1891-1945
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Julius Leber
Politiker
- 1891
- 16. November: Julius Leber wird in Biesheim (Elsaß)
als Sohn des Maurers Jean Leber und dessen Frau Katharina (geb.
Schubetzer) geboren.
- 1908
- Nach seinem Schulabschluß an der Mittelschule
in Breisach beginnt Leber eine kaufmännische Ausbildung.
- 1910
- In Freiburg besucht er die Oberrealschule und finanziert
seinen Schulbesuch, indem er Zeitungsberichte schreibt und Nachhilfestunden
gibt.
- 1913
- Nach dem Abitur studiert Leber in Straßburg und
Freiburg Nationalökonomie und Geschichte.
- Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
(SPD).
- 1914
- Im Ersten Weltkrieg setzt er sich für die
Bewilligung der Kriegskredite und für die Burgfriedenpolitik
der SPD ein. Er selbst meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst.
- 1914-1918
- Als Freiwilliger nimmt Leber am Krieg teil, er
wird zweimal verwundet. Zum Leutnant befördert, bleibt er
auch nach Kriegsende in der Armee.
- 1919
- Nach der Novemberrevolution wird er in die Reichswehr
übernommen und dient bei Grenzschutztruppen im Osten.
- 1920
- Bei der Militärrevolte unter Führung von Walther
von Lüttwitz stellt sich Leber mit seiner Einheit in
Hinterpommern auf die Seite der Republik und ist dort an Kämpfen
mit aufständischen Wehrmachtseinheiten beteiligt. Aus Protest
scheidet er jedoch aus der Reichswehr aus. Er schließt sein
Studium in Freiburg mit der Promotion ab.
- 1921
- Leber übersiedelt nach Lübeck und wird Chefredakteur
des sozialdemokratischen "Lübecker Volksboten".
- 1921-1933
- Mitglied der Lübecker Bürgerschaft. Er
setzt sich als Politiker aktiv für die Festigung der Weimarer
Republik ein.
- 1924
- Leber wird Reichstagsabgeordneter für die SPD und
befaßt sich vor allem mit der Wehrpolitik. Er bemüht
sich intensiv um eine aktive und verantwortungsbewußte Rolle
seiner Partei in der Republik und um eine Vermittlung zwischen
Arbeiterschaft und Reichswehr.
- 1927
- Heirat mit Annedore Rosenthal, Tochter des Direktors des Lübecker Katharineums, mit der er zwei Kinder hat.
- 1928
- Gegen die eigene Parteimehrheit unterstützt Leber
den Reichskanzler Hermann Müller in der Durchsetzung
des Panzerkreuzerbaus.
- 1930
- Nach dem Sturz des Kabinetts Müller setzt
er sich im "Reichsbanner" für den aktiven
Kampf gegen den politischen Rechtsradikalismus ein.
- 1933
- 31. Januar: Direkt nach der Machtübernahme
der Nationalsozialisten verüben rechte Schläger einen
nächtlichen Mordanschlag auf Leber, bei dem einer der Angreifer
von Reichsbannerangehörigen getötet wird.
- Februar: Leber wird festgenommen und erst auf Druck der Lübecker
Arbeiterschaft wieder freigelassen. Eine Flucht ins Ausland lehnt
er ab.
- 23. März: Nach seiner Wiederwahl in den Reichstag wird Leber
vor Betreten der Krolloper verhaftet, um seine Teilnahme an der
Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz zu verhindern.
- 1933-1937
- Leber verbringt 20 Monate im Gefängnis und
ist danach als "gefährlicher Gegner des Regimes"
im Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen inhaftiert.
- 1937
- Nach seiner Entlassung erhält er Hilfe von Gustav
Dahrendorf und beteiligt sich an einer Kohlenhandlung in Berlin.
Diese dient zur Tarnung einer Widerstandsgruppe, die er trotz
andauernder Verhöre und Haussuchungen mit anderen SPD-Mitgliedern
aufbaut.
- 1940
- Weil er einen erfolgreichen Putsch ohne Unterstützung
der Generale für unmöglich hält, sucht er Kontakt
zur Wehrmachtsführung und lernt Claus Schenk Graf von
Stauffenberg kennen.
- 1943
- Leber setzt sich für eine breite Widerstandsbewegung
ein und entwickelt engen Kontakt zu Carl Friedrich Goerdeler
und zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke.
Leber wendet sich gegen die restaurativen Bestrebungen verschiedener
Umsturzplanungen und fordert einen radikalen Neubeginn. In den
gemeinsam mit Stauffenberg besprochenen Putschplänen ist
Leber als Innenminister vorgesehen.
- 1944
- Juni: Für eine Erweiterung der Widerstandsbewegung
nimmt er Kontakt auf zur kommunistischen Untergrundgruppe um Anton
Saefkow (1903-1944).
- 5. Juli: Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet
Leber, nachdem dieser bei einem Informationsgespräch von
einem Spitzel unter den Kommunisten verraten worden ist.
- 20. Oktober: Der Volksgerichtshof verurteilt Leber zum
Tode. Trotz schwerer Mißhandlungen hatte ihn die Gestapo
nicht zu einem Geständnis zwingen können.
- 1945
- 5. Januar: Nach über zwei Monaten weiterer Verhöre
und Mißhandlungen wird Julius Leber in Berlin-Plötzensee
hingerichtet.
(mw)
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