1870-1964
![[Zeichnung: Paul von Lettow-Vorbeck, um 1918]](../../../objekte/pict/gr103148/200.jpg)
![[Abzeichen: Paul von Lettow-Vorbeck, 1917/18]](../../../objekte/pict/20013422/200.jpg)
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Paul von Lettow-Vorbeck
Militär
- 1870
- 20. März: Paul von Lettow-Vorbeck wird als Sohn
des Generals Paul von Lettow-Vorbeck und dessen Frau Marie in
Saarlouis geboren.
- 1881
- Er tritt in das Kadettenkorps in Potsdam ein.
- 1885
- Wechsel in die Hauptkadettenanstalt nach Lichterfelde.
- 1888
- Lettow-Vorbeck besteht das Abitur als Jahrgangsbester
und erhält als erster Kadettenabiturient überhaupt eine
kaiserliche Belobigung.
- Er wird vom Fähnrich zum Leutnant des 4. Garderegiments
zu Fuß ernannt.
- 1894
- Abkommandierung zum Großen Generalstab nach Berlin.
- 1900/01
- Als Kompaniechef ist er an der Niederwerfung des
Boxeraufstands in China beteiligt.
- 1904
- Lettow-Vorbeck wird General Lothar von Trotha als Adjutant in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika
zur Seite gestellt.
- 1904-1907
- Beteiligung an der Niederschlagung des Herero-Aufstands
und des Nama-Aufstands in Deutsch-Südwestafrika, die
mit dem Tod Zehntausender Afrikaner enden.
- 1907
- Nach dem Ende der Aufstände wird er zum Major befördert
und nach Kassel zum 11. Armeekorps versetzt.
- 1909
- Ernennung zum Kommandeur des 2. Seebatallions in Wilhelmshaven.
- 1913
- Er wird als Oberstleutnant zum Kommandeur der deutschen
Schutztruppe in Kamerun ernannt.
- 1914
- April: Lettow-Vorbeck übernimmt das Kommando der
Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika.
- August: Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ist Lettow-Vorbeck
mit der Verteidigung Deutsch-Ostafrikas betraut. Bei Tanga bringt
er den Briten die erste schwere Niederlage bei.
- 1914-1917
- Obwohl die Streitkräfte der Entente während
des Kriegs in Ostafrika den Deutschen weit überlegen sind,
behauptet sich Lettow-Vorbeck. Im Verlauf des Kriegs wird er zum
Oberst befördert.
- 1917
- 10. Oktober: Er erhält den Verdienstorden "Pour
le Mérite", der Lettow-Vorbeck schon am 4. Oktober
1916 verliehen wurde, jedoch von ihm auf Grund des Kriegs nicht
entgegen genommen werden konnte.
- 1917/18
- Die deutschen Soldaten werden aus Deutsch-Ostafrika
gedrängt und müssen zeitweise nach Portugiesisch-Ostafrika
(heute: Mozambique) ausweichen. Dennoch setzt Lettow-Vorbeck den
Kampf fort. Nach der Schlacht bei Mahiwa Mitte Oktober 1917, die
mit einer weiteren Niederlage für die britischen, portugiesischen
und belgischen Truppen endet, wird er zum Generalmajor ernannt.
- 1918
- 25. November: Lettow-Vorbeck ergibt sich südlich des Tanganyikasees bei Abercorn den britischen Streitkräften,
bei denen er sich den Ruf als fähigster Kolonialsoldat des
Ersten Weltkrieges erworben hat.
- Erst durch die Nachricht eines britischen Unterhändlers
erfährt Lettow-Vorbeck von der Niederlage des Deutschen
Reichs, da seine Kommunikation zum Generalstab schon zu Beginn
der Kampfhandlungen in Deutsch-Ostafrika zerstört wurde.
- Als gefeierter Kriegsheld kehrt er nach Deutschland zurück,
wo er durch seine späte Kapitulation als letzter kämpfender
Soldat geehrt wird.
- 1919
- März: Heirat mit Martha Wallroth.
- 1. Juli: Mit einem Freiwilligenkorps, dem sogenannten Lettow-Korps,
schlägt er im Auftrag der Reichsregierung den linksradikalen
Aufstand in Hamburg nieder.
- 1920
- Lettow-Vorbeck beteiligt sich am Lüttwitz-Kapp-Putsch. Er wird aus der Reichswehr entlassen.
- ab 1920
- In der Weimarer Republik gehört Lettow-Vorbeck
zu den Protagonisten und Symbolfiguren des deutschen Kolonialrevisionismus,
dessen Anhänger die Rückgabe der ehemaligen Kolonien
an Deutschland und die Rückkehr zur alten Kolonialpolitik fordern, wie sie vor Beginn des Weltkriegs betrieben wurde.
- Er schreibt seine Erlebnisse aus Ostafrika in dem Buch "Heia
Safari" nieder. Weitere Werke folgen.
- 1923
- Durch die Inflation verliert Lettow-Vorbeck sein
ganzes Vermögen.
- Er übersiedelt nach Bremen.
- 1924
- In Bremen arbeitet er als Großhandelskaufmann
bei der Firma Konrad Keller & Cie.
- 1928-1930
- Als Reichstagsabgeordneter vertritt er für
die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) den Wahlkreis Oberbayern-Schwaben.
- 1930
- Lettow-Vorbeck schließt sich der gemäßigteren
Volkskonservativen Vereinigung an. Sie distanziert sich von der
engen Zusammenarbeit der DNVP mit der Nationalsozialistischen
Arbeiterpartei (NSDAP).
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
lehnt Lettow-Vorbeck deren Angebot ab, das Reichskolonialministerium
zu übernehmen.
- 1933-1945
- Lettow-Vorbeck lebt zurückgezogen in seinem
Haus in Bremen.
- 1945
- Nach der Zerstörung seines Hauses durch Luftangriffe
übersiedelt er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
nach Hamburg.
- 1953
- Tod seiner Frau Martha.
- Lettow-Vorbeck besucht nochmals die Stätten seines Wirkens
in Afrika.
- 1955
- Er verfaßt das Buch "Afrika, wie ich es wiedersah".
- 1956
- Lettow-Vorbeck wird Ehrenbürger der Stadt Saarlouis.
- 1957
- Seine Memoiren "Mein Leben" erscheinen.
- 1964
- 9. März: Paul von Lettow-Vorbeck stirbt in Hamburg.
(ja)
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