1870-1924
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![[Photo: Hugo Stinnes, um 1920]](../../../objekte/pict/97000759/200.jpg)
![[Postkarte: Eröffnung des Reichstags, 1920]](../../../objekte/pict/f55_687/200.jpg)
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Hugo Stinnes
Industrieller
- 1870
- 12. Februar: Hugo Stinnes wird als zweiter Sohn einer
Unternehmerfamilie aus der Kohlebranche in Mülheim an der
Ruhr geboren.
- 1888/89
- Nach dem Abitur Handelslehre bei einem konkurrierenden
Kohleunternehmen, anschließend einjährige technische
Ausbildung an der Technischen Hochschule Charlottenburg.
- 1890
- Abbruch des Studiums, Übernahme der Leitung der
familieneigenen Bergbaubetriebe.
- 1892
- Gründung einer eigenen Firma mit dem Kapital der
Familie. Die Fa. Hugo Stinnes GmbH beschäftigt sich mit Kohleaufbereitung
und Kohlehandel.
- 1898
- Stinnes ist maßgeblich an der Gründung der
Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG (RWE) beteiligt.
Im gleichen Jahr gründet er gemeinsam mit August Thyssen
(1842-1926) die AG Mülheimer Bergwerksverein.
- 1901
- Stinnes gründet die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks-
und Hütten AG (Deutsch-Luxemburg), die er in den folgenden Jahren durch Fusionen
und Aufkäufe immer weiter ausbaut.
- 1902
- Gemeinsam mit Thyssen erwirbt Stinnes die Aktienmehrheit
der RWE und wird deren Aufsichtsratsvorsitzender.
- 1910
- Die Deutsch-Luxemburg
von Stinnes erwirbt die Dortmunder Union AG und wird damit
zu einem der größten Montanunternehmen Deutschlands.
- 1914-1918
- Im Ersten Weltkrieg ist Stinnes einer der
bedeutendsten Kriegslieferanten. Seine Firmen sind führend
an der Ausbeutung von Rohstoffen in den besetzten Gebieten beteiligt.
- 1918
- 15. November: Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs
unterzeichnet Stinnes als Arbeitgebervertreter den Vertrag über
die Schaffung einer Zentralarbeitsgemeinschaft für einen
Interessenausgleich mit den Gewerkschaften ("Stinnes-Legien-Abkommen").
- ab 1919
- Den Verlust von Rohstoffquellen und Produktionsstätten
durch die Regelungen des Versailler Vertrags kompensiert
Stinnes durch den Erwerb zahlreicher Firmen in Deutschland und
im Ausland.
- 1920
- Stinnes wird Mitglied der Deutschen Volkspartei
(DVP) und zieht in den Reichstag ein.
- Juli: Auf eigenes Verlangen wird Stinnes in die deutsche Delegation
bei den Friedens- und Reparationsverhandlungen in Spa aufgenommen.
Er erklärt die Forderungen der Entente-Mächte
hinsichtlich der deutschen Kohlelieferungen für unerfüllbar.
Stinnes gründet gemeinsam mit seinem engsten Mitarbeiter Albert Vögler den Montankonzern Rhein-Elbe-Union GmbH, einen Zusammenschluß aus der Deutsch-Luxemburg, der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) und dem Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation.
- 1922
- 9. November: Stinnes erklärt, daß er Versuche
zur Stabilisierung der Mark um jeden Preis bekämpfen werde.
Da er sein Wirtschaftsimperium weitgehend mit Krediten zusammengekauft
hatte, gehört er zu den Hauptprofiteuren der Inflation.
- 1923
- Stinnes unterstützt während der französisch-belgischen
Ruhrbesetzung die Politik des "passiven Widerstands"
und stellt gleichzeitig finanzielle Mittel für Sabotageakte
zur Verfügung.
- 18. April: Durch den Aufkauf einer großen Menge Devisen
an der Börse fördert Stinnes die Eskalation der Inflation
in Deutschland.
- 1924
- Der Stinnes-Konzern umfaßt 1.535 Unternehmen mit
2.888 Betriebsstätten von der Rohstofförderung bis zur
Fertigproduktion.
- 10. April: Hugo Stinnes stirbt in Berlin. Schon bald nach seinem
Tod beginnt sein riesiges Firmenimperium zu zerfallen.
(am)
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