1900-1983
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![[Photo: Anna Seghers, 1957]](../../../objekte/pict/ba010073/200.jpg)
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Anna Seghers
Schriftstellerin
- 1900
- 19. November: Anna Seghers wird als Netty Reiling, Tochter
des Kunsthändlers Isidor Reiling und dessen Frau Hedwig (geb.
Fuld), in Mainz geboren.
- 1919
- Studium der Kunstgeschichte, Geschichte, Sinologie und
Philologie in Köln und Heidelberg.
- 1924
- Sie beendet ihr Studium mit einer Promotion über
Rembrandt.
- Sie schreibt ihre erste Erzählung "Die Toten der Insel
Djal", die erst postum veröffentlicht wird.
- 1925
- Heirat mit dem kommunistischen Gesellschaftswissenschaftler
László Radványi (später: Johann-Lorenz
Schmidt) aus Ungarn. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.
- 1927
- Die Erzählung "Grubetsch" wird unter
dem Pseudonym "Seghers" veröffentlicht, woraufhin
als Autor ein Mann vermutet wird.
- 1928
- Für die Erzählung "Aufstand der Fischer
von St. Barbara" (publiziert unter dem Namen Anna Seghers)
erhält sie den Kleist-Preis. Die Erzählung wird 1934
von Erwin Piscator in der Sowjetunion verfilmt.
- Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).
- 1929
- Mitarbeit im "Bund proletarisch-revolutionärer
Schriftsteller" (BPRS).
- 1932
- In ihrem Roman "Die Gefährten" warnt
Seghers vor dem drohenden Faschismus in Deutschland.
- 1933
- Nachdem sie von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo)
kurzzeitig verhaftet wurde, gelingt ihr die Flucht nach Paris.
Dort arbeitet sie in antifaschistischen Exilzeitschriften mit,
so auch an den in Prag erscheinenden "Neuen Deutschen Blättern".
- In ihrem ersten Exilwerk, dem Roman "Der Kopflohn",
fragt sie nach den Ursachen für den Nationalsozialismus in
Deutschland.
- 1935
- Der Roman "Der Weg durch den Februar" schließt
thematisch daran an.
- 1938/39
- Briefwechsel mit dem Philosophen und Literaturtheoretiker
Georg Lukács (1885-1971).
- 1940
- Nach dem Einmarsch deutscher Truppen flieht sie von
Paris nach Marseille in den unbesetzten Teil Frankreichs.
- 1941
- Über zahlreiche Stationen flieht sie weiter nach
Mexiko.
- Im mexikanischen Exil gründet sie den antifaschistischen
Heinrich-Heine-Klub als deutsche Literatur- und Kulturvereinigung
und wird dessen Präsidentin.
- 1942
- Zusammen mit Ludwig Renn organisiert sie die
Bewegung "Freies Deutschland" und gibt die gleichnamige
Zeitschrift heraus.
- Der Roman "Das siebte Kreuz" (englisch und deutsch)
begründet ihren Weltruhm und wird 1944 in den USA verfilmt.
Das Symbol des siebten Kreuzes steht bei ihr für den unausbleiblichen
Untergang des Nationalsozialismus.
- 1944
- Der von persönlichen Erlebnissen inspirierte Roman
"Transit", den sie noch im französischen Exil begonnen
hatte, erscheint in spanischer und englischer Sprache (deutsch
erst 1948).
- In dem Essay "Aufgaben der Kunst" setzt sie sich mit
dem Problem des Realismus auseinander. Für sie sind Kunst
und Politik auch im persönlichen Leben nicht zu trennen.
- 1947
- Über Schweden und Frankreich kehrt Seghers nach
Deutschland zurück und zieht nach West-Berlin, wird aber
Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
(SED) in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).
- Für "Das siebte Kreuz" erhält sie den Büchner-Preis.
- 1948
- Sie wird Vizepräsidentin des "Kulturbundes
zur demokratischen Erneuerung Deutschlands".
- 1949
- Mit "Die Toten bleiben jung" schreibt Seghers
einen sozialistischen Gesellschaftsroman, der 1968 verfilmt wird.
- In der Erzählung "Die Hochzeit von Haiti" nimmt
sie wieder die im mexikanischen Exil gewonnenen karibischen Motive
auf.
- 1950
- Umzug nach Ost-Berlin.
- Als Mitbegründerin der Friedensbewegung der Deutschen
Demokratischen Republik (DDR) wird sie Mitglied im Präsidium
des Weltfriedensrats.
- Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste.
- 1951
- Sie erhält den ersten Nationalpreis der DDR.
- Reise nach China.
- 1952-1978
- Als Mitbegründerin des Schriftstellerverbands der
DDR wird sie dessen Vorsitzende. Ihr Nachfolger wird Hermann Kant.
- 1957
- Entstehung der Novelle "Der gerechte Richter",
die sie aus politischen Gründen nicht veröffentlicht.
Die Novelle erscheint erst 1990.
- 1959
- Ehrendoktorwürde der Universität Jena.
- Der Roman "Die Entscheidung" schließt an die
Handlung von "Die Toten bleiben jung" an.
- 1967
- In der Erzählung "Das wirkliche Blau"
widmet sie sich noch einmal den Erlebnissen des mexikanischen
Exils.
- 1971
- Die Liebesgeschichte "Die Überfahrt"
bildet den Höhepunkt ihres Alterswerks.
- 1980
- Erzählungen "Drei Frauen aus Haiti".
- Sie erhält den Ehrentitel "Held der Arbeit".
- 1981
- Sie wird Ehrenbürgerin ihrer Geburtsstadt Mainz.
- 1983
- 1. Juni: Anna Seghers stirbt in Ost-Berlin.
(sk/lh)
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