1869-1962
![[Postkarte: Rudolf Wissell, 1919]](../../../objekte/pict/96001626/200.jpg)
![[Postkarte: Rudolf Wissell mit dem Ehepaar Brandt, 1959]](../../../objekte/pict/96001642/200.jpg)
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Rudolf Wissell
Politiker
- 1869
- 8. März: Rudolf Wissell wird in Göttingen
als Sohn des Steuermanns Ludwig Wissell und dessen Frau Ulrike
(geb. Klimmet) geboren.
- 1876-1883
- Besuch der Bürgerschule in Bremen.
- 1883
- Wissell beginnt eine Lehre als Maschinenbauer.
- 1887-1891
- Nach Abschluß seiner Ausbildung arbeitet
er als Maschinenbauer in Bremen.
- 1888
- Er tritt in die noch illegale Sozialdemokratische
Partei Deutschlands (SPD) ein und wird Vorsitzender des Fachvereins
der Schlosser und Maschinenbauer.
- 1890
- Wissell führt den Fachverein in den neu gegründeten
Deutschen Metallarbeiter-Verband über.
- 1891-1893
- Militärdienst in einem preußischen Grenadierregiment
in Posen.
- 1893-1901
- Wissell arbeitet als Dreher in Kiel und ist für
den Metallarbeiter-Verband tätig. Nebenbei besucht er juristische
Kurse.
- 1901
- In Lübeck wird er als Arbeitersekretär der
Gewerkschaften zum hauptamtlichen Funktionär. In dieser Stellung
entwickelt Wissell sich zunehmend zum Sozialpolitiker.
- 1905-1908
- Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.
- 1908
- Die Generalkommission der Gewerkschaften beruft Wissell
in das Zentralarbeitersekretariat in Berlin, wo er später
Leiter der sozialpolitischen Abteilung wird.
- 1916-1918
- Nebenher arbeitet er als Redakteur für sozialpolitische
Fragen beim SPD-Organ "Vorwärts".
- 1918
- März: Wissell wird für den Wahlkreis Niederbarnim
in den Reichstag gewählt. Er zählt zum rechten Flügel
seiner Partei.
- 1918/19
- In der Novemberrevolution wird er Zweiter
Vorsitzender der Generalkommission der Gewerkschaften. Dort setzt
er sich gegen die revolutionäre Bewegung und für ein
Abkommen mit den Arbeitgebern ein. Er unterstützt die Gründung
des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB).
- Nach dem Ausscheiden der Mitglieder der Unabhängigen
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) aus dem Rat der Volksbeauftragten wird Wissell neben Gustav Noske
in den nun fünfköpfigen Rat aufgenommen.
- 1919
- Vertreter in der Verfassunggebenden Nationalversammlung.
- In den ersten beiden Kabinetten der Weimarer Republik
wirkt Wissell unter den Reichskanzlern Philipp Scheidemann
und Gustav Bauer als Reichswirtschaftsminister und bekämpft
vor allem den Einfluß der Arbeiterräte. Als
er sich mit seinem staatsmonopolistischen Reformprogramm weder
in der Regierung noch in der Partei durchsetzen kann, tritt er
von seinem Amt zurück.
- 1919-1924
- Sekretär und Vorstandsmitglied im ADGB.
- 1920-1933
- Mitglied des Reichstags.
- 1924-1932
- Wissell fungiert als obligatorischer Schlichter
bei Tarifauseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
in Groß-Berlin und Brandenburg.
- 1928-1930
- Reichsarbeitsminister unter Reichskanzler Hermann
Müller. Während dieser Zeit setzt er sich für
die Aussetzung aller Arbeitskämpfe ein, um die Weltwirtschaftskrise
zu bewältigen.
- 1929
- Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität
Kiel.
- 1933
- Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten
wird Wissell im Zuge der Zerschlagung der Gewerkschaften für
zwei Monate verhaftet und bleibt danach zwei Jahre unter Polizeiaufsicht.
- 1935-1945
- Als Pensionär lebt Wissell zurückgezogen
in Berlin.
- 1945
- Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er wieder für
die SPD in Berlin tätig und wird Mitglied im Parteiausschuß
für Bau- und Wohnungswesen. Er ist scharfer Gegner einer
Vereinigung mit der Kommunistischen Partei Deutschlands
(KPD).
- 1946-1954
- Mitglied verschiedener Ausschüsse des Berliner
Landesverbands der SPD.
- 1949
- Ernennung zum Ehrenbürger von West-Berlin.
- 1954
- Wissell zieht sich aus dem politischen und öffentlichen
Leben zurück.
- Auszeichnung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz.
- 1962
- 13. Dezember: Rudolf Wissell stirbt in Berlin.
(mw)
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