1893-1939
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Ernst Toller
Dramatiker
- 1893
- 1. Dezember: Ernst Toller wird in Samotschin (heute: Szamocin, Polen)
als Sohn des jüdischen Kaufmanns Max Toller geboren.
- 1914
- Nach dem Abitur studiert er in Grenoble Jura, meldet
sich jedoch kurz darauf als Freiwilliger für den
Ersten Weltkrieg.
- 1917
- Januar: Aus gesundheitlichen Gründen wird Toller
vom Militärdienst freigestellt. Er setzt sein Studium in
München fort.
- Mai: Er nimmt an der ersten "Lauensteiner Tagung" teil,
die die nationale Elite der Künstler und Wissenschaftler
zu einen versuchte. Es kommt allerdings zu einem Konflikt zwischen
der älteren Generation um Max Weber, der für
ein Durchstehen des Krieges eintritt, und der jüngeren Generation
um Toller, der eine Beendigung des Krieges durch eine Revolution
fordert.
- Toller zieht nach Heidelberg, flieht von dort aber aus politischen
Gründen nach Berlin, wo er mit Kurt Eisner zusammentrifft,
dem er nach München folgt.
- 1918
- Januar: Nach Beteiligung am Munitionsarbeiterstreik
wird Toller inhaftiert, kurz darauf in die Psychatrie zwangseingewiesen.
- November: Nach Ausrufung der Republik wird er Zweiter Vorsitzender
des Zentralrats der Bayerischen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte.
- 1919
- März: Nach der Ermordung Eisners wird Toller Vorsitzender
der bayerischen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands (USPD).
- In der Münchner
Räterepublik ist Toller Vorsitzender
des Zentralrats sowie Abschnittskommandant der "Roten Garde".
- Juli: Nach Zerschlagung der Räterepublik wird er wegen Hochverrats
zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.
- Uraufführung des Dramas "Die Wandlung" in Berlin,
in dem er seine geistige Entwicklung zum Revolutionär schildert.
- 1920-1924
- Während der Haft schreibt Toller seine wichtigsten
expressionistischen Dramen, wie "Masse Mensch"
und "Der deutsche Hinkemann", in denen er seine durch
die Kriegserlebnisse erlangte pazifistische Haltung umsetzt.
- 1924
- Juli: Entlassung aus der Festungshaft. Er zieht nach
Berlin, weil er aus Bayern ausgewiesen wird.
- 1927
- Uraufführung des Zeitstücks "
Hoppla, wir leben!".
- In verschiedenen Gruppen und Aktionen engagiert sich Toller weiterhin
für einen revolutionären Pazifismus.
- 1933
- Ausbürgerung durch die Nationalsozialisten; Aufenthalt
in der Schweiz. Im Exilverlag "Querido" erscheint die
Autobiographie "Eine Jugend in Deutschland".
- 1934
- Übersiedlung nach London, anschließend in die USA. Während seiner gesamten Exilzeit engagiert er sich
gegen den Faschismus.
- 1935
- Heirat mit der Schauspielerin Christiane Grauthoff (1917-1974).
- 1939
- Trennung von seiner Ehefrau.
Als letzte große Veröffentlichung erscheint
(in englischer Sprache) das Drama "Pastor Hall".
- 22. Mai: Ernst Toller nimmt sich in New York das Leben.
(lh)
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