1875-1953
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Gerd von Rundstedt
Militär
- 1875
- 12. Dezember: Gerd von Rundstedt wird in Aschersleben
(Sachsen-Anhalt) als Sohn des Generalmajors Gerd von Rundstedt
geboren.
- 1886-1891
- Besuch des Gymnasiums.
- 1891
- Eintritt in das preußische Kadettenkorps.
- 1892
- Als Fähnrich tritt Rundstedt in das 3. kurhessische
Infanterie-Regiment 83 in Kassel ein.
- 1893
- Er wird Offizier der preußischen Infanterie.
- 1894
- Rundstedt wird Leutnant und erhält eine Kommandierung
an die Kriegsakademie.
- 1902
- Heirat mit der Tochter eines Majors.
- 1909
- Rundstedt wird Hauptmann im Generalstab.
- 1912
- Er erhält ein Truppenkommando als Kompaniechef
des Kolmarer Infanterie-Regiments 171.
- 1914-1918
- Am Ersten Weltkrieg nimmt Rundstedt als
Generalstabsoffizier in der Türkei und in Frankreich teil.
Er erwirbt sich Verdienste bei der Planung und Bewegung von Heeresverbänden.
- 1919
- Er wird in die Reichswehr übernommen.
- 1920
- Beförderung zum Oberstleutnant.
- Chef des Stabs der 3. Kavalleriedivision in Weimar.
- 1923
- Beförderung zum Oberst.
- 1925
- Kommandeur des Infanterie-Regiments 18 in Münster.
- 1927-1929
- Rundstedt ist Generalmajor und Generalleutnant.
- 1932
- Oktober: Er wird Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos
1 in Berlin und General der Infanterie.
- 1933-1938
- Rundstedt arbeitet im Generalstab in Berlin.
- Er ist Befehlshaber des Wehrkreises III (Berlin).
- 1938
- 1. März: Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Krise
wird Rundstedt zum Generaloberst befördert.
- 1. Oktober: Während der deutschen Besetzung des Sudetenlands
führt er eine Heeresgruppe.
- November: Rundstedt wird aus
der Wehrmacht verabschiedet, weil er gegen den Zeitpunkt
des deutschen Einmarsches protestiert. Nach seiner Auffassung
ist die Wehrmacht noch nicht kriegsbereit.
- 1939
- Sommer: Er wird reaktiviert, weil er Fürsprecher
in der Heeresleitung hat und seine Führungsfähigkeiten
anerkannt sind.
- 1. September: Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ist Rundstedt
am Überfall auf Polen beteiligt. Als Oberbefehlshaber
der Heeresgruppe Süd umgeht er das Zentrum der polnischen
Streitkräfte an der Südflanke und verhindert damit den
Rückzug polnischer Truppen über die Weichsel.
- Rundstedt gehört zu den ältesten aktiven Offizieren
auf deutscher Seite. Wegen seiner Herkunft und seiner Rolle im
Ersten Weltkrieg wird er als "letzter alter Preuße"
bezeichnet.
- 1940
- Mai-Juni: Während des Frankreichfeldzugs
ist Rundstedt Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A. Er führt
den Vorstoß der Panzerkräfte durch die Ardennen bis
zur Kanalküste und umklammert dort alliierte Streitkräfte.
- In Anerkennung seiner Verdienste verleiht ihm Adolf
Hitler das Ritterkreuz und den Rang eines Generalfeldmarschalls.
- 1940/41
- Rundstedt ist von der Wehrmachtsführung vorgesehen,
die Truppen im Feldzug gegen England zu führen. Dieser Plan
wird nicht verwirklicht, da der Luftkrieg gegen England
von Hitler nach schweren Verlusten abgebrochen wird.
- 1941
- 22. Juni: Rundstedt nimmt am Überfall auf die
Sowjetunion teil. Er erhält den Oberbefehl über
die Heeresgruppe Süd in der Ukraine.
- Unter seiner Führung werden die Krim und das Donezbecken
erobert. Seine Truppen dringen bis Rostow am Don vor.
- Oktober: Rundstedt ist mit dem sogenannten Reichenau-Befehl,
in dem Walter von Reichenau seine Soldaten zur Unterstützung
von Hitlers "Weltanschauungskrieg" und zur "Vernichtung
des jüdischen Untermenschentums" aufruft, voll einverstanden.
- 3. Dezember: Gegen Hitlers Befehl zieht Rundstedt die Heeresgruppe
aus taktischen Gründen aus Rostow zurück. Daraufhin
wird er von Hitler abberufen und durch Reichenau ersetzt.
- 1942
- März: Reaktiviert wird er Oberbefehlshaber West
und Chef der Heeresgruppe D. Er soll die deutsche Westfront auf
die erwartete Landung der Alliierten in Frankreich vorbereiten.
- August: Ein alliiertes Landeunternehmen bei Dieppe (Belgien)
mißlingt. Entgegen geltendem Kriegsrecht läßt
Rundstedt die in Kriegsgefangenschaft geratenen britischen Soldaten
an die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ausliefern.
- Hitler gibt den Befehl, den "Atlantikwall" gegen
einen weiteren alliierten Invasionsversuch zu errichten. Rundstedts
Truppen nehmen am Bau dieses Verteidigungswalls in Frankreich,
Belgien und den Niederlanden teil.
- 1944
- 3. Juli: Rundstedt muß nach der Landung der Alliierten in Frankreich
auf Anordnung Hitlers den Posten des Oberbefehlshabers West an
Generalfeldmarschall Hans Günther von Kluge abtreten.
- 21. Juli: Rundstedt verläßt die Westfront und wird
Vorsitzender des "Ehrengerichts" (Ehrenhof des Deutschen
Reiches), das die in das Attentat vom 20. Juli verwickelten
Offiziere aus der Wehrmacht ausschließt.
- 5. September: Rundstedt wird an die Westfront zurückbeordert,
vermag aber den alliierten Vormarsch nicht zu stoppen.
- Oktober: Über Wilhelm Keitel fordert Rundstedt Hitler
auf, den Krieg zu beenden. Daraufhin wird Rundstedt von seinem
Posten abgelöst.
- 1945
- Januar: Rundstedt wird erneut reaktiviert. Er soll während
der Ardennenoffensive die Alliierten zurückdrängen.
Das Vorhaben scheitert.
- 3. März: Wegen Differenzen mit dem Oberkommando der Wehrmacht
(OKW) über die Taktik der Ardennenoffensive und wegen des
erfolgten Rheinübertritts amerikanischer Truppen bei Remagen
wird Rundstedt erneut seines Kommandos enthoben.
- Mai: Er wird von amerikanischen Truppen in Bad Tölz verhaftet
und in britische Kriegsgefangenschaft übergeben.
- In Großbritannien wird er wegen Kriegsverbrechen angeklagt.
Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands wird das Verfahren
jedoch ausgesetzt. Es kommt zu keiner Verurteilung. Er bleibt
in britischer Kriegsgefangenschaft.
- 1949
- 5. Mai: Wegen einer Herzerkrankung wird er aus britischer
Haft entlassen und zieht in die Nähe von Celle (Niedersachsen).
- 1953
- 24. Februar: Gerd von Rundstedt stirbt in Hannover.
(mü/as)
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