheidet Koeth aus dem aktiven
Heeresdienst aus und übernimmt im Rat der Volksbeauftragten
das Amt des Staatssekretärs für Demobilmachung. Er führt
es unter dem Kabinett von Philipp Scheidemann im "Reichsministerium
für wirtschaftliche Demobilmachung" bis zur Auflösung
des Ressorts im April 1919 weiter. Die Aufgabe besteht in der
Umstellung der Kriegsindustrie auf die Friedenswirtschaft.
- 1920
- Übernahme des ehrenamtlichen Vorsitzes der "Geschäftsstelle
für industrielle Abrüstung" (Gefia) im "Reichsverband
der deutschen Industrie". Von 1920 bis 1930 ist Koeth außerdem
Vorsitzender der "Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft".
Daneben sitzt er in den Aufsichtsräten verschiedener Unternehmen.
- 1923
- Oktober/November: Parteiloser Wirtschaftsminister im
zweiten Kabinett von Gustav Stresemann.
- 1936
- 22. Mai: Joseph Koeth stirbt in Berlin. Die letzten
Jahre hat er in völliger Zurückgezogenheit verbracht.
(ut)
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