Gottfried Benn:

Ithaka, 1919

 
PERSONEN:

A l b r e c h t, Professor der Pathologie

D r. R ö n n e, sein Assistent

K a u t s k i, ein Student

L u t z, ein Student

Studierende der Medizin

Im Laboratorium des Professors.

Am Ende eines Kurses. Der Professor, Studierende

der Medizin.



P r o f e s s o r :

Und nun, meine Herren, habe ich Ihnen zum Schluß noch eine ganz köstliche Überraschung aufgespart. Hier sehen Sie, habe ich die Pyramidenzellen aus dem Ammonshorn der linken Hemisphäre des Großhirns einer vierzehntägigen Ratte aus dem Stamme Katull gefärbt und siehe da, sie sind nicht rot, sondern rosarot mit einem leicht braunvioletten Farbenton, der ins Grünliche spielt, gefärbt. Das ist nämlich hochinteressant. Sie wissen, daß kürzlich aus dem Grazer Institut eine Arbeit hervorgegangen ist, in der dies bestritten wurde, trotz meiner eingehenden diesbezüglichen Untersuchungen. Ich will mich über das Grazer Institut im allgemeinen nicht äußern, aber ich muß doch sagen, daß mir diese Arbeit einen durchaus unreifen Eindruck machte. Und sehen Sie, da habe ich nun den Beweis in Händen. Das eröffnet nämlich ganz enorme Perspektiven. Es wäre möglich, daß man die Ratten mit langem, schwarzen Fell und dunklen Augen von denen mit kurzem, rauhen Fell und hellen Augen auch auf diese feine färberische Weise unterscheiden könnte, vorausgesetzt, daß sie gleich alt sind, mit Kandiszucker ernährt, täglich eine halbe Stunde mit einem kleinen Puma gespielt und bei einer Temperatur von 37,36° in den Abendstunden zweimal spontan Stuhlgang gelassen haben. Natürlich darf man nicht außer acht lassen, daß ähnliche Erscheinungen auch unter anderen Bedingungen beobachtet worden sind, aber immerhin erscheint mir diese Beobachtung einer genauen Veröffentlichung wert, ja fast möchte ich sagen, ein Schritt näher zur Erkenntnis der großen Zusammenhänge, die das All bewegen. Und damit guten Abend, meine Herren, guten Abend.

(Die Studierenden ab bis auf Kautski und Lutz.)

L u t z :

Wenn man nun, Herr Professor, dies Präparat genau angesehen hat läßt sich dann irgend etwas anderes sagen als: so, so, dies ist also nicht rot, sondern rosarot mit einem leicht braunvioletten Farbenton, der ins Grünliche spielt, gefärbt?

P r o f e s s o r :

Aber meine Herren! Zunächst gibt über die Färbung der Rattenhirne die große dreibändige Enzyklopädie Meyer und Müller. Die würde zunächst durchzuarbeiten sein.

L u t z :

Und wenn das geschehen wäre, würden sich dann irgendwelche Schlüsse ergeben? Irgendetwas Funktionelles?

P r o f e s s o r :

Aber, mein Lieber! Schlüsse! Wir sind doch nicht Thomas von Aquino, hi, hi, hi! Haben Sie denn gar nichts gehört dem Morgenrot des Konditionalismus, der über unserer Wissenschaft aufgegangen ist? Wir stellen die Bedingungen unter denen etwas geschieht. Wir variieren die Möglichkeiten ihrer Entstehung, die Theologie ist ein Fach für sich.

L u t z :

Und wenn sich eines Tages Ihr gesamtes Auditorium erhöbe und Ihnen ins Gesicht brüllte, es wolle lieber die finstere Mystik hören, als das sandige Geknarre Ihrer Intellektakrobatik und Ihnen in den Hintern träte, daß Sie vom Katheder flögen, was würden Sie dann sagen?

(Dr. Rönne tritt ein.)

R ö n n e :

Herr Professor, ich gebe Ihnen hiermit die Arbeit über die Lücke im Bauchfell des Neugeborenen zurück. Ich habe das geringste Interesse daran, einer bestimmten, in gewisser Richtung geschulten Gruppe mir unbekannter Leute die bei einer Sektion gefundene Situation einer Bauchhöhle so zu schildern, daß sie sie sich nun vorstellen kann. Auch vermag ich es im Gehirn nicht, dies Spiel, diese leichte und selbstgenugsame Naivität eines Einzelfalles zu zerstören und aufzulösen.

P r o f e s s o r :

Ihre Gründe sind recht töricht, aber gut, geben Sie her. Genug andere Herren interessieren sich für diese Arbeit. Wenn Sie aber etwas weniger kurzsichtig wären, als Sie mir zu sein scheinen, würden Sie begreifen, daß es sich gar nicht um diesen Einzelfall handelt, daß vielmehr die Systematisierung des Wissens überhaupt, die Organisation der Erfahrung, in einem Wort, die Wissenschaft bei jeder Einzeluntersuchung in Frage steht.

R ö n n e :

Vor 200 Jahren war sie zeitgemäß, als sie aus der Vollkommenheit von Organen die Weisheit Gottes erwies und aus dem Maule der Heuschrecken seinen großen Verstand und seine Güte. Ob man aber nicht nach weiteren 200 Jahren ebenso darüber lächeln wird, daß Sie, Herr Professor drei Jahre Ihres Lebens darauf verwandten, festzustellen, ob sich eine bestimmte Fettart mit Osmium oder Nilblau färbt?

P r o f e s s o r :

Ich habe nicht die geringste Absicht, mich mit Ihnen über Allgemeinheiten zu unterhalten. Sie wollen diese Arbeit nicht machen. Gut, dann gebe ich Ihnen eine andere.

R ö n n e :

Weder werde ich beschreiben, ob bei dem Senker in das Fruchtland von Frau Schmidt die Dünndarmschlingen im 6. oder 8. Monat durch den bewußten Spalt getreten sind, noch wie hoch bei einer Wasserleiche gegen Morgen das Zwerchfell stand. Erfahrungen sammeln, systematisieren - subalternste Gehirntätigkeiten! - Seit hundert Jahre verblöden sie diese Länder und haben es vermocht, daß jeder Art von Pöbel die Schnauze vor Ehrfurcht stillsteht vor dem größten Bettpisser, wenn er nur mit einem Brutschrank umzugehen weiß; aber sie haben es nicht vermocht, auch nur das Atom eines Gedankens aufzubringen, der außerhalb der Banalität stände! Einen aus dem anderen kebsen; möglichst nah am Nabel bleiben und den Mutterkuchen nicht verleugnen - das sind Ihre Gedanken; - Maulwurfspack und Affenstirnen - eine Herde zum Speien!

L u t z :

Denn was schaffen Sie eigentlich? Hin und wieder buddeln Sie eine sogenannte Tatsache ans Licht. Zunächst hat es ein Kollege vor zehn Jahren bereits entdeckt; aber nicht veröffentlicht. Nach fünfzehn Jahren ist alles beides Blech. Was wissen Sie eigentlich? Daß die Regenwürmer nicht mit Messer und Gabel fressen und die Farrenkräuter keine Gesäßschwielen haben. Das sind Ihre Errungenschaften. Wissen Sie sonst noch was?

P r o f e s s o r :

Zunächst ist es gänzlich unter meiner Würde, auf diesen Ton zu antworten.

L u t z :

Würde? Wer sind Sie? Antworten sollen Sie. Los!

P r o f e s s o r :

Ich will mich dem Rahmen einfügen. Gut. Also, meine Herren, Sie sprechen wegwerfend von Theorien, meinetwegen. Aber in einem Fach mit so eminent praktischen Tendenzen: Serum und Salvarsan sind doch keine Spekulation?

L u t z :

Wollen Sie vielleicht behaupten, Sie arbeiten deswegen, damit Frau Meier zwei Monate länger auf den Markt gehen kann und damit der Chauffeur Krause zwei Monate länger sein Auto fährt? Außerdem - kleinen Leuten den Tod bekämpfen, wen's reizt - - - Und um es gleich zu sagen, Herr Professor, kommen Sie nun nicht mit dem Kausaltrieb. Es gibt ganze Völker, die liegen im Sand und pfeifen auf Bambusrohr.

P r o f e s s o r :

Und die Menschlichkeit? Einer Mutter das Kind erhalten, einer Familie den Ernährer? die Dankbarkeit, die in den Augen aufblinkt --

R ö n n e :

Lassen Sie's aufblinken, Herr Professor! Kindersterben und jede Art Verrecken gehört ins Dasein, wie der Winter ins Jahr. Banalisieren wir das Leben nicht.

L u t z :

Außerdem interessieren uns diese praktischen Gesichtspunkte nur ganz oberflächlich. Worauf wir aber eine Antwort erwarten, ist dies: woher nehmen Sie den Mut, die Jugend in eine Wissenschaft einzufahren, von der Sie wissen, ihre Erkenntnismöglichkeit schließt mit dem Ignorabimus? Weil es zufällig Ihrer Klabusterbeere von Gehirn genügt, in der Zeit, wo Sie sich nicht fortpflanzen, Statistik über Kotsteine zu betreiben? Mit was für Gehirnen rechnen Sie?

P r o f e s s o r :

........

R ö n n e :

........ ich weiß! Ich weiß! Feldherrntum des Intellekts! Jahrtausend aus Optik und Chemie! Ich weiß, ich weiß: weil die Farbenblinden in der Minderzahl sind, haben Sie auch eine Erkenntnis. Aber ich sage Ihnen, wagen Sie es, noch ein einziges Mal Ihre Stimme zu erheben zu den alten Lügen, an denen ich mich krank gefressen habe: mit diesen meinen Händen würge ich Sie ab. Ich habe den ganzen Kosmos mit meinem Schädel zerkaut! Ich habe gedacht, bis mir der Speichel floß. Ich war logisch bis zum Koterbrechen. Und als sich der Nebel verzogen hatte, was war dann alles? Worte und das Gehirn. Worte und das Gehirn. Immer und immer nichts als dies furchtbare, dies ewige Gehirn. An dies Kreuz geschlagen. In dieser Blutschande. In dieser Notzucht gegen die Dinge -, o, wenn Sie mein Dasein kennten, diese Qualen, dieses furchtbare am-Ende-sein, von den Tieren an Gott verraten und Tier und Gott zerdacht und wieder ausgespieen, ein Zufall in den Nebeln dieses Landes -- ich sage ihnen, Sie würden still und ohne Aufhebens abtreten und froh sein, wenn Sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden Gehirnverletzung.

P r o f e s s o r :

Herr Kollege, es tut mir unendlich leid, wenn Sie sich nicht wohlfühlen. Aber, wenn Sie degeneriert, neurasthenisch oder was weiß ich, an mittelalterlichen Bedürfnissen zu zugrunde gehn - was hat das mit mir zu tun? Was ereifern Sie sich gegen mich? Wenn Sie zu schwächlich sind für den Weg zur neuen Erkenntnis, den wir gehen, bleiben Sie doch zurück. Schließen Sie die Anatomien. Betreiben Sie Mystik. Berechnen Sie den Sitz der Seele aus Formeln und Korollarien; aber lassen Sie uns ungeschoren. Wir stehen über die Welt verteilt: ein Heer: Köpfe, die beherrschen, Hirne, die erobern. Was aus dem Stein die Axt schnitt, was das Feuer hütete, was Kant gebar, was die Maschinen baute - das ist in unserer Hut. Unendlichkeiten öffnen sich.

R ö n n e :

Unendlichkeiten öffnen sich: eine mächtige Großhirnrinde übergestülpt trottet etwas dahin; Finger stehen wie Zirkel Gebisse sind umgewachsen zu Rechenmaschinen - o man wird ein Darm werden mit einem Kolben oben, der Systeme absondert. . . . Perspektiven! Perspektiven! Unendlichkeit öffnen sich! -

Aber wegen meiner hätten wir Quallen bleiben können. Ich lege auf die ganze Entwicklungsgeschichte keinen Wert. Das Gehirn ist ein Irrweg. Ein Bluff für den Mittelstand. man aufrecht geht oder senkrecht schwimmt, das ist alles nur Gewohnheitssache. - Alle meine Zusammenhänge es mir zerdacht. Der Kosmos rauscht vorüber. Ich sie am Ufer: grau, steil, tot. Meine Zweige hängen noch in ein Wasser, das fließt; aber sie sehen nur nach Innen, in das Abendwerden ihres Blutes, in das Erkaltende ihrer Glieder. Ich bin abgesondert und ich. Ich rühre mich nicht mehr.

Wohin? Wohin? Wozu der lange Weg? Um was soll man sich versammeln? Da ich einen Augenblick nicht dachte, fielen mir nicht die Glieder ab?

Es assoziiert sich etwas in einem. Es geht etwas in einem vor. Ich fühle nur noch das Gehirn. Es liegt wie eine Flechte in meinem Schädel. Es erregt mir eine von oben ausgehende Übelkeit. Es liegt überall auf dem Sprung: gelb, gelb: Gehirn, Gehirn. Es hängt mir zwischen die Beine herunter.... ich fühle deutlich, wie es mir an die Köchel schlägt - runterkratzen ...

O so möchte ich wieder werden: Wiese, Sand, blumendurchwachsen, eine weite Flur. In lauen und in kühlen Wellen trägt einem die Erde alles zu. Keine Stirne mehr. Man wird gelebt.

K a u t s k i :

Aber sehen Sie um unsere Glieder das Morgenrot? Aus der Ewigkeit, aus dein Aufgang der Welt? Ein Jahrhundert ist zu Ende. Eine Krankheit ist gebrochen. Eine dunkle Fahrt, die Segel keuchten; nun singt die Heimat über das Meer. Was Sie vertrieben hat, wer will es sagen? Fluch, Sündenfall, irgendwas. Jahrtausende waren es ja auch nur Anläufe. Jahrtausende blieb es ja auch latent. Aber darin, vor hundert Jahren kam es plötzlich zum Ausbruch und schlug wie eine Seuche über die Welt, bis nichts mehr übrig blieb als das große fressende herrschsüchtige Tier: der erkennende Mensch; der reckte sich von Himmel zu Himmel und aus seiner Stirne spielte er die Welt. Aber wir sind älter. Wir sind das Blut; aus den warmen Meeren, den Müttern, die das Leben gaben. Sie sind ein kleiner Gang vom Meer, Kommen Sie beim. Ich rufe Sie.

R ö n n e :

Was sagen Sie? Das Blut ... ? Das Meer ... ? Das Blut ist warm. Die Meere waren warm, das habe ich auch hört. Dann wäre es zu heilen, wenn sie zurück an die Meere gingen?

P r o f e s s o r :

Lassen Sie sich von Rönne nicht irre machen. Er ist durch Denken ohne ernste, zielgerichtete Arbeit etwas zermürbt.

R ö n n e :

Es wird solche Opfer geben müssen auf unserem Weg.

R ö n n e :

Es hat das mittelländische Meer gegeben; vor unvordenklichen Zeiten; aber es gibt es immer noch. Vielleicht war das das Menschlichste, das es gegeben hat? Meinten Sie das?.....

P r o f e s s o r (fortfahrend):

Aber meine Herren, alle diese merkwürdigen Bedürfnisse und Gefühle und auch das, von dem Sie sprachen: Mythos und Erkenntnis, wäre es nicht möglich, daß es alte Schwären unseres Blutes sind, von alten Zeiten her, die sich abstoßen werden im Laufe der Entwicklung, wie wir das dritte Auge nicht mehr haben, das nach hinten sah, ob Feinde kämen. Die hundert Jahre, die es Naturwissenschaften und auch ihnen Technik gibt, wie hat sich alles Leben doch verändert. Wieviel Geist ist der Spekulation, dem Transzendentale untreu geworden und richtet sich noch auf die Formung des Materiellen, um neuen Bedürfnissen einer sich erneuernden Seele gerecht zu werden! Könnte man nicht bereits von einem homo faber sprechen, statt von einem homo sapiens wie bisher? Sollten sich nicht vielleicht im Laufe der Zeit all spekulativ-transzendentalen Bedürfnisse läutern und klären und still werden in der Arbeit um die Formung des Irdischen? Ließe sich nicht von diesem Gesichtspunkte aus die naturwissenschaftliche Forschung und das Lehren des Wissens rechtfertigen?

K a u t s k i :

Wenn Sie eine Gilde von Klempnern heranbilden wollen: ja. Aber es gab ein Land: taubenumflattert; Marmorschauer von Meer zu Meer; Traum und Rausch -

R ö n n e :

... Gehirne: kleine, runde; matt und weiß. Sonne, rosenschößig, und die Haine blau durchrauscht.

Blühend und weich die Stirn. Entspannt an Strände. In Oleander die Ufer hoch, in weiche Buchten süß vergangen . . . - Das Blut, als bräche es auf. Die Schläfen, als erhoffte sie.

Die Stirn, ein Rinnen wie von flüggen Wassern. O es rauscht wie eine Taube an mein Herz: lacht lacht - Ithaka! - Ithaka! . . .

O, bleibe! Bleibe! Gib mich noch nicht zurück! O welch ein Schreiten, so heimgefunden, im Blütenfall aller Welten, süß und schwer ...

Ich will dir eine Tat tun, bleibe, bleibe! O, was ist Kerker und was ist Tod. Rausch, Rausch ist stärker als der Tod.

P r o f e s s o r :

Aber meine Herren, was haben Sie denn vor? Ich will Ihn ja gerne entgegenkommen. Ich versichere Ihnen, ich werde in Zukunft in meinen Kollegs immer darauf hinweisen, da wir die letzte Weisheit hier nicht lehren können, daß daneben philosophische Kollegs zu hören seien. Ich werde das Fragwürdige unseres Wissens durchaus zum Ausdruck bringen ... (schreiend) Meine Herren, hören Sie! Wir sind doch schließlich Naturwissenschaftler, wir denken nüchtern. Was wollen wir uns in Situationen begeben, denen - sagen wir die heutige Gesellschaftsordnung nicht gewachsen ist ... sind doch Ärzte, wir übertreiben doch die Gesinnung nicht. Niemand wird erfahren, was hier geschah! Hilfe! Hilfe?

L u t z (ergreift ihn ebenfalls):

Mord! Mord! Schaufeln her! Aufs Feld den Modder. Von unserer Stirne sollen Geißeln gehn in dies Gezücht! -

P r o f e s s o r (gurgelnd):

Ihr grünen jungen! Ihr trübes Morgenrot! Ihr werdet verbluten und der Mob feiert über euerm Blut ein Frühstück mit Prost und Vivat! Erst tretet den Norden ein! Hier s die Logik! überall der Abgrund. - Ignorabimus! Ignorabimus!

L u t z :

(ihn mit der Stirn hin und her schlagend):

Ignorabimus! Das für Ignorabimus! Du hast nicht tief genug geforscht. Forsche tiefer, wenn Du uns lehren willst! Wir sind die Jugend. Unser Blut schreit nach Himmel und Erde und nicht nach Zellen und Gewürm. Ja, wir treten den Norden ein. Schon schwillt der Süden die Hügel hoch. Seele, klaftere die Flügel weit; ja, Seele! Seele! Wir wollen den Traum. Wir wollen den Rausch. Wir rufen Dionysos und Ithaka! -



(Gottfried Benn: "Ithaka". In: "Szenen und Schriften in der Fassung der Erstdrucke". Hg. v. Bruno Hillebrand. Franfurt (Main) 1990, S. 21-28. "Gesammelte Werke in der Fassung der Erstdrucke", Bd. 4.)