1887-1914
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Georg Trakl
Lyriker, Schriftsteller
- 1887
- 3. Februar: Georg Trakl wird als Sohn des Eisenhändlers
Tobias Trakl und dessen Frau Maria Catharina (geb. Halik) im österreichischen
Salzburg geboren.
- 1892
- Geburt seiner Schwester Margarete. Die Geschwister verbindet
eine tiefe, zum Teil inzestuöse Liebe, die bis zu Trakls
Tod andauert. Die Beziehung ist prägend für sein schriftstellerisches
Werk.
- ab 1900
- Trakl beginnt mit dem Schreiben von Gedichten.
- 1902
- Erste Drogenerfahrungen. Seinen Lehrern fällt er
als menschenscheuer Schüler auf.
- 1905
- Trakl wird nicht versetzt und verläßt die
Schule mit der Mittleren Reife.
- 1905-1908
- Er absolviert eine Apothekerlehre. Nebenher widmet
er sich weiter dem Schreiben.
- 1906
- Im Salzburger Stadttheater werden Trakls Theaterstücke
"Totentag. Dramatisches Stimmungsbild in einem Akt"
und "Fata Morgana. Tragische Szene" aufgeführt.
Weil diese Stücke sich als erfolglos erweisen, vernichtet
er die Manuskripte später selbst.
- 1908-1910
- Studium der Pharmazie in Wien.
- Neben dem Studium interessiert er sich für Literatur und
Musik ebenso wie für Architektur und Malerei.
- 1910-1914
- Trakls bedeutendste Dichtungen entstehen. Er gilt
heute als einer der außergewöhnlichsten österreichischen
Lyriker und zählt neben Georg Heym, Ernst Stadler
(1883-1914) und Franz Werfel (1890-1945) zu den wichtigsten deutschsprachigen
Frühexpressionisten.
- In seinen Gedichten verknüpft Trakl Gedanken und Bilder
von Verfall, Einsamkeit und Tod mit formaler und klanglicher Schönheit.
Insbesondere seine späten Gedichte (1912-1914) sind von einer
apokalyptischen Grundstimmung geprägt und vermitteln das
Gefühl einer nahenden Katastrophe.
- 1912
- Er ist probeweise als Militärapotheker in Innsbruck
tätig. Die Stelle ist eine von vielen, die er seit 1910 angetreten
hat. Aber auch dieser Versuch, durch einen bürgerlichen Beruf
Halt im Leben zu finden, scheitert. Trakl verfällt in der
Folgezeit auch aufgrund seiner anhaltenden Drogenexzesse immer
wieder in Depressionen, ist ständig in Geldnöten und
auf die Hilfe von Freunden angewiesen.
- ab 1912
- In der von seinem Freund und Gönner Ludwig von
Ficker (1880-1967) herausgegebenen kulturpolitischen Innsbrucker
Monatsschrift "Der Brenner" erscheint das Gedicht "Vorstadt
im Föhn". Nachdem er bereits zuvor vereinzelt Gedichte
in Zeitschriften veröffentlicht hat, erscheinen alle zukünftigen
lyrischen Werke zuerst im "Brenner". Er knüpft
auch Kontakte zu Karl Kraus, der in der Zeitschrift "Die
Fackel" ebenfalls Gedichte von ihm herausgibt. Außerdem
Bekanntschaft mit Else Lasker-Schüler und Oskar
Kokoschka.
- 1913
- Der Verleger Kurt Wolff (1887-1963) gibt einen Gedichtband
von Trakl in der Reihe "Der jüngste Tag" heraus.
- 1914
- August: Trakl meldet sich als Freiwilliger zum Ersten
Weltkrieg und wird noch im selben Monat als Medikamentenakzessist
(Sanitätsoffizier) an der Ostfront im galizische Grodek (heute:
Ukraine) eingesetzt. Er erträgt jedoch die Gräuel des
Kriegs nicht, erleidet einen Nervenzusammenbruch und wird in das
Lazarett Krakau eingeliefert, wo er auf seinen Geisteszustand
hin untersucht wird. Während seines Lazarettaufenthalts schreibt
er die Gedichte "Grodek", "Im Osten" und "Klage",
die das Unheil des Kriegs wiederspiegeln.
- 3. oder 4. November: Georg Trakl befürchtet eine Anklage
vor dem Kriegsgericht aufgrund seines Zusammenbruchs. Aus dieser
Verzweiflung heraus tötet er sich durch eine Überdosis
Kokain selbst.
- 1915
- Im Nachlaß wird die Gedichtsammlung "Sebastian
im Traum" veröffentlicht.
- ab 1945
- Trakls Werk findet erst jetzt in größerem
Umfang öffentliche Beachtung.
(bj)
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