1887-1973
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Erich von Manstein
Militär
- 1887
- 24. November: Erich von Manstein, eigentlich Fritz-Erich von Lewinski,
wird in Berlin als Sohn des Generals der Artillerie Eduard von
Lewinski und dessen Frau Helene (geb. von Sperling) geboren.
- 1896
- Sein Vater stirbt bei einer militärischen Übung. Der Sohn
wird von Georg von Manstein adoptiert und erhält den Namen dieses
altpreußischen Adelsgeschlechts.
- 1900
- Ostern: Manstein tritt in das preußische Kadettenkorps in Plön (Holstein) ein. Die letzten vier Jahre verbringt er dann in der Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde
bei Berlin.
- 1906
- Nach dem Abitur wird er in das 3. Garderegiment zu Fuß
einberufen.
- 1907
- Er wird zum Leutnant befördert.
- 1914-1918
- Manstein nimmt am
Ersten Weltkrieg
als Oberleutnant und Hauptmann teil.
- 1915-1917
- Während des Kriegs erhält er eine Ausbildung an der
Preußischen Kriegsakademie.
- 1918
- Als Adjutant wird er in verschiedenen Armeestäben und
anschließend als 1. Generalstabsoffizier einer Division an der
Westfront eingesetzt.
- 1919
- Nach Übernahme in die
Reichswehr
verrichtet Manstein seinen Dienst in der Organisationskommission
für das Heer.
- 1921-1927
- Manstein ist Kompaniechef, Lehroffizier und Adjutant des
Infanterieführers IV in Dresden.
- 1927
- Er wird zum Major befördert.
- 1927-1931
- Als Gruppenleiter 1 einer getarnten Operationsabteilung tritt Manstein
in engeren Kontakt zur Spitze des Generalstabs.
- 1932/33
- Manstein wird zum Bataillonskommandeur und zum Oberst befördert.
- 1934
- Er wird Chef des Stabs des Wehrkreiskommandos III (Berlin).
- 1936
- Manstein kehrt in den Generalstab des Heeres zurück.
Zunächst Abteilungschef, dann Oberquartiermeister I, wird er
erster Adjutant des Generalstabschefs
Ludwig Beck
.
- 1936/37
- Neben seiner Tätigkeit im Generalstab setzt er sich in
Denkschriften für die Bestrebungen Becks ein, im Kriegsfall die
Rolle des Oberbefehlshabers des Heeres dem Generalstabschef zu
überlassen.
- Beck und Manstein beabsichtigen eine deutliche Trennung zwischen der
politischen Leitung des Reichs und der militärischen Leitung der
Wehrmacht
im Krieg.
- 1937
- Der Oberbefehlshaber des Heeres
Werner Freiherr von Fritsch
widersetzt sich den Konzeptionen Becks und Mansteins, weil diese im
Kriegsfall eine Entmachtung
Adolf Hitlers
darstellen würden.
- 1938
- April: Im Zusammenhang mit der
Blomberg-Fritsch-Krise
wird Beck gegen seinen Willen von
Franz Halder
abgelöst. Manstein erhält die Befehlsgewalt über Becks
18. Division in Schlesien und wird zum Generalleutnant befördert.
- 1939
- September: Zu Beginn des
Zweiten Weltkriegs
wird Manstein Chef des Generalstabs des Oberbefehlshabers Ost.
- 21. Oktober: Manstein wird Chef der Heeresgruppe A und bereitet den
Krieg im Westen vor.
- 1940
- Januar: Manstein steht an der Spitze des XXXVIII. Armeekorps, das rund fünf Monate später während des Frankreichfeldzugs die französischen Stellungen an der Somme vollständig
durchbrechen wird.
- Januar-März: Im Generalstab wird der Angriffsplan für den Frankreichfeldzug
ausgearbeitet. Er sieht die Umfassung des Feindes von Norden und einen
Panzerdurchbruch durch die
Ardennen
vor.
- April: Manstein stellt Hitler einen von ihm konzipierten Angriffsplan
vor. Dieser befiehlt dem neuen Oberbefehlshaber des Heeres
Walther von Brauchitsch
, Mansteins Vorschläge in die Planung mit aufzunehmen.
- Mai-Juni: Im Frankreichfeldzug wird Mansteins Strategie, die einen
Durchbruch mit gepanzerten Kräften und die Spaltung der
französischen Einheiten vorsieht, mit der Operation
"Sichelschnitt" erfolgreich umgesetzt.
- Juli: Manstein wird zum General der Infanterie befördert und
erhält das Ritterkreuz.
- November: Er erhält das Kommando über das LVI. Panzerkorps
in Ostpreußen.
- 1941
- 22. Juni - Juli: Mit Beginn des
Unternehmens "Barbarossa"
rücken die unter Mansteins Befehl stehenden Panzerverbände
durch die baltischen Staaten bis
Leningrad
vor.
- 2. September: Er wird zum Oberbefehlshaber der im äußersten
Süden der
Ostfront
stehenden 11. Armee ernannt. Er soll die Halbinsel Krim einnehmen.
- Oktober: Manstein erklärt sich mit dem
"Reichenau-Befehl", in dem
Walter von Reichenau
seine Soldaten zur "gerechten Sühne am jüdischen
Untermenschentum" aufruft, voll einverstanden. Er gibt
ähnlich lautende Befehle heraus, in denen er fordert, daß
"das jüdisch-bolschewistische System ein für allemal
ausgerottet werden muß".
- 1942
- 7. März: Beförderung zum Generaloberst.
- April: Mansteins Divisionen erobern die Krim.
- 10. Juli: Er wird zum Generalfeldmarschall ernannt und übernimmt
zusätzlich das Kommando über die Heeresgruppe Don.
- Juli-November: Manstein versucht vergeblich, die in
Stalingrad
eingekesselte 6. Armee unter Generaloberst
Friedrich Paulus
zu befreien.
- November: Um einer Einkesselung durch die Rote Armee zu entgehen,
befiehlt Manstein ohne Rücksprache mit dem Führerhauptquartier
den Rückzug seiner Heeresgruppe A.
- Hitler ist mit dem Rückzug der Heeresgruppe A nicht
einverstanden. Er fordert Manstein zu einem neuen Angriff auf, in den
dieser trotz Kritik einwilligt.
- Winter: Die 11. Armee Mansteins ist in schwere Abwehrkämpfe im
Kaukasus verwickelt.
- General Beck und
Henning von Tresckow
versuchen angesichts der militärischen Niederlagen, Manstein an
den
Widerstand in der Wehrmacht zu binden.
- 1943
- Manstein gelingen noch einmal Erfolge, bis er nach der gescheiterten
Operation "Zitadelle" auf Hitlers Befehl den
endgültigen Rückzug einleiten muß.
- Manstein greift erneut den Gedanken auf, Hitler aus der unmittelbaren
Kriegsführung herauszudrängen. Von der Möglichkeit
eines Sieges gegen die Sowjetunion überzeugt, fordert er
vergebens die Einsetzung eines militärischen Oberbefehlshabers
Ost mit allen Vollmachten.
- 1944
- 31. März: Hitler entzieht dem ihm unliebsam gewordenen Manstein
das Kommando und bestellt ihn zur eigenen Verfügung in die
Führerreserve.
- Manstein erhält wegen seiner militärischen Leistungen hohe
Auszeichnungen.
- 1945
- Bis zum Kriegsende hält er sich in Liegnitz und in der
Lüneburger Heide auf.
- 8. Mai: Er wird von britischen Truppen interniert.
- 26. August: Manstein wird bei den
Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen
angeklagt, vom Vorwurf der Beteiligung an einer verbrecherischen
Organisation jedoch freigesprochen.
- 1949
- 1. Oktober: Er wird von einem britischen Militärgericht in
Hamburg wegen Kriegsverbrechen angeklagt und zu zwölf Jahren
Haft verurteilt.
- 2. Oktober: Manstein wird in das Zuchthaus Werl (Westfalen)
überstellt.
- 1953
- 7. Mai: Vorzeitige Haftentlassung wegen eines Augenleidens.
- Seine Memoiren "Verlorene Siege" erscheinen.
- 1953-1960
- Aufgrund seiner militärischen Erfahrung ist Manstein offizieller
Berater der
Bundesregierung
beim Aufbau der
Bundeswehr
.
- 1973
- 11. Juni: Erich von Manstein stirbt in Irschenhausen (Oberbayern).
(as)
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