1811–1886
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Franz Liszt
Pianist, Komponist, Dirigent
- 1811
- 22. Oktober: Franz Liszt wird als einziges Kind von
Georg Adam Liszt und deren Frau Maria Anna Liszt (geb. Lager)
in Raiding bei Ödenburg im ungarischen Kronland des Kaisertums
Österreich geboren.
- 1820
- Liszt gibt seine ersten öffentlichen Konzerte.
- 1820
- 26. November: Er erhält die Gelegenheit, vor den
wichtigsten und einflussreichsten Adligen Ungarns vorzuspielen.
Diese sind so begeistert von ihm, dass einige ihn durch ein sechsjähriges
Stipendium mit jährlich 600 Gulden fördern, um eine
ausreichende Ausbildung sicherzustellen. Hier wird der Grundstein
seiner Karriere als einer der bekanntesten Klaviervirtuosen und
Komponisten des 19. Jahrhunderts gelegt. Schon bald wird er als
der "wiedergeborene Mozart" bezeichnet.
- 1822
- Die Familie Liszt siedelt wegen einer besseren Ausbildung
ihres Sohnes nach Wien über. Dort wird er von Antonio Salieri
(1750-1825) in der allgemeinen Musiklehre und von Carl Czerny
(1791-1857) am Klavier unterrichtet.
- 1823
- Liszt wird zwar am Conservatoire in Paris abgewiesen,
bleibt aber mit seiner Familie in Paris, da er Unterricht in Musiktheorie
bei Antonin Reicha (1770-1836) und Ferdinando Paer (1771-1839)
erhält.
- 1824-1827
- Liszts Vater arrangiert Konzertreisen durch Frankreich
und England.
- 1827
- Tod des Vaters. Daraufhin muss Liszt für sich und
seine Mutter sorgen. Er unternimmt vorerst keine neuen Konzertreisen.
- 1830
- Liszt lernt u.a. Victor Hugo (1802-1885) und Alphonse de Lamartine (1790-1869)
kennen und setzt sich im Zuge dieser Bekanntschaften mit deren
literarischen Werken auseinander. So versucht er seine lückenhafte
Bildung zu verbessern, nachdem er als Kind nur kurz die Volksschule
besucht hat.
- 1834
- Er beginnt eine Affäre mit der verheirateten Marie
d'Agoult (1805-1876), die einen gesellschaftlichen Skandal entfacht.
Liszt flieht mit ihr nach Genf, wo sie drei Jahre leben. Aus der
Beziehung gehen drei Kinder hervor.
- ab 1837
- Liszt spielt nicht nur eigene virtuose Werke, sondern
auch seine Übertragungen der Sinfonien Ludwig van Beethovens
(1770-1827) und Franz Schuberts (1797-1828).
- 1840
- Liszt reist in seine Heimat im ungarischen Burgenland
(heute: Österreich), wo er von vielen Ungarn wie ein Nationalheld
gefeiert wird. Auf dieser Reise komponiert er die "Ungarischen
Rhapsodien".
- 1844
- Trennung von Marie d'Agoult.
- 1847
- Liszt lernt in Kiew die russische Fürstin Caroline
zu Sayn-Wittgenstein (1819-1887) kennen und geht mit ihr eine
Beziehung ein.
- 1848
- Großherzog Karl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach
(1783-1853) ernennt ihn zum "Hofkapellmeister in außerordentlichen
Diensten". Er ist von nun an verpflichtet, jedes Jahr drei
Monate in Weimar zu arbeiten. Daraufhin beendet Liszt seine Virtuosenlaufbahn
und lässt sich bis 1861 in Weimar nieder, wo er Dirigent
wird.
- um 1850
- Begegnung mit Richard Wagner. Es verbindet
sie schnell eine innige Freundschaft. 1865 ist die Freundschaft
der Beiden zuende, weil Wagner ein Liebesverhältnis mit Liszts
Tochter Cosima beginnt. Liszt bricht daraufhin jede Verbindung
zu Wagner und auch zu Cosima ab. Um 1872 wird die Freundschaft
zwischen Liszt und Wagner jedoch wiederbelebt.
- 1849-1858
- Es entstehen in rascher Folge die "Symphonischen
Dichtungen" - darunter "Tasso", "Prometheus"
und "Die Ideale". Hier profitiert Liszt von seinen mittlerweile
sehr guten Kenntnissen über Einsatz und Wirkung des Orchesters.
- 1852
- Er beginnt eine große Reihe von Dirigentenreisen.
- 1854
- Liszt und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798-1874) gründen den "Neu-Weimar-Verein", der
sich stark im Kulturleben der Stadt engagiert.
- 1858
- Liszt leitet die Uraufführung der ihm gewidmeten
Oper "Der Barbier von Bagdad" von Peter Cornelius (1824-1874).
Gegner Liszts stören die Aufführung, woraufhin Tumulte
folgen. Diese sind der Grund dafür, dass Liszt seinen Posten
als Kapellmeister in Weimar aufgibt.
- 1859
- Er erhält auf eigenen Antrag das österreichische
Adelsprädikat, wodurch er sich "Franz Ritter von Liszt"
nennen darf.
- 1861
- Der Papst zieht einen Abend vor der Hochzeit von Liszt
und Caroline zu Sayn-Wittgenstein seine Heiratserlaubnis zurück.
Die Hochzeit muss somit abgesagt werden. Kurze Zeit später
trennt sich das Paar.
- 1865
- Liszt empfängt in Rom die niederen Weihen und bezeichnet
sich von nun an als "Abbé". Die Hinwendung zur
Kirche findet sich nun auch in seinen Kompositionen wieder. Dabei
handelt es sich um religiöse oder von der Religion inspirierte
Werke wie zum Beispiel die Oratorien "Christus" und
die "Legende der heiligen Elisabeth".
- ab 1866
- Liszt lebt abwechselnd in Rom und in Weimar, wo er
zahlreiche Schüler unterrichtet. Außerdem hält
er sich in Budapest auf, wo er 1875 Präsident der neuen Musikakademie
wird.
- 1871
- Liszt wird zum königlich-ungarischen Rat ernannt.
- 1881
- Er stürzt auf der Treppe seines Hauses in Weimar
und bricht sich zwei Rippen.
Bald kommen weitere Krankheiten hinzu, die ihn sehr schwächen.
Dabei handelt es sich um Herz- und asthmatische Beschwerden, Schlaflosigkeit
und Wassersucht in den Füßen.
- 1886
- Liszt reist bereits krank zu den Festspielen nach Bayreuth,
da seine Tochter Cosima nach dem Tod Richard Wagners die Festspiele
inszeniert.
- 31. Juli: Liszt stirbt in Folge einer Lungenentzündung in
Bayreuth und wird drei Tage später auf dem Bayreuther Stadtfriedhof
beigesetzt.
(jma)
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