1887-1953
|

|
Erich Mendelsohn
Architekt
- 1887
- 21. März: Erich Mendelsohn wird im ostpreußischen
Allenstein (heute: Olsztyn, Polen) als Sohn des jüdischen
Kaufmanns David Mendelsohn und dessen Frau Emma (geb. Jaruslawsky)
geboren.
- 1907
- Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Allenstein
und einer anschließenden Kaufmannsausbildung in Berlin studiert
Mendelsohn in München Volkswirtschaftslehre.
- 1908
- Er kehrt nach Berlin zurück und beginnt an der
Technischen Hochschule in Charlottenburg ein Architekturstudium.
- 1910
- Mendelsohn wechselt an die Technische Hochschule in
München, wo er Kontakt zu den Künstlern des "Blauen
Reiters" und der "Brücke" hat.
- 1912
- Er schließt sein Architekturstudium mit der Diplomprüfung
ab.
- 1912-1914
- Mendelsohn arbeitet als freischaffender Architekt
in München. Nebenbei entwirft er auch Bühnendekorationen.
- 1915
- Heirat mit Luise Maas, mit der er eine Tochter hat.
- 1915-1918
- Im Ersten Weltkrieg dient Mendelsohn an
der Ost- und Westfront.
- 1918
- Eröffnung eines Architekturbüros in Berlin.
- Mendelsohn ist Mitbegründer der Künstlervereinigung
"Novembergruppe" und ist im "Arbeitsrat für
Kunst" tätig.
- 1919
- Erste Ausstellung von Entwurfsarbeiten in der Berliner
Galerie von Paul Cassirer.
- 1920
- Mendelsohn entwirft und baut den sogenannten Einstein-Turm
des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam, ein bedeutendes
Beispiel der expressionistischen Bauweise. Zu dieser Zeit ist
Mendelsohn einer der wenigen deutschen Architekten, die trotz
der schlechten Wirtschaftslage Aufträge erhalten und ausführen
können.
- 1923
- Für das Berliner Mosse-Gebäude plant Mendelsohn
den Um- und Erweiterungsbau.
- 1924
- Zusammen mit Ludwig Mies van der Rohe und Walter
Gropius gründet er den Berliner "Ring", der
zur führenden Vereinigung progressiver Architekten wird.
- 1924-1930
- Mendelsohn baut zahlreiche Fabrik- und Wirtschaftsgebäude,
Wohnkomplexe und Kaufhäuser, u.a. in Berlin, Köln, Nürnberg,
Stuttgart, Tilsit und Leningrad (heute: St. Petersburg). Er folgt
dabei keiner eindeutigen architektonischen Stilrichtung. Typisch
für seinen persönlichen Stil, den er selbst als "organischen
Stil" bezeichnet, sind gekurvte Fassaden mit horizontaler
Betonung und langen Fensterbändern.
- 1930-1932
- Mit bedeutenden Großbauten in Berlin wirkt
Mendelsohn auf die Stadtbaukunst ein: Er baut am Kurfürstendamm
das "Universum"-Filmtheater mit Geschäfts- und
Wohnkomplex, das Haus des Deutschen Metallarbeiterverbands und
am Potsdamer Platz das Columbushaus.
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
emigriert Mendelsohn über die Niederlande nach London, wo
er sich ein neues Architekturbüro einrichtet.
- Ausschluß aus der Preußischen Akademie der Künste.
- 1934
- Gründung eines Architekturbüros in Jerusalem.
Er entwirft mehrere Großbauten für die Universität
und Krankenhäuser.
- 1936
- Mendelsohn löst sein Büro in London auf und
arbeitet überwiegend in Palästina, u.a. errichtet er
auch das Wohnhaus für Chaim Weizmann (1874-1952). Sein Stil
wirkt strenger und disziplinierter als bei den früheren Bauten.
- 1939
- Mendelsohn siedelt nach Palästina über.
- 1941
- Aufgrund von persönlichen Problemen mit Kollegen
emigriert er in die USA.
- 1942
- Beratungstätigkeit für die amerikanische Regierung.
- 1943
- Mendelsohn hält Vorträge an amerikanischen
Universitäten, darunter Princeton, Yale und Harvard.
- 1945
- Er läßt sich in San Francisco nieder.
- 1946
- Mendelsohn beginnt wieder als freischaffender Architekt
zu arbeiten.
- 1947
- Er nimmt einen Lehrauftrag an der Universität von
Berkeley an.
- 1947-1953
- In verschiedenen Städten der USA errichtet
Mendelsohn neben einigen Großbauten vor allem Synagogen.
Außerdem plant er in New York ein Denkmal für die jüdischen
Opfer des Nationalsozialismus, das jedoch nicht verwirklicht wird.
- 1953
- 15. September: Erich Mendelsohn stirbt in San Francisco.
(mw)
|