1874-1921
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Karl Ernst Osthaus
Kunsthistoriker, Museumsgründer
- 1874
- 15. April: Karl Ernst Osthaus wird in Hagen als Sohn
des Bankiers Ernst Osthaus und dessen Frau Selma (geb. Funcke)
geboren.
- 1893-1898
- Osthaus studiert Kunstgeschichte, Philosophie und
Naturwissenschaften in Kiel, München, Berlin, Straßburg,
Wien und Bonn.
- 1896
- Von Wien aus bereist er Ober- und Mittelitalien.
- 1898
- Osthaus kehrt nach Hagen zurück.
- 1898/99
- Reisen in Südeuropa und durch den Nahen Osten.
Sein Interesse gilt dabei vor allem der Naturwissenschaft und
der Ethnographie. Nebenbei kauft er Kunstgewerbestücke.
- 1899
- Osthaus gründet in Hagen das Folkwang-Museum (heute:
Karl-Ernst-Osthaus-Museum). Er will seine Geburtsstadt kulturell
aufwerten und ein Kulturzentrum für das Ruhrgebiet schaffen.
Dafür setzt er große finanzielle Mittel ein.
- Heirat mit der Fabrikantentochter Gertrud Colsmann, mit der er
fünf Kinder hat.
- 1900
- Osthaus wendet sich der Kunst zu und konzentriert seine
finanziellen Mittel auf den Erwerb von Kunstwerken.
- 1901
- Gründung der Folkwang-Malschule.
- 1902
- Eröffnung des Folkwang-Museums in Hagen. Das Haus
wird überwiegend Kunstmuseum, nur das Untergeschoß
bleibt der naturwissenschaftlichen Sammlung vorbehalten. Unter
den Kunstwerken sind zahlreiche Bilder junger französischer
Künstler, die Osthaus vergleichsweise preisgünstig erworben
hat. So kann er bereits bei der Eröffnung Werke von Auguste
Rodin, Edgar Degas, Paul Cézanne, Auguste
Renoir (1841-1919), Paul Gauguin (1848-1903), Camille Corot (1796-1875)
und Vincent van Gogh (1853-1890) präsentieren.
- 1904
- Der Vortragssaal des Museums wird eingerichtet, in dem
Osthaus selbst unzählige Lichtbildvorträge hält.
- Er versucht, auf die Architektur von Neu- und Umbauten in Hagen
Einfluß zu nehmen, und läßt eine Mappe mit Radierungen
über "Alte Bauten der Stadt Hagen und ihrer näheren
Umgebung" anfertigen.
- 1906
- Osthaus plant die Errichtung einer Gartenstadt und kauft
ein großes Gelände, das von Hagener Bürgern bebaut
werden soll. Das Projekt verläuft schleppend und erhält
kaum Unterstützung.
- 1909
- Er steht in enger Verbindung zum Deutschen Werkbund,
mit dem er in Hagen das "Deutsche Museum für Kunst in
Handel und Gewerbe" gründet. In Analogie zu den klassischen
Kunstgewerbemuseen werden Erzeugnisse moderner künstlerischer
Qualitätsarbeit gesammelt. Die Ausstellung ist zunächst
im Folkwang-Museum untergebracht.
- Für den Neubau des Bahnhofs und des Theaters in Hagen veröffentlicht
Osthaus seine Anregungen in der Tageszeitung. Seine Vorschläge
werden aber nur in der künstlerischen Detailausgestaltung
aufgenommen.
- 1912
- Durch zahlreiche Ankäufe kann er zum Jubiläum
der Museumseröffnung auch richtungweisende Künstler
wie Edvard Munch und Wassily Kandinsky mit ihren
Werken präsentieren. An deutschen Malern sind vor allem George
Grosz, Max Liebermann, Franz Marc und Karl
Schmitt-Rottluff vertreten. In der Kunstwelt erfährt
die Sammlung breite Anerkennung.
- 1914
- Der Erste Weltkrieg verhindert den geplanten
Neubau für das Museum der "Kunst in Handel und Gewerbe".
- 1916
- Osthaus wird zum Kriegsdienst eingezogen. Aufgrund seiner
bisherigen Tätigkeit wird ihm die Betreuung der belgischen
Kunstdenkmale übertragen. In dieser Zeit wird seine Gesundheit
stark angegriffen. Er leidet noch jahrelang darunter.
- 1919
- Veröffentlichung seines Buchs "Grundzüge
der Stilentwicklung" im eigenen Folkwang-Verlag. Aufgrund
dieses Werks verleiht die Universität Würzburg ihm die
Ehrendoktorwürde in Philosophie. Die Technische Hochschule
Aachen verleiht ihm ebenfalls die Ehrendoktorwürde.
- 1920
- Als Reaktion auf die Novemberrevolution und die
Veränderungen in der Gesellschaft plädiert Osthaus für
die Einrichtung von Folkwang-Schulen, die der Vermittlung von
Harmonie, Funktionalität und seelischer Tiefe dienen sollen.
Er läßt Planungen für einen Schulneubau mit Werkstätten
und Wohngebäuden erstellen.
- 1921
- 25. März: Karl Ernst Osthaus stirbt in Meran (Südtirol/Italien)
(mw)
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