1897-1977
![[Plakat: Kurt von Schuschnigg, 1938]](../../../objekte/pict/pli03385/200.jpg)
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Kurt von Schuschnigg
Politiker
- 1897
- 14. Dezember: Kurt von Schuschnigg wird als Sohn eines
Generalmajors in Riva (Gardasee) geboren.
- 1915
- Nach dem Abitur an einem Jesuitengymnasium in Feldkirch
(Vorarlberg) meldet er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig
zum Kriegsdienst.
- Er erreicht in der österreich-ungarischen Armee den militärischen
Rang eines Leutnants.
- 1919
- Nach seiner Heimkehr aus italienischer Kriegsgefangenschaft
studiert er Jura in Innsbruck und Freiburg im Breisgau.
- 1922
- Promotion und Beginn seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt
in Innsbruck.
- 1927
- Er wird als jüngster Abgeordneter für die
Christlich Soziale Partei in den österreichischen Nationalrat
gewählt.
- Er ist im Verfassungsausschuß des Parlaments tätig.
- 1932
- Ernennung zum Justizminister im Kabinett von Karl
Buresch (1878-1936).
- 1933
- Im Kabinett von Engelbert Dollfuß übernimmt
er zusätzlich das Amt des Unterrichtsministers.
- 1934
- April: Schuschnigg hat wesentlichen Anteil
an der Ausarbeitung einer Notverordnung, mit welcher die Rechte
des Parlaments aufgehoben werden und Österreich zu einem
ständisch gegliederten Staat umgewandelt wird.
- 25. Juli: In Wien wird Bundeskanzler Dollfuß bei einem
Putschversuch von österreichischen Nationalsozialisten ermordet.
Schuschnigg läßt den Aufstand niederschlagen.
- 29. Juli: Berufung zum neuen österreichischen Bundeskanzler.
Zeitweilig amtiert Schuschnigg auch als Verteidigungs- und Außenminister.
- Seine autoritäre Regierungspolitik zielt auf die Überwindung
der Wirtschaftskrise, die Abwehr der nationalsozialistischen Bedrohung
und die Niederhaltung der verbotenen sozialdemokratischen Partei.
Es gelingt Schuschnigg, den Einfluß der faschistischen "Heimwehren"
zurückzudrängen.
- 1936
- Juli: In einem Abkommen zwischen Österreich und
dem Deutschen Reich versucht Schuschnigg, die deutsche Reichsregierung
zur Anerkennung der österreichischen Souveränität
und Unabhängigkeit zu bewegen.
- Terrorakte und Umsturzpläne der illegalen österreichischen
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) verschärfen
die innenpolitische Krise.
- 1938
- 12. Februar: Adolf Hitler droht Schuschnigg auf
der Konferenz von Berchtesgaden mit dem Einmarsch der Wehrmacht
in Österreich und erzwingt Schuschniggs Einwilligung, das
Verbot der österreichischen NSDAP aufzuheben und die Nationalsozialisten
an der Regierung zu beteiligen.
- 16. Februar: Da sowohl Italien als auch Großbritannien
und Frankreich die Bemühungen Schuschniggs um eine direkte
Hilfe gegen Hitler ablehnen, ernennt er den Nationalsozialisten
Arthur Seyß-Inquart zum Innenminister.
- 9. März: Schuschnigg kündigt in Innsbruck an, am 13.
März eine Volksabstimmung "für ein freies und deutsch
unabhängiges, christlich und soziales Österreich"
durchzuführen.
- 11. März: Mit der Drohung einer sofortigen Okkupation zwingt
Hitler den österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg zum
Rücktritt. Dessen Amt übernimmt Seyß-Inquart.
In seiner Abschiedsrede im Rundfunk ruft Schuschnigg dazu auf,
den deutschen Truppen keinen bewaffneten Widerstand entgegenzusetzen.
- 12./13. März: Einmarsch der Wehrmacht und "Anschluß"
Österreichs an das Deutsche Reich.
- Schuschnigg wird in Wien unter Aufsicht der Geheimen Staatspolizei
(Gestapo) gefangengehalten.
- 1941-1945
- Inhaftierung unter Sonderbehandlung im Konzentrationslager (KZ)
Sachsenhausen.
- 1945
- 4. Mai: Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs
nach Italien verlegt, wird Schuschnigg von den Alliierten befreit.
- 1945-1948
- Aufenthalt in Italien.
- 1947
- Er veröffentlicht seine Erinnerungen "Requiem
in Rot-Weiß-Rot".
- Da ihm sowohl von den Alliierten als auch von der österreichischen
Regierung die Rückkehr nach Österreich verwehrt wird,
siedelt er in die USA über. An der katholischen Universität
von St. Louis (Mississippi) übt er einen Lehrauftrag für
Völkerrecht sowie mittel- und osteuropäische Studien
aus.
- 1956
- Er wird amerikanischer Staatsbürger.
- 1967
- Rückkehr in das Städtchen Mutters (Tirol),
wo er fortan zurückgezogen lebt.
- 1969
- Veröffentlichung der Schrift "Im Kampf gegen
Hitler".
- 1977
- 18. November: Kurt von Schuschnigg stirbt in Mutters
bei Innsbruck.
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