1883-1945
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Pierre Laval
Politiker
- 1883
- 28. Juni: Pierre Laval wird in Châteldon (Frankreich)
als Sohn eines Café-Besitzers geboren.
- 1903
- Laval tritt der Sozialistischen Partei Frankreichs bei.
- 1909
- Nach einem Jurastudium arbeitet er als Rechtsanwalt
in Paris. Er wird bekannt als Verteidiger von Gewerkschaftern
und Sozialisten.
- 1914
- Als Abgeordneter für Aubervilles (bei Paris) wird
er in das französische Parlament gewählt.
- 1915
- Im Ersten Weltkrieg setzt sich Laval für
einen Verhandlungsfrieden mit dem Deutschen Reich ein.
- 1917
- Als er die wachsende Kritik an seiner Position bemerkt,
plädiert er für die Ernennung des nationalistischen
Georges Clemenceau zum Ministerpräsidenten.
- 1919
- Bei den Parlamentswahlen erleidet Laval eine deutliche
Niederlage und verliert sein Abgeordnetenmandat.
- 1920-1924
- Er arbeitet als Anwalt, Journalist und Geschäftsmann.
Er ist in dieser Zeit überzeugter Anhänger von Wladimir
I. Lenin.
- 1923
- Laval wird Bürgermeister von Aubervilles.
- 1924
- Kurz vor den Parlamentswahlen tritt er aus der Sozialistischen
Partei aus. Als linker unabhängiger Kandidat wird er in die
Nationalversammlung gewählt.
- 1926
- Er wird von Ministerpräsident Aristide Briand
zum Staatssekretär und kurz danach zum Justizminister ernannt.
- 1926-1929
- Unter den folgenden Regierungen von Raymond
Poincáre, Briand und André Tardieu (1876-1945)
ist Laval Mitglied des Senats und wendet sich der politischen
Rechten zu.
- 1929/30
- Im zweiten Kabinett Tardieu ist Laval Arbeitsminister.
- 1931
- Nach dem Sturz Tardieus wird Laval neuer Ministerpräsident.
Er versucht vergeblich, die Radikalsozialisten näher an den
"Nationalen Block" der französischen Parteien zu
binden.
- 1932
- Aufgrund der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise
in Frankreich muß Laval als Regierungschef zurücktreten.
- 1934
- In der Regierung von Gaston Doumergue (1863-1937) wird
Laval Außenminister. Er sucht die Annäherung an Benito
Mussolini, um einen Bündnispartner gegen Adolf Hitler
zu gewinnen.
- 1935
- Er wird zum zweiten Mal Ministerpräsident und leitet
gleichzeitig das Außenministerium.
- 1936
- Laval stimmt der von Mussolini beabsichtigten Besetzung
von Abessinien (heute: Äthiopien) zu. Als die britische Regierung
das Abkommen verwirft, muß Laval zurücktreten. Die
Verständigung zwischen Italien und Frankreich scheitert.
- 1936-1939
- Weil Laval die Möglichkeit eines französisch-italienischen
Bündnisses gegen das NS-Regime durch Großbritannien
vereitelt sieht, plädiert er für eine Verständigung
mit Hitler.
- 1939
- Laval setzt sich für einen Ausgleich mit dem Deutschen
Reich um jeden Preis ein, da er Frankreichs Position im Zweiten
Weltkrieg als zu schwach für einen militärischen
Erfolg einschätzt.
- 1940
- Juni: Nach der französischen Niederlage ist Laval
unter Ministerpräsident Henri Philippe Pétain
an den Waffenstillstandsverhandlungen mit den Deutschen beteiligt.
- 10. Juli: Auf Betreiben Lavals überträgt das Parlament
im unbesetzten Teil Frankreichs Pétain die Vollmachten
zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung.
- 17. Juli: Laval wird in der autoritären Vichy-Regierung
Stellvertreter von Regierungschef Pétain.
- 13. Dezember: Weil er sich für die Annäherung an Hitler
und eine konsequente Erfüllung von dessen Forderungen einsetzt,
wird Laval aus allen seinen Ämtern entlassen und unter Hausarrest
gestellt.
- 1942
- April: Auf Druck der Deutschen beruft ihn Pétain
zum Ministerpräsidenten. Von Laval erhofft Hitler sich eine
größere Unterstützung durch das Vichy-Regime.
- Juni: Laval fordert französische Arbeiter auf, sich der
deutschen Kriegsindustrie zur Verfügung zu stellen. In Bezug
auf den deutschen Überfall auf die Sowjetunion erklärt
er, daß er "einen deutschen Sieg gegen den Bolschewismus
in Europa" erhoffe.
- 1942-1944
- Mit der alliierten Landung in Nordafrika, der Gegenregierung
von General Charles de Gaulle und der wachsenden Résistancebewegung
schwindet Lavals Einfluß.
- 1944
- Er beruft kurz vor der alliierten Befreiung von Paris
eine Nationalversammlung ein, um sich von der deutschen Besatzungsherrschaft
abzusetzen.
- Daraufhin wird er von den Deutschen kurzzeitig interniert.
- Nach dem deutschen Rückzug aus Frankreich flieht Laval nach
Österreich, wo er von den Amerikanern gefangengenommen und
den Franzosen übergeben wird.
- 1945
- 4. Oktober: Gegen ihn wird ein Prozeß wegen Hochverrats
eröffnet. Auf Druck der provisorischen Regierung de Gaulle
wird Laval zum Tode verurteilt. Eine Berufung wird von de Gaulle
persönlich abgelehnt.
- 15. Oktober: Laval versucht sich selbst mit Gift zu töten,
bleibt aber durch schnelle medizinische Nothilfe am Leben. Wenige
Stunden später wird Pierre Laval in Paris durch Erschießen
hingerichtet.
(mw)
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