1860-1934

[Photo: Raymond Poincaré]



Raymond Poincaré

Politiker



1860
20. August: Raymond Poincaré wird in Bar-le-Duc (Meuse) als Sohn eines Ingenieurs geboren.

1882
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Paris ist Poincaré als Rechtsanwalt tätig.

1887-1903
Abgeordneter in der Nationalversammlung als Vertreter der gemäßigten, republikanisch-nationalistischen Rechten.

1893
Unterrichtsminister unter dem linksrepublikanischem Staatspräsidenten Sadi Carnot (1837-1894).

1894
Finanzminister.

1895
Poincaré wird erneut Unterrichtsminister.

1903-1913
Mitglied des Senats.

1909
Poincaré wird zum Mitglied der Académie Française ernannt.

1912/13
Ministerpräsident und Außenminister unter dem bürgerlich-liberalen Staatspräsidenten Armand Fallières (1841-1931).
Er verlängert die Wehrpflicht von zwei auf drei Jahre.

1913-1920
Poincaré ist französischer Staatspräsident.
Außenpolitisch tritt er für ein enges Bündnis mit Rußland und England (Triple-Entente) gegen Deutschland ein und stärkt die Beziehung zu diesen Ländern.

1914-1918
Nach Beginn des Ersten Weltkriegs schließt Poincaré ein Bündnis zwischen den bürgerlich-konservativen Parteien und den Sozialisten, um die politische Einheit der Republik zu sichern (Union Sacrée).
Poincaré erklärt als Kriegsziele die Rückgabe Elsaß-Lothringens sowie die Annexion des Rheinlands und der Saar.

1920-1934
Senator.

1920
Poincaré wird Vorsitzender der Reparationskommission im Senat, wo er sich kompromißlos für die Erfüllung des Versailler Vertrags durch Deutschland einsetzt.

1922
Als Präsident der außenpolitischen Senatskommission provoziert Poincaré den Sturz von Ministerpräsident Aristide Briand. Er lehnt dessen Verständigungspolitik gegenüber Deutschland ab.

1922-1924
Ministerpräsident und Außenminister unter dem sozialistischen Staatspräsidenten Alexandre Millerand (1859-1943).

1923
13. Januar: Poincaré läßt wegen einer geringen Verzögerung deutscher Reparationsleistungen das Ruhrgebiet besetzen.

1924
Wegen zunehmender außenpolitischer Isolierung Frankreichs nach der Ruhrbesetzung muß Poincaré der Neureglung der Reparationsfrage im Dawes-Plan zustimmen und Konzessionen an Deutschland akzeptieren.
1. Juni: Poincaré tritt nach dem Wahlsieg des "Linkskartells" zurück.

1926-1929
Erneut Ministerpräsident und Finanzminister (1926-1928) unter dem Staatspräsidenten Gaston Doumergue (1863-1937).
Poincaré leitet die erfolgreiche Politik der Stabilisierung des Franc während der Finanzkrise.

1929
27. Juli: Poincaré tritt aus Gesundheitsgründen aus dem politischen Leben zurück.

1934
15. Oktober: Raymond Poincaré stirbt in Paris.

(acr/ge)

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