1880-1964
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Hans Moser
Schauspieler
- 1880
- 6. August: Hans Moser (eigentlich Johann Julier) wird
als Sohn des französischstämmigen Bildhauers Franz Julier
und seiner Frau Serafine (geb. Pöschl) in Wien geboren.
- ab 1897
- Nachdem Moser neben seiner Ausbildung zum Lederwarenhändler
heimlich Unterricht an der Theaterschule Otto und bei dem Hofschauspieler
Josef Moser genommen hat, erhält er seine erste kleine Rolle
bei dem Theater Fridek-Mistek/ Ostrawitza. Seinen Künstlernamen
legt er sich in Verehrung seines ehemaligen Lehrers zu. In den
folgenden Jahren arbeitet er als Darsteller von Nebenrollen, Statist
und Kulissenschieber an kleinen Provinztheatern und bei Wanderbühnen.
- 1903-1907
- Er kehrt nach Wien zurück und wird dort Ensemblemitglied
am "Theater in der Josefstadt".
- 1907-1910
- Moser spielt erneut bei verschiedenen Wandertheatern
in Krain, Böhmen, Mähren und Ungarn.
- ab 1910
- Wieder in Wien, spielt er in volkstümlichen
Possen an Kleinkunstbühnen wie dem "Intimen Theater"
oder dem "Max und Moritz".
- 1911
- Heirat mit Blanca Hirschler. Aus der Ehe geht eine Tochter
hervor.
- 1912-1914
- Moser tritt in Schwänken am Budapester Orpheum
auf.
- 1915-1918
- Er leistet Kriegsdienst als Ersatz-Reserve-Infanterist
in Italien, Polen und Rußland.
- ab 1918
- Nach dem Ersten Weltkrieg wirkt Moser u.a.
als Conférencier und Liedsänger an verschiedenen Kabarett-
und Varietébühnen.
- 1923
- Moser hat seinen künstlerischen Durchbruch mit
dem Sketch "Der Dienstmann" im Wiener "Ronacher".
- 1924
- In dem österreichischen Stummfilm "Die Stadt
ohne Juden" spielt Moser erstmals eine kleine Filmrolle.
Für die Leinwand erhält er aber vorerst keine größeren
Aufträge, und seine gelegentlichen Auftritte bleiben von
Kritik und Publikum weitgehend unbeachtet.
- 1925
- Max Reinhardt engagier ihn für das "Theater
in der Josefstadt".
- 1925-1927
- Er ist bei den Salzburger Festspielen zu sehen.
- 1926
- Moser gibt sein Debüt an Reinhardts Deutschem Theater
in Berlin. Nachdem seine Karriere bisher von vielen Orts- und
Theaterwechseln begleitet war, folgt nun eine lange Phase an diesem
Theater, in der es ihm gelingt, sich zum Charakterdarsteller zu
entwickeln. Das Ensemble unternimmt u.a. Auslandtourneen nach
Süd- und Nordamerika.
- ab 1930
- Moser konzentriert seine Arbeit nach dem Durchbruch
der Tonfilmtechnik zunehmend auf den Film.
- 1933
- In "Leise flehen meine Lieder" von Willi Forst
(1903-1980) finden sein Wiener Humor und seine närrische
Komik, aber auch sein charakteristisches Nuscheln und die rudernde
Gestik beim Kinopublikum großen Anklang. Von nun an wird
er zur perfekten Verkörperung der normalen, "kleinen
Leute" mit ihren Alltagssorgen und kleinen Freuden, die immer
wieder auch nörgeln über die Ungerechtigkeiten des Lebens.
Mit seinem komödiantischen Talent porträtiert er in
vielfachen Rollen den kleinen Beamten, Diener, Pförtner,
Gärtner und scheinbar alle kleinbürgerlichen Berufsgruppen,
womit er zum Publikumsliebling und - neben Hans Albers
- zum Spitzenverdiener des deutschen Films avanciert.
- 1936
- In seinen insgesamt 150 Filmen bricht er nur selten
aus dem gewohnten Rollenschema aus und gibt differenziertere Menschendarstellungen
wie in "Das Gäßchen zum Paradies". Hier ist
er als erbarmungsloser Hundefänger Tobias zu sehen, der sich
durch die Bekanntschaft mit einem Waisenjungen und seinem Hund
allmählich zum Guten wandelt.
- ab 1937
- Nur durch Sondergenehmigungen kann Moser, der mit
einer Jüdin verheiratet ist, während des NS-Regimes
die Schauspielerei weiter betreiben. Er muß sich von seiner
Frau, die nach Budapest ausgewiesen wird, trennen und läßt
sich mitunter auch für Propagandafilme einspannen wie z.B.
für Veit Harlans "Mein Sohn, der Herr Minister"
(1937). Diese Komödie, in der er einen Amtsdiener spielt,
der sich nicht aus persönlichen Gründen versetzen lassen
will, gilt als Persiflage auf die parlamentarische Demokratie.
- ab 1945
- In der Nachkriegszeit lebt er wieder mit seiner
Frau zusammen.
- Er dreht bis zu seinem Tod noch 60 Spielfilme, wobei sich an
seinem Rollenfach auch in der späteren Zeit nichts wesentliches
ändert. Er ist an der Seite fast aller großen deutschen
Filmstars der Zeit wie Curd Jürgens (1915-1982), Romy
Schneider, Heinz Rühmann, Theo Lingen,
Sonja Ziemann oder Rudolf Prack zu sehen.
- ab 1954
- Moser spielt wieder am "Theater in der Josefstadt"
und erstmalig am Wiener Burgtheater.
- 1962
- Er wird mit dem Filmband in Gold für sein langjähriges
und hervorragendes Wirken für den deutschen Film ausgezeichnet.
- 1964
- 19. Juni: Hans Moser stirbt in Wien.
(ch)
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