1897-1974
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Otto Strasser
Politiker
- 1897
- 10. September: Otto Strasser wird als Sohn einer katholischen
Beamtenfamilie in Windsheim (Mittelfranken) geboren.
- 1914
- Als Kriegsfreiwilliger nimmt er am
Ersten Weltkrieg teil.
- Er wird mehrfach verwundet. Für seine militärischen
Leistungen wird er ausgezeichnet und zum Oberleutnant befördert.
- 1919
- Strasser beteiligt sich an einem von
Franz Ritter von Epp geführten
Freikorps zur Beseitigung der
Münchener Räterepublik.
- Studium der Staatswissenschaften in Berlin und Eintritt in die
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
- 1920
- März: Strasser beteiligt sich am Widerstand gegen den
Lüttwitz-Kapp-Putsch.
- April: Nach der Niederwerfung von Arbeiteraufständen im
Ruhrgebiet tritt er aus der SPD aus. Fortan steht er unter dem
Einfluß unterschiedlichster politischer Denkrichtungen vom
revolutionären Sozialismus bis hin zu nationalkonservativen
Ideologien.
- 1921
- Nach der Promotion wird er Referent im
Reichsernährungsministerium.
- 1923
- Wechsel auf einen Führungsposten in der Industrie.
- 1925
- Journalistische Arbeiten für den "Völkischen
Beobachter", das Parteiorgan der
Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), unter dem Pseudonym Ulrich von Hutten.
- Er wird Mitglied der NSDAP.
- Zusammen mit seinem Bruder
Gregor Strasser und
Joseph Goebbels baut er einen radikalen linken Flügel der NSDAP in
Norddeutschland auf. Dieser unterstützt zum Teil Streiks der sozialdemokratischen Gewerkschaften und fordert die Verstaatlichung
von Industrie und Banken. Außerdem tritt er für eine enge
Anlehnung Deutschlands an die Sowjetunion ein. Diese Konzepte stehen
im Gegensatz zu der von Adolf Hitler verfolgten Politik.
- 1926
- Er wird Schriftleiter der "Berliner Arbeiterzeitung" und der
"NS-Briefe".
- 1928
- Mit seinem Bruder Gregor gründet er in Berlin den
"Kampfverlag", der erbittert mit dem von Goebbels
herausgegebenen "Angriff" konkurriert.
- 1930
- 21./22. Mai: In der Auseinandersetzung um die von Hitler verfolgte
Legalitätspolitik der NSDAP wird Strasser aus der Partei
herausgedrängt.
- 4. Juli: Austritt aus der NSDAP.
- August: Zur Verfolgung seiner Ideologie eines nationalen Sozialismus
auf marxistischer Basis gründet Strasser die Kampfgemeinschaft
revolutionärer Kampfgenossen ("Die schwarze Front").
Er versucht vergeblich, eine Spaltung der NSDAP zu erreichen.
- 1933
- Nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten
emigriert er mit Parteifreunden zunächst nach Wien.
- Er gibt die vierzehntägig erscheinende Zeitschrift "Die
deutsche Revolution" heraus, die Hitlers Diktatur anprangert, jedoch weiterhin nationalsozialistische Ideologie
verbreitet. In den "Vierzehn Thesen zur deutschen
Revolution" fordert er dazu auf, eine einheitliche rassische
Individualität zu entwickeln und sich der Bevormundung durch das
"artfremde Judentum" zu widersetzen.
- 1935
- In dem Buch "Die deutsche Bartholomäusnacht" behandelt
er die blutigen Säuberungen der nationalsozialistischen
Sturmabteilung (SA) infolge des sogenannten
Röhm-Putsches, welchem auch sein Bruder zum Opfer fiel.
- 1936
- In seiner Studie "Wohin treibt Deutschland" greift Strasser
das politische System des Dritten Reichs an und wirft den politischen
Führern Verrat an nationalsozialistischen Ideen vor.
- 1937
- Veröffentlichung der Schrift "Kommt es zum Krieg?".
- 1938
- Übersiedlung in die Schweiz. Weiterhin ist er journalistisch
tätig.
- 1940
- Er emigriert nach Portugal.
- 1943
- Auswanderung nach Kanada. Für eine europäische
Nachkriegsordnung plädiert er für einen
"Solidarismus" als einen dritten Weg zwischen Kapitalismus
und Kommunismus.
- 1948
- Strasser veröffentlicht seine Erinnerungen "Hitler und
ich".
- 1955
- Obwohl deutsche Behörden frühere Einreiseanträge
Strassers aufgrund politischer Bedenken abgelehnt haben,
ermöglicht ihm ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts die
Rückkehr in die Bundesrepublik.
- 1956
- Strasser gründet die
Deutsche Soziale Union. Sie bleibt politisch einflußlos.
- Rückzug ins Privatleben.
- 1974
- 27. August: Otto Strasser stirbt in München.
(ge)
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