1838-1915
![[Photo: Emil Rathenau]](../../../objekte/pict/f67_2014/200.jpg)
![[Photo: Emil Rathenau, 1915]](../../../objekte/pict/emil/200.jpg)
|

|
Emil Rathenau
Industrieller
- 1838
- 11. Dezember: Emil Rathenau wird als Sohn eines wohlhabenden
jüdischen Kaufmanns in Berlin geboren.
- 1855-1859
- Praktische Ausbildung in der Maschinenfabrik seines
Onkels in Niederschlesien.
- 1859-1862
- Studium am Polytechnikum in Hannover und an der
Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.
- ab 1862
- Er ist in der "Lokomotivfabrik August Borsig"
und bei verschiedenen Firmen in England tätig.
- 1865
- Gemeinsam mit einem Schulfreund erwirbt er eine Maschinenfabrik
in Berlin. Die Firma expandiert durch den Bau von transportablen,
preisgünstigen Dampfmaschinen.
- 1866
- Heirat mit Mathilde Nachmann, Tochter eines wohlhabenden
Frankfurter Bankiers. Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor.
- 1873
- Infolge der Gründerkrise wird der Betrieb in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt. Rathenau scheidet aus, da er dies
nicht mittragen will.
- Sein Versuch, in Berlin ein Fernsprechnetz einzurichten, scheitert
am Monopolanspruch der Reichspost. Er versucht vergeblich, Werner
von Siemens für die Einführung der elektrischen
Straßenbeleuchtung zu gewinnen.
- 1881
- Auf der Internationalen Elektrizitäts-Ausstellung
in Paris lernt er die von Thomas Edison (1847-1931) verbesserte
Glühbirne kennen.
- 1882
- Nach langwierigen Verhandlungen erwirbt Rathenau die
Rechte zur wirtschaftlichen Nutzung von Edisons Patenten in Deutschland.
- 1883
- Gründung der "Deutschen Edison-Gesellschaft"
für angewandte Elektrizität unter Leitung Rathenaus.
- 1887
- Nach Loslösung von der amerikanischen Edison-Gesellschaft
wird die Deutsche Edison in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
(AEG) umbenannt. Die Deutsche Bank und Siemens beteiligen sich
am Unternehmen.
- In der Folgezeit wird die AEG unter Rathenau als Generaldirektor
zu einem international operierenden Konzern ausgebaut. Die Produktpalette
umfaßt Kraftwerke, Eisenbahnen sowie elektrische Maschinen
und Geräte. Bereits Anfang der neunziger Jahre hat die AEG
mehr Angestellte als Siemens & Halske.
- 1894
- Die bisher bestehende generelle Kooperationsvereinbarung
mit Siemens wird aufgelöst. In einzelnen Geschäftsfeldern,
so in der 1903 gegründeten Telefunken Gesellschaft für
drahtlose Telegraphie, arbeiten beide Unternehmen jedoch weiterhin
zusammen.
- Im Gegensatz zu Siemens, der meist gestützt auf eigene Erfindungen
in neuen Märkten operiert, kauft Rathenau Patente auf und
ersetzt technischen Vorsprung durch aggressive Marketing- und
Absatzstrategien.
- ab 1897
- Aus der Krise der Elektroindustrie um die Jahrhundertwende
geht die AEG dank Rathenaus gezielter Fusions- und Beteiligungspolitik
gestärkt hervor.
- 1903
- Sein Sohn Walther Rathenau tritt in die Direktion
der AEG ein.
- 1912
- Rathenau zieht sich wegen Krankheit teilweise aus der
aktiven Geschäftspolitik zurück und läßt
sich durch seinen Sohn vertreten.
- 1915
- 20. Juni: Emil Rathenau stirbt in Berlin. Die Leitung
der AEG wird von Walther Rathenau übernommen.
(st)
|