1882-1947
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Franz Seldte
Politiker
- 1882
- 29. Juni: Franz Seldte wird in Magdeburg als Sohn eines
Fabrikanten geboren.
- 1906
- Nach dem Studium der Chemie an der Technischen Hochschule
Braunschweig leistet Seldte seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger.
- 1908
- Übernahme der väterlichen Mineralwasserfabrik.
- 1914
- Im Ersten Weltkrieg wird er als Soldat an der
Front eingesetzt.
- 1916-1918
- Nach Verlust seines linken Arms beim Fronteinsatz
wechselt Seldte in die militärische Abteilung des Auswärtigen
Amts und ist zuletzt Frontberichterstatter.
- 1918
- 25. Dezember: Seldte ist Mitbegründer des deutschnational,
monarchisch gesinnten Wehrverbandes "Stahlhelm, Bund
der Frontsoldaten".
- 1919-1924
- Seldte ist wesentlich am organisatorischen Aufbau
des "Stahlhelm" beteiligt. Dieser Verband entwickelt
sich zu einem schlagkräftigen Instrument gegen die neue republikanische
Verfassungsordnung. Im Vordergrund seines Wirkens steht der Kampf
gegen den Versailler Vertrag und die alliierten Reparationsforderungen.
- 1924
- Seldte wird neben Theodor Duesterberg (1875-1950) Verbandsführer
des "Stahlhelm". Unter seiner Führung entwickelt
sich der Verband zu einer der größten paramilitärischen
Organisationen der Weimarer Republik.
- 1928
- In der von Seldte initiierten "Fürstenwalder
Haßbotschaft" betont der "Stahlhelm"
seine Gegnerschaft zu Republik und Demokratie.
- 1929/30
- Gemeinsam mit der Nationalsozialistischen Deutschen
Arbeiterpartei (NSDAP) und der Deutschnationalen Volkspartei
(DNVP) organisiert der "Stahlhelm" das Volksbegehren gegen den Young-Plan.
- 1931
- Oktober: Mit Adolf Hitler (NSDAP) und
Alfred
Hugenberg (DNVP) gründet Seldte die "Harzburger
Front" zur Bekämpfung der Weimarer Republik.
- Er veröffentlicht seine Kriegserinnerungen "Dauerfeuer".
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
wird Seldte Reichsarbeitsminister unter Hitler.
- 27. April: Eintritt in die NSDAP.
- April: Er befürwortet die Überführung der jüngeren
Jahrgänge der "Stahlhelm"-Mitglieder in die nationalsozialistische
Sturmabteilung (SA) und wird zum SA-Obergruppenführer
berufen.
- 1933/34
- Er wird Reichskommissar für den Freiwilligen
Arbeitsdienst.
- 1934
- Von Hermann Göring wird Seldte zum preußischen
Staatsrat und Arbeitsminister berufen und mit sozialpolitischen
Aufgaben betraut.
- 1934/35
- Als Bundesführer des nationalsozialistischen
deutschen Frontkämpferbundes leitet er die restlichen Gruppen
des "Stahlhelm".
- 1935
- Hitler lehnt ein Rücktrittsgesuch von Seldte ab.
Er bleibt bis zum Ende des nationalsozialistischen Regimes Reichsarbeitsminister,
besitzt aber in Hitlers Kabinett - besonders seit Beginn des Zweiten
Weltkriegs - wenig Einfluß.
- 1945
- Nach Kriegsende kommt Seldte in amerikanische Gefangenschaft
und soll beim
Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß
angeklagt werden.
- 1947
- 1. April: Vor Prozeßbeginn stirbt Franz Seldte
in einem amerikanischen Militärlazarett in Fürth.
(ge)
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