1882-1934
![[Photo: Kurt von Schleicher, 1932]](../../../objekte/pict/f78_340/200.jpg)
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Kurt von Schleicher
Militär, Politiker
- 1882
- 4. Juli: Kurt von Schleicher wird als Sohn eines preußischen
Offiziers und einer Reederstochter in der Stadt Brandenburg/Havel
geboren.
- 1896-1900
- Schleicher absolviert die Hauptkadettenanstalt
in Lichterfelde (bei Berlin) und verläßt diese als
Leutnant.
- 1900
- Aufnahme des Diensts als Offizier im 3. Garde-Regiment
zu Fuß in Berlin.
- 1909/10
- Beförderung zum Oberleutnant und Kommandierung
zur Kriegsakademie.
- 1913
- Nach der Absolvierung der Kriegsakademie wird Schleicher
sofort zum Großen Generalstab kommandiert, wo er auf eigenen
Wunsch der Eisenbahn-Abteilung unter Oberstleutnant Wilhelm
Groener zugeteilt wird.
- 1914
- August: Mit Beginn des Ersten Weltkriegs ist
Schleicher im Range eines Hauptmanns im Stab des Generalquartiermeisters
tätig.
- 1916
- November: Schleicher folgt seinem Mentor Groener ins
Kriegsamt nach Berlin.
- 1917
- Mai: Versetzung als 1. Generalstabsoffizier zur 237.
Infanterie-Division an die Front in Galizien.
- 1918/19
- Im Gefolge von Groener arrangiert sich Schleicher
- jetzt im Range eines Majors - mit den politischen Verhältnissen
der Weimarer Republik und hält in dessen Auftrag den
direkten Kontakt zu Friedrich Ebert.
- 1919
- September: Schleicher wird auf die Republik vereidigt
und ins Reichswehrministerium versetzt. Er übernimmt die
Leitung des politischen Referats im Truppenamt und avanciert zum
engen Mitarbeiter und Berater von General Hans von Seeckt.
- 1926
- Schleicher wird zum Chef der neugeschaffenen Wehrmachtsabteilung
im Reichswehrministerium berufen.
- 1929
- Durch die Umbildung der Wehrmachtsabteilung in ein Ministeramt
erlangt Schleicher den Rang eines beamteten Staatssekretärs
und wird vorzeitig zum Generalmajor befördert.
- 1931
- 28. Juli: Schleicher heiratet Elisabeth von Henning,
die geschiedene Frau eines Vetters.
- 1932
- April: Im Zusammenhang mit dem Verbot der nationalsozialistischen
Sturmabteilung (SA) kommt es zum Zerwürfnis zwischen
Schleicher und Reichswehrminister Groener. Schleichers Konzept
zur "Zähmung" der Nationalsozialisten u.a. durch
die Einbindung der SA in eine überparteiliche Wehrorganisation
erleidet einen Rückschlag.
- 1. Juni: Schleicher wird Reichswehrminister im Kabinett von Papen, den er selbst bei Reichspräsident Paul
von Hindenburg als Nachfolger von Heinrich Brüning
vorgeschlagen hatte.
- 17. November: Rücktritt des Kabinetts Papen nach
den Reichstagswahlen vom 6. November.
- 3. Dezember: Nach ergebnislosen Verhandlungen mit Adolf Hitler
über eine Regierungsbeteiligung der Nationalsozialistischen
Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) wird Schleicher von Hindenburg
zum Reichskanzler berufen und mit der Bildung eines neuen Präsidialkabinetts
beauftragt.
- Dezember: Schleichers Versuch, durch ein Bündnis von rechten
Gewerkschaftern und linken Nationalsozialisten wie Gregor Strasser
eine Massenbasis für seine Regierung zu schaffen, scheitert
am Widerstand der Führungen der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands (SPD) und der NSDAP.
- 1933
- 22. Januar: Hinter dem Rücken von Schleicher verhandelt
Papen im Auftrag von Hindenburg mit Hitler über dessen Berufung
zum Reichskanzler.
- 28. Januar: Schleicher erklärt nach einem Gespräch
mit Hindenburg den Rücktritt seiner Regierung und empfiehlt
die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler.
- 1934
- 30. Juni: Kurt von Schleicher wird im Zuge der Niederschlagung
eines vorgeblichen "Röhm-Putsches" gemeinsam
mit seiner Ehefrau in seiner Villa in Neubabelsberg von einem
Kommando der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS)
erschossen.
(am)
Wehrmacht und Reichspolitik, 26.7.1932
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