Friedensresolution der Mehrheitsparteien Juli 1917
Wie am 4. Aug. 1914 gilt für das Deutsche Volk auch an der
Schwelle des vierten Kriegsjahres das Wort der Thronrede Uns
treibt nicht Eroberungssucht. Zur Verteidigung seiner Freiheit
und Selbständigkeit, für die Unversehrtheit seines territorialen
Besitzstandes hat Deutschland die Waffen ergriffen. Der Reichstag
erstrebt einen Frieden der Verständigung und der dauernden
Versöhnung der Völker. Mit einem solchen Frieden sind
erzwungene Gebietserwerbungen und politische, wirtschaftliche
oder finanzielle Vergewaltigungen unvereinbar. Der Reichstag weist
auch alle Pläne ab, die auf eine wirtschaftliche Absperrung
und Verfeindung der Völker nach dem Kriege ausgehen. Die
Freiheit der Meere muß sichergestellt werden. Nur der Wirtschaftsfriede
wird einem freundschaftlichen Zusammenleben der Völker den
Boden bereiten. Der Reichstag wird die Schaffung internationaler
Rechtsorganisationen tatkräftig fördern. Solange jedoch
die feindlichen Regierungen auf einen solchen Frieden nicht eingehen,
solange sie Deutschland und seine Verbündeten mit Eroberung
und Vergewaltigung bedrohen, wird das deutsche Volk wie ein Mann
zusammenstehen, unerschütterlich ausharren und kämpfen,
bis sein und seiner Verbündeten Recht auf Leben und Freiheit
gesichert ist. In seiner Einigkeit ist das deutsche Volk unüberwindlich.
Der Reichstag weiß sich darin eins mit den Männern,
die in heldenhaftem Kampfe das Vaterland schützen. Der unvergängliche
Dank des ganzen Volkes ist ihnen sicher.