1912-2001
![[Photo: Kristina Söderbaum, 1953]](../../../objekte/pict/soederb/200.jpg)
![[Photo: Kristina Söderbaum, 1954]](../../../objekte/pict/soederba/200.jpg)
|

|
Kristina Söderbaum
Schauspielerin
- 1912
- 5. September: Kristina Söderbaum wird als Tochter
des Chemieprofessors und zeitweiligen Vorsitzenden des Nobelpreiskomitees
Henrik Gustaf Söderbaum und dessen Frau Margareta Charlotta
Katarina in Stockholm geboren.
- 1929
- Nach einer Schulausbildung in Stockholm und in exklusiven
Internaten geht sie nach Paris und besucht dort für zwei
Jahre das "Collège feminin du Boffémont".
- 1934
- September: Nach dem Tod ihrer Eltern begleitet Söderbaum
eine Verwandte nach Berlin, wo sie Deutsch lernt und Vorlesungen
in Kunstgeschichte belegt.
- Nebenbei nimmt sie Schauspielunterricht.
- 1936
- Filmdebüt in der wenig beachteten Fritz-Reuter-Verfilmung
"Onkel Bräsig".
- 1937
- Entdeckung durch den Regisseur Veit Harlan.
- 1938
- Hauptrolle in Harlans Film "Jugend".
- 1939
- Heirat mit Harlan. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder
hervor.
- 1939-1945
- Ihr Mann ist ihr einziger Regisseur. Gemeinsam
drehen sie Publikumserfolge wie "Verwehte Spuren" (1938),
"Das unsterbliche Herz" (1939), "Die Reise nach
Tilsit" (1939), "Der große König" (1942),
"Die goldene Stadt" (1942), "Immensee" (1943)
und "Opfergang" (1944).
- Söderbaum avanciert zu einem Star des deutschen Kinos,
da sie den von den Nationalsozialisten propagierten Idealtypus
der "arischen Frau" verkörpert. Da mehrere von
Söderbaums zumeist melodramatischen Filmen mit ihrem Tod
im Wasser enden, wird sie in der Öffentlichkeit auch als
"Reichswasserleiche" bezeichnet.
- 1940
- Als Höhepunkt ihrer Karriere im NS-Regime
spielt sie an der Seite von Heinrich George und Ferdinand
Marian (1902-1946) die Hauptrolle in dem antisemitischen Spielfilm
"Jud Süß".
- 1945
- Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs besetzt
Söderbaum mit Heinrich George die Hauptrollen in dem Durchhaltefilm
"Kolberg".
- Februar: Sie flieht mit ihrer Familie von Berlin nach Hamburg.
- 1945-1950
- Filmpause. Aus Solidarität mit ihrem Mann, der wegen Verfilmung nationalsozialistischer Propaganda und aufgrund
seines Films "Jud Süß" wegen "Verbrechen
gegen die Menschlichkeit" angeklagt ist, lehnt Söderbaum
alle Filmangebote ab, solange Harlan mit Berufsverbot belegt ist.
- Sie spielt in Hamburg und auf Tourneen in Theaterstücken
mit, die ihr Mann anonym inszeniert hat.
- Umzug nach Starnberg.
- ab 1950
- Söderbaum spielt erneut Hauptrollen in den Filmen
ihres Manns, u.a. in "Unsterbliche Geliebte" (1950),
"Die blaue Stunde" (1952), "Die Gefangene des Maharadschas"
(1953), "Sterne über Colombo" (1953), "Verrat
an Deutschland" (1954) und "Das dritte Geschlecht"
(1957), die jedoch nicht mehr an ihre vorherigen Erfolge anknüpfen
können.
- 1963
- "Ein Traumspiel" ist der letzte gemeinsame
Film von Söderbaum und Harlan.
- 1964
- 13. April: Tod von Veit Harlan. Er hinterläßt
ihr einen hohen Schuldenberg.
- ab 1965
- Ausbildung zur Fotografin in München. Anschließend
arbeitet Söderbaum als selbständige Mode- und Porträtfotografin.
- 1972
- Mit "Begegnungen" hat Söderbaum in Graz
eine erste eigene Fotoausstellung.
- 1974
- Sie übernimmt eine Rolle in dem Film "Karl
May" unter der Regie von Hans-Jürgen Syberberg (geb.
1935).
- 1983
- Veröffentlichung ihrer Memoiren "Nichts bleibt
immer so".
- ab 1986
- Söderbaum ist noch einmal in kleineren Produktionen
wie "Lets go crazy" (1986), "Night train
to Venice" (1993) sowie in der Filmserie "Der Bergdoktor"
zu sehen.
- 2001
- 12. Februar: Kristina Söderbaum stirbt in einem
Pflegeheim in Hitzacker an der Elbe.
(vk)
|