1876-1960

[Plakat: Wilhelm Pieck, 1955]



Wilhelm Pieck

Politiker



1876
3. Januar: Wilhelm Pieck wird als Sohn eines Kutschers in Guben (Niederlausitz) geboren.

1882-1890
Besuch der Volksschule.

1890-1896
Tischlerlehre, anschließend Wanderschaft.

1894
Pieck tritt dem Deutschen Holzarbeiter-Verband bei.

1895
Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).

1896-1906
Arbeit als Tischler in Bremen.

1899
Stadtbezirksvorsitzender der SPD.

1905
Wahl in die Bremer Bürgerschaft, der er bis 1910 angehört.

1906
Pieck wird hauptamtlicher Sekretär der SPD in Bremen.

1907/08
Besuch der zentralen Parteischule der SPD in Berlin, zu seinen Lehrern zählen u.a. Rosa Luxemburg und Franz Mehring.

1910
Pieck geht als 2. Sekretär des zentralen Bildungsausschusses der SPD nach Berlin.

1914-1918
Während des Ersten Weltkriegs nimmt Pieck an mehreren Konferenzen linker Sozialdemokraten teil und gehört zu den entschiedenen Gegnern der Politik des "Burgfriedens".

1915
Einberufung zum Kriegsdienst.

1917
Pieck wird wegen Antikriegspropaganda vor ein Militärgericht gestellt, kann fliehen und lebt fortan illegal in Berlin.

1918
Februar: Auf Beschluß der Spartakusgruppe geht Pieck ins Exil nach Amsterdam, wo er in der Redaktion der sozialistischen Wochenzeitung "Der Kampf" mitarbeitet.
Oktober: Rückkehr nach Berlin, Mitglied des Vollzugsausschusses der revolutionären Obleute.
11. November: Pieck wird Mitglied der neu gebildeten Zentrale des Spartakusbundes.
30. Dezember: Teilnahme am Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Wahl in die Zentrale der Partei.

1921
Pieck ist als Vertreter der KPD im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) in Moskau tätig. In dieser Funktion Bekanntschaft und Zusammenarbeit mit Wladimir I. Lenin.

1921-1928
Abgeordneter des Preußischen Landtags.

1922
Mitbegründer und Mitglied des Exekutivkomitees der Internationalen Roten Hilfe (IRH).

1925
Mai: Vorsitzender der Roten Hilfe Deutschlands (RHD).

1925-1929
Leiter des Organisationsbüros des Zentralkomitees (ZK) der KPD, gleichzeitig Politischer Sekretär der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Lausitz.

1928
20. Mai: Pieck wird in den Reichstag gewählt.

1929
Juni: Mitglied des Politbüros des ZK der KPD.
November: Wahl in den Preußischen Staatsrat.

1931-1943
Mitglied des Präsidiums und des politischen Sekretariats des EKKI.

1932
Pieck übernimmt die Leitung der parlamentarischen Arbeit der KPD.

1933
März: Nach der Verhaftung Ernst Thälmanns wird Pieck vom ZK der KPD mit dessen Vertretung als Parteivorsitzender beauftragt.
Mai: Auf Beschluß des ZK geht Pieck ins Exil nach Paris.

1935
Auf der "Brüsseler Konferenz" der KPD wird Pieck für die Dauer der Inhaftierung Thälmanns zum Vorsitzenden des ZK gewählt. Verlegung des Exils nach Moskau.

1937
Vorsitzender der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH).

1943
Juli: Pieck gehört zu den Initiatoren und Mitbegründern des Nationalkomitees "Freies Deutschland".

1945
1. Juli: Rückkehr aus Moskau nach Berlin.

1945/46
Als Vorsitzender des ZK der KPD forciert Pieck den Prozeß der Vereinigung mit der SPD und nimmt entscheidenden Einfluß auf die Ausarbeitung der "Grundsätze und Ziele" der Einheitspartei und des Parteistatuts.

1946
22. April: Pieck wird gemeinsam mit Otto Grotewohl Vorsitzender der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

1949
11. Oktober: Wilhelm Pieck wird von der Provisorischen Volkskammer und der Provisorischen Länderkammer zum Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gewählt.

1957
Nach 1953 wird Pieck zum zweiten Mal in seinem Amt als Staatspräsident bestätigt. Wegen seines labilen Gesundheitszustands tritt er jedoch in der Öffentlichkeit kaum noch in Erscheinung.

1960
7. September: Wilhelm Pieck stirbt in Berlin.

(am)

[Text] [Ton] Ansprache zur Reichstagswahl, 14.9.1930

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